BR-Navigation Bayern 2 Herzinfarkt Vorbeugung und Behandlung eines Herzinfarkts

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Generell gilt: Bei einem Herzinfarkt platzt nicht das Herzkranzgefäß als Ganzes, sondern eine Ablagerung in seinem Inneren. Dieser Belag oder Plaque hat sich im Zuge der Arteriosklerose gebildet.

Experte:

Ärztin Christa Bongarth, Ärztliche Direktorin des Klinikums Höhenried, Fachärztin für Innere Medizin, Kardiologie, Innere Intensivmedizin, Sportmedizin, Ernährungsmedizin, Präventive Herz-Kreislauf-Medizin DGPR

Träne eines Panzers

Diese Ablagerung oder Plaque verengt das Gefäß, das oft nur wenige Millimeter im Durchmesser misst. Dadurch wird der Blutfluss beschleunigt und der Druck auf die Gefäßinnenwand erhöht. All dies kann zu einer so starken Belastung führen, dass der Tank bricht.

Der Körper platziert sozusagen ein Blutgerinnsel über diesem Riss in einer Koronararterie, um den Fleck zu reparieren. Was aber gut funktioniert, wenn die Haut auf der Außenseite geschnitten wird, führt dazu, dass sich der Behälter ganz schnell schließt. Die Folge: Blut kann nicht mehr durch das Gefäß fließen und dadurch werden Teile des Herzens nicht mehr versorgt.

Wird das Muskelgewebe des Herzens nicht mehr durchblutet, ist dies vergleichbar mit einer verstopften Gasleitung, durch die kein Gas in den Motor gelangt, bis dieser streikt. Ähnlich versorgt das Blut im menschlichen Körper das Herzmuskelgewebe mit dem Sauerstoff, den es zum Überleben braucht. Erfolgt kein Nachschub, ist das Herzmuskelgewebe zunächst nur „beleidigt“, kommt die Durchblutung jedoch nicht wieder, stirbt das Gewebe ab.

Grundlage eines Herzinfarkts ist meist eine Ablagerung oder Plaque in der Herzkranzarterie, die aus Cholesterin, Muskelzellen und Entzündungszellen besteht. Es gibt mehrere Auslöser für seine Entstehung.

Wichtige Faktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren sind Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Diabetes. Ein Risiko besteht auch, wenn Patienten eine familiäre Vorgeschichte haben, also wenn Familienmitglieder vor dem 60. Lebensjahr Gefäßerkrankungen entwickelt haben. Auch Übergewicht spielt eine wichtige Rolle: Es kommt auf die Fettverteilung an, denn tiefes Bauchfett ist besonders riskant.

Rauchen macht die Blutgefäße unelastisch

Rauchen ist so gefährlich, weil es die innere Auskleidung der Koronararterien angreift. Diese innere Schicht sorgt für die Elastizität des Gefäßes (Endothel) und bildet Stickstoffmonoxid. Rauchen wirkt dem entgegen und macht die Gefäße unelastisch.

physische Inaktivität

Wenn Sie ein paar Kilo Übergewicht haben, aber körperlich aktiv sind, haben Sie eine bessere Chance, einen Herzinfarkt zu vermeiden. Generell gilt, dass Sie viele Risikofaktoren durch Sport reduzieren können.

„Also der Ratschlag lautet: Reißen Sie sich zusammen, nehmen Sie Ihr schwächeres Ich an die Leine und gehen Sie regelmäßig raus.“ Dr. Christa Bongarth, Leitende Kardiologin der Klinik Höhenried

Alter und Geschlecht

Generell gilt: Je älter man wird, desto höher ist das Herzinfarktrisiko. Grund dafür ist der normale Alterungsprozess der Blutgefäße. Allerdings sind Männer häufiger betroffen als Frauen, da sie früher an Arteriosklerose erkranken. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Einerseits haben Männer im Allgemeinen mehr Risikofaktoren und
  • Zweitens sind Frauen bis zum Einsetzen der Wechseljahre durch Hormone (Östrogene) teilweise geschützt.

Psychosoziale Stressfaktoren

Depressionen und Depressionen haben den gleichen Stellenwert wie andere Risikofaktoren erreicht. Stress als Auslöser für einen Herzinfarkt ist ein sogenannter indirekter Faktor: Entscheidend ist, wie Sie damit umgehen und ob Sie ihn sehr negativ bewerten oder nicht. Wer dazu neigt, sich oft und über viele Dinge zu ärgern, ist gefährdeter als andere.

Um einen Herzinfarkt zu diagnostizieren, fragt der Arzt zunächst nach Symptomen, führt Bluttests und ein EKG durch. Nach einem Herzinfarkt ist auf dem Ultraschallbild oft eine Herzbewegungsstörung zu erkennen, da sich der nicht durchblutete Bereich des Herzens nicht mehr ausreichend bewegt.

Charakteristische Beschwerden: Bezeichnend für einen Herzinfarkt ist ein extremer und unvergleichlich zerstörerischer Schmerz hinter dem Brustbein, der alarmierend ist. Es hört oft nicht auf, aber manchmal kommt und geht es. Manchmal strahlen diese Schmerzen in den linken oder rechten Arm, Rücken, Nacken, Kiefer oder Oberbauch aus.

Wichtig: keine Zeit verlieren!

Wer starke, nicht zuordenbare Schmerzen verspürt, sollte sofort die 112 anrufen und „Verdacht auf Herzinfarkt“ sagen. Der Rettungsdienst muss innerhalb von 15 Minuten da sein, um den Patienten in die Klinik zu bringen.

Brustschmerzen

Viele Patienten beschreiben die Schmerzen als

  • wie ein Gürtel, der sich um seine Brust strafft, oder
  • wie ein Elefant, der auf seiner Brust steht.

Also ein großes Gefühl der Beklemmung oder ein enormes Gewicht, wie der Schmerz der Vernichtung. Stechende Schmerzen hingegen sind bei einem Herzinfarkt eher selten.

Ungewöhnliche Beschwerden

Atypische Beschwerden können im Oberbauch oder zwischen den Schulterblättern auftreten, beispielsweise bei einem Hinterwandinfarkt. Dies betrifft sowohl Männer als auch Frauen, obwohl letztere häufiger sind. Manche Patienten haben extreme Kieferschmerzen, andere Atemnot. Besonders ältere Patienten berichten jedoch oft über keine Schmerzen, obwohl sie verwirrt sein können.

Frauen und Männer reagieren unterschiedlich

Frauen erzählen ihrem Arzt meist viel später von einem Herzinfarkt als Männer, oft weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Männer neigen dazu zu glauben, dass sich das Problem von selbst löst und warten oft zu lange. Das gilt auch für ältere Menschen, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie schwer krank sind und Hilfe brauchen.

Manchmal erscheinen Warnzeichen

Einige Patienten erzählen den Ärzten später, dass sie, obwohl sie extreme Schmerzen hatten, diese nicht dem Herzen zuschrieben.

„Es ist sehr oft so, dass sich der Herzinfarkt nicht ankündigt, sondern einfach so kommt, als wäre der Lichtschalter an. Denn der Riss ist plötzlich da und der Körper reagiert in diesem Moment.“

Dr. Christa Bongarth, Leitende Kardiologin der Klinik Höhenried

Auch Beschwerden im Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung, wie Atemnot oder plötzlicher Leistungsabfall, sollten ernst genommen werden. Obwohl dies nicht unbedingt Anzeichen eines bevorstehenden Herzinfarkts sind, können sie darauf hindeuten, dass etwas mit dem Herzen nicht stimmt. Es kann zum Beispiel auch ein Zeichen dafür sein, dass Sie beim Wandern plötzlich keine Luft mehr bekommen, was vorher nicht der Fall war, oder dass Sie einen leichten Druck in der Brust spüren, der in Ruhe wieder nachlässt.

Bei einem Herzinfarkt ist der Patient weniger gefährdet, da das Herzkranzgefäß verschlossen wurde. Sie sterben hauptsächlich, weil bestimmte Teile des Herzens nicht mehr genug Sauerstoff haben und dies zu Herzrhythmusstörungen führen kann.

Herzrhythmusstörungen

Herzgewebe reagiert geradezu beleidigt auf den Sauerstoffmangel, wodurch es sauren Abfall bildet. Hält der Zustand an, wird mit der Zeit der gesamte Säure-Basen-Haushalt und Mineralstoffhaushalt gestört. Dies führt zu Herzrhythmusstörungen, was einen Herzinfarkt so gefährlich macht. Wenn ein Patient bewusstlos wird, sollte mit der Wiederbelebung begonnen werden.

Gefährliches Kammerflimmern

Hat ein Patient eine große Koronararterie als Hauptstamm, sind die Überlebenschancen sehr gering, da der Sauerstoffmangel die elektrische Erregung des Herzens komplett stört. Oft entwickelt es sofort Herzrhythmusstörungen und kann sterben. Etwa ein Drittel der Herzinfarktpatienten sind betroffen und schaffen es nicht lebend ins Krankenhaus.

Legen Sie zunächst einen Herzkatheter ein

Kommt ein Patient mit der Diagnose Herzinfarkt ins Krankenhaus, wird er zunächst zum Kathetertisch geführt, wo die Ärzte das verstopfte Herzkranzgefäß wieder öffnen. Früher wurden zunächst Medikamente gespritzt, um das Blutgerinnsel aufzulösen, heute wird der Verschluss mit Hilfe eines Drahtes, eines Ballons und meist durch das Einsetzen eines Stents geöffnet. Die Wiederherstellung des Blutflusses ist die wirksamste Prophylaxe gegen Herzrhythmusstörungen.

Öffnen Sie das Glas schnell

Bei Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, wird unter Durchleuchtung ein Katheter entweder durch die Leiste zum Herzen oder durch den Arm bis zu der Stelle eingeführt, an der ein Puls zu spüren ist. Von dort schieben die Ärzte einen Draht ins Herz. Mit Hilfe eines aufblasbaren Ballons kann dann die Durchblutung wiederhergestellt werden. Außerdem kann das Gefäß mit einem Stent geöffnet werden oder eine Bypass-Operation erforderlich sein.

“Zeit ist Muskel”

Ist das verstopfte Gefäß kleiner oder öffnet es sich innerhalb der ersten dreißig Minuten wieder, kann sich das Herz in der Regel regenerieren. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei kleineren Gefäßen und Seitenästen höher als bei größeren. Oft kann sich das Herz noch erholen, wenn es in den ersten Stunden behandelt wird, dauert es länger, aber der Schaden bleibt oft bestehen.

Nach Eröffnung des Herzkranzgefäßes werden alle Herzinfarktpatienten auf der Intensivstation mit einem Monitor auf Herzrhythmusstörungen überwacht, auch wenn sie keine Schmerzen mehr haben. Denn gerade im…

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