Proteste Gladbach gegen Leipzig: Ultras rechnen mit Max Eberl auf Plakaten

18. September 2022 um 09:26 Uhr

Bei Borussia Park gegen Leipzig: Plakatbotschaften für Eberl – Pfiffe und Gesänge gegen Rose

Nordkurve der Borussia mit Spruchband gegen Max Eberl
Foto: Rheinische Post/RP

Update Mönchengladbach 19 Minuten Pfeifgeräusche bei Leipzigs Ballbesitz, dann klare Ansagen gegen Ex-Trainer Max Eberl: So reagierten die Borussia-Fans auf RB Leipzig. Ex-Trainer Marco Rose trat leicht zurück. Was Rose, Farke und Schiedsrichter Ittrich zu den Beleidigungen zu sagen hatten.

Das Innere des Borussia-Parks mied Marco Rose zunächst. Das Vorgespräch gab der ehemalige Gladbach-Manager Rechteinhaber „Sky“ in der Gemischten Zone des Stadions, sodass nur die Spieler von RB Leipzig vor der Party ein Buh-Konzert der Borussia-Fans über sich ergehen lassen mussten

„RB nicht akzeptieren!“ es war das erste Transparent, das die Ultras am Zaun der Northern Grade angebracht hatten. Es war das erste Zeichen des Protests gegen den ungeliebten “Bau” der Sachsen, der sich dank Millioneninvestoren aus Österreich in kürzester Zeit in der höchsten Spielklasse der Bundesliga etablieren konnte.

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Foto: dpa / Federico Gambarini

Proteste gegen RB hatte es in den Jahren zuvor immer wieder gegeben, doch nun wurde die Antipathie durch Roses Bekenntnis zu seiner Heimatstadt Leipzig und den bevorstehenden Einstieg von Max Eberl bei RB geschürt. Rose hatte eineinhalb erfolgreiche Jahre bei Borussia, bevor er im Februar 2021 bekannt gab, dass er seine Ausstiegsklausel ausarbeiten und zu Borussia Dortmund wechseln werde. Unterdessen trat Eberl im vergangenen Januar von seinem Führungsposten bei Gladbach zurück. Er sei erschöpft und brauche Abstand vom Fußballgeschäft, sagte er damals.

Nun ist Eberl wieder bereit für die Bundesliga, was bei Gladbachs FPMG-Fangemeinde für eine deutliche Reaktion sorgte. Das Fan-Projekt veröffentlichte Anfang der Woche einen offenen Brief an Eberl, in dem der ehemalige Manager zugeschlagen wurde. Unter anderem war bei der Pressekonferenz zu seinem Ruhestand von einer „Show“ die Rede. All dies wärmte die Stimmung vor Roses zweiter Rückkehr in den Borussia-Park.

Und wie vor einem Jahr beim 0:1 in Gladbach gegen Borussia Dortmund wurde Rose mit Buh-Rufen begrüßt, als er Arm in Arm mit seiner Daniel-Farke-Nummer das Stadion betrat. Am Ende des Spiels musste der Leipziger Manager einige unschöne Gesänge ertragen. Und nach dem Spiel ertönten „Rose raus“-Rufe aus der Gladbacher Ecke, in Anspielung auf die zweite Pflichtspiel-Niederlage der Sachsen in Folge. „Ich weiß nicht, ob man all dem eine Plattform geben sollte“, sagte Rose nach dem Spiel über die Beschimpfungen. „Ich habe es wirklich genossen, heute hier zu sein, ich habe viele Leute getroffen, die ich mag. Das sind die Dinge, die mir wichtig sind. Von dem Tag an, an dem ich meine Entscheidung getroffen hatte, fehlte allem anderen jegliche Objektivität. Deshalb muss ich das so akzeptieren.”

Zu Beginn des Spiels hatten sich die Borussia-Fans jedoch darauf konzentriert, die eigene Mannschaft anzufeuern, solange sie selbst am Ball waren. Als RB Leipzig jedoch in Ballbesitz kam – und dies erstmals nach 45 Sekunden durch Torhüter Peter Gulacsi – pfiffen die Fans ohrenbetäubend, was sicherlich jeden unsympathischen Zuschauer in Leipzig dazu veranlasste, sich nach einem hohen Ball zu sehnen Gladbach. Besitzprozentsatz. Die Borussen konnten ihre frühen Anpfiffe jedoch vergessen, als Jonas Hofmann in der zehnten Minute das 1: 0 für Gladbach erzielte.

Diese Protestform endete nach 19 Minuten, bezogen auf das Gründungsjahr der Borussia 1900. Auch das Banner verschwand vom Zaun, stattdessen gab es Konfetti, Fahnen und Gesänge. Von da an lag der Fokus auf der Unterstützung des eigenen Teams: Die Fans hatten nun klare Ansagen für Max Eberl. In wenigen Abständen zeigten sie Transparente, mit denen sie den 48-Jährigen vehement angingen.

„Monate Poker spielen mit seelenloser Statur – Max Eberl, dein Sinneswandel macht uns krank“, war auf dem ersten Banner zu lesen, dann: „Niemand hier wird je vergessen, wo wir herkommen und wohin du gehst.“ Der dritte Das Zeichen in diese Richtung war noch deutlicher, also reagierte auch Schiedsrichter Patrick Ittrich und warnte den Stadionsprecher, dass das Spiel abgebrochen würde, wenn das Zeichen nicht sofort weggehe -0 Führung zur Halbzeit.

Schiedsrichter Ittrich kommentierte das Plakat nach dem Spiel in einem Fernsehinterview mit „Sky“, in dem RB Leipzig als „Hurensohnverein“ bezeichnet und auch deren Trainer und designierter Sportdirektor mit dem H. -Wort: „Ich selbst habe das wahrgenommene Banner. Bei Bannern mit Beleidigungen und Beleidigungen habe ich eine relativ kurze Leine. So etwas sollte vermieden und klare Maßnahmen ergriffen werden“, sagte Ittrich.

Borussen-Manager Daniel Farke machte sich derweil keine Sorgen, dass das Spiel im schlimmsten Fall hätte abgebrochen werden müssen. „Ich habe Borussia Mönchengladbach in den letzten drei Monaten als einen Verein voller Stil und Klasse kennengelernt, und das gilt auch für die Fans. Wenn Sie in einem traditionellen Club sind und dort viel Aufregung herrscht, übertreiben Sie es manchmal und manchmal überschreiten Sie ein bestimmtes Niveau, was nicht gut ist. Aber ich denke, so habe ich unsere Fans kennengelernt: Wenn Sie das tun, reagieren Sie relativ schnell und greifen auf gesunde Weise wieder ein. Deshalb hatte ich nie Angst, dass etwas eskalieren könnte“, sagte Farke, der sonst nur Fragen zum Erfolg und 3:0 seiner Mannschaft beantworten durfte.

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