kulturell
Obwohl der letzte Festivaltag erst am Dienstag stattfindet, veranstaltete die Viennale bereits am Montagabend ihre Abschlussgala. Insgesamt wurden in diesem Jahr 73.700 Gäste gezählt. Kurdwin Ayubs „Sonne“ wurde mit dem Wiener Filmpreis ausgezeichnet.
31.10.2022 20.20
Online ab heute, 20.20 Uhr
Die Beschäftigung ging leicht von 74 auf 71 Prozent zurück. Bei der 60. Auflage wurden allerdings coronabedingt 73.700 Gäste nach den 58.200 Zuschauern des Vorjahres gezählt. Bei der Gala im Gartenbaukino ging nicht nur für die Festivalmacher die Sonne auf, sondern auch für Kurdwin Ayub. Immerhin hatte die 1990 geborene Regisseurin mit ihrem Erstlingswerk „Sonne“ nach Berlin in ihrer Heimat Wien Erfolg.
Nach dem Debütpreis der Berlinale und dem Sonderpreis der Grazer Diagonale sicherte sich der Shootingstar-Regisseur auch den mit 6.000 Euro dotierten Wiener Filmpreis für den besten österreichischen Film und weitere Sponsorenspenden. „Ein Film, der scheinbar in Stille übergeht, dann aber ein starkes Echo hinterlässt“, so die Begründung der Jury. Natürlich sei alles Teamwork, zeigte der Filmemacher bescheiden mit einem Augenzwinkern: „Aber das Geld nehme ich.“
Sonderpreis für „Rubicon“
Der Sonderpreis der Jury, verbunden mit 4.000 Euro und weiteren Förderpreisen, ging an das Weltraumdrama „Rubikon“ von Leni Lauritsch. „Leni Lauritsch traut sich, groß zu denken“, würdigte die Jury die Filmemacherin. Sie war überwältigt von den Ehrungen für ihr filmisches „Baby“: „Für mich fühle ich mich wie eine Mutter, deren Sohn nun an einer Eliteuniversität aufgenommen wurde.“
Der Viennale-Preis der „Standard“-Leser für ein noch nicht in Österreich vertriebenes Werk geht in diesem Jahr an die Ukraine, konkret an das Schmugglerdrama „Pamfir“ von Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk. „Dieser Film hat uns in die Knochen geschlagen wie ein Paukenschlag“, formulierte die Jury ihre Empfehlung an den Verleiher.
Inzwischen haben professionelle Kinobesucher aus der ganzen Welt den Fipresci Critics Award in der Schweiz verliehen. Ausgewählt wurde hier Cyril Schäublins „Unrueh“, ein historischer Film über die Uhrmacherei. Und schließlich vergab die Erste Bank zum zwölften Mal auch ihren Mehrwertfilmpreis, der einen Aufenthalt in New York mit der Präsentation der Arbeit im Anthology Film Archive ermöglicht. In diesem Jahr waren es zwei österreichische Kurzfilme: Eve Hellers Meditation über den Tod „Singing in Oblivion“ und Jan Soldiers Sexualexegese „Blind Date“.
Es übertraf die hohen Erwartungen von Sangiorgi
Die Direktorin Eva Sangiorgi hat betont, dass sie mit der Ausgabe des Festivals am Ende der fünften Ausgabe unter ihrer Leitung vollkommen zufrieden ist. Die großen Erwartungen wurden übertroffen: „Wir alle haben es gespürt, in der Energie der vollen Kinosäle, in den verstörenden Gesprächen, in den Aussagen all jener Menschen, mit denen wir durch die Filme so viele Erfahrungen geteilt haben.“