Die NASA stürzt die Sonde in einen Asteroiden

Um die Erde künftig besser vor den Gefahren aus dem All zu schützen, werden nun die Folgen der Kollision im Detail untersucht.

Klingt wie aus einem Hollywood-Film, ist aber eine NASA-Mission: Dienstagnacht um 1.14 Uhr deutscher Zeit wird eine Sonde der US-Raumfahrtbehörde erstmals gezielt und direkt auf einen Asteroiden prallen und sich dabei verändern. seine Flugbahn. Laut NASA steht bei der Dart-Mission (Double Asteroid Redirection Test) nichts Geringeres als die „Zukunftssicherheit der Erde“ auf dem Spiel.

„DART ist die erste Mission, die versucht, mit einem direkten Experiment ein gefährliches Objekt zu vertreiben“, sagt Thomas Zurbuchen, Chief Science Officer der NASA. “Ich kann an dieser Stelle sagen: Das Team ist bereit. Die Bodenkontrollsysteme sind bereit und das Raumschiff ist intakt und auf dem besten Weg zum Einschlag”, sagte Projektleiter Edward Reynolds vor einigen Tagen auf einer Pressekonferenz

Das Ganze erinnert sehr an Hollywood-Filme wie „Armageddon – Das Jüngste Gericht“, in dem Stars wie Bruce Willis und Ben Affleck 1998 mit einem komplizierten und gefährlichen Manöver in kürzester Zeit einen direkt auf die Erde zusteuernden Asteroiden zerstörten. Aber: Die 330-Millionen-Dollar-Mission der NASA ist unbemannt, und der Ziel-Asteroid Dimorphos rast auch nicht auf die Erde zu, aber nach Berechnungen der NASA stellt sie derzeit keine Gefahr dar. ein vorsichtiger erster Versuch, um zu sehen, ob es möglich ist. verändern auf diese Weise die Flugbahn eines Asteroiden. Die NASA hofft zu erfahren, wie die Erde vor herannahenden Asteroiden geschützt werden könnte.

Die Raumfahrtbehörde beschäftigt sich seit vielen Jahren damit. Ein Asteroideneinschlag vor etwa 66 Millionen Jahren beispielsweise wird von Wissenschaftlern als die führende Theorie für das Aussterben der Dinosaurier angesehen. Derzeit kennen Wissenschaftler keinen Asteroiden, der direkt auf die Erde zusteuern könnte, aber Forscher haben etwa 27.000 Asteroiden in der Nähe unseres Planeten identifiziert, etwa 10.000 davon mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern.

Die im November mit einer Falcon-9-Rakete aus dem US-Bundesstaat Kalifornien gestartete Sonde Dart, eine etwa 610 Kilogramm schwere würfelförmige Rakete mit einer Kantenlänge von knapp zwei Metern, ist seit rund zehn Monaten auf dem Weg zu seinem Ziel. “Asteroid Dimorphos: We’re gonna get you”, twitterte die Nasa kurz nach dem Start. Laut NASA wird die Sonde Dimorphos erst etwa anderthalb Stunden vor dem Aufprall bei einer Geschwindigkeit von 6,6 Kilometern pro Sekunde mit ihrer Kamera fokussieren können. Das Flugobjekt genau auf den Asteroiden zu lenken, sei “unglaublich schwierig”, sagt Nasa-Manager Evan Smith. Dimorphos hat einen Durchmesser von etwa 160 Metern und ist eine Mondart, die den größeren Asteroiden Didymos umkreist. Die Mission ist so konzipiert, dass die beiden Asteroiden auch nach dem Einschlag der Sonde, die nur eine Kamera an Bord hat, keine Gefahr darstellen.

Nach dem Aufprall wird die etwa 12-stündige Umlaufbahn von Dimorphos voraussichtlich um mindestens 73 Sekunden und möglicherweise bis zu 10 Minuten verkürzt. Erst dann beginnt die eigentliche Arbeit der Wissenschaftler: zu untersuchen, was genau vor, während und nach dem Einschlag passiert ist und was es für den Schutz der Erde bedeuten könnte. Der Einschlag von zwei Mini-Satelliten sollte beobachtet werden. 2024 wird die Mission Esa Hera für noch detailliertere Untersuchungen beginnen.

Dart sei eine “Testmission”, betont Nasa-Managerin Andrea Riley. „Auch wenn wir nicht punkten, werden wir trotzdem viele Daten sammeln können. Deshalb testen wir. Wir wollen es jetzt tun und nicht, wenn es ein echtes Problem gibt.“

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