12.000 Menschen in Tirol leiden an Demenz. 2030 könnten es 16.000 sein. Grund für diesen Anstieg sei die immer weiter steigende Lebenserwartung, erklärt Josef Marksteiner, Leiter der psychiatrischen Abteilung am Klinikum Hall: „Denn das Alter ist der größte Risikofaktor für Demenz.“ Wenig Bewegung, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel oder Diabetes. es kann auch das Demenzrisiko erhöhen.
Früherkennung ist entscheidend
Symptome wie Vergesslichkeit oder Gedächtnisprobleme sollten ernst genommen und beim Hausarzt und anschließend in der Gedächtnisambulanz abgeklärt werden. Es muss nicht immer Demenz sein: „Am Ende des Tages kann auch das Licht kommen“, sagt der Primar.
Viele Patienten würden aus Angst nicht ins Krankenhaus gehen, wenn sie Symptome hätten. Früherkennung sei wichtig, sagt Marksteiner: „Man kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Das geht mit Medikamenten oder anderen etablierten Möglichkeiten. Dazu gehören zum Beispiel Bewegungs- und Musiktherapie oder Gedächtnistraining. Wir versuchen, diese Therapieformen einzusetzen.“ frühzeitig”, sagt Marksteiner.
Ein Frühleider und sein Assistent erzählen die Geschichte
Bei Norbert Wieser wurde vor sechs Jahren Parkinson diagnostiziert. Die Folge war Demenz. Seitdem ist nichts in seinem Leben mehr wie zuvor.
Tirol hat ein breites Beratungsangebot
Mit der Beratung und Betreuung in Tirol ist Marksteiner zufrieden. Im Vergleich der Bundesländer liegen Sie vorne. In der Stadt Innsbruck haben sich verschiedene Organisationen, von der Caritas über die Tirol Kliniken bis hin zur Volkshilfe, zur „Plattform Demenzfreundliche Stadt Innsbruck“ zusammengeschlossen. Ziel ist es, den Betroffenen eine adäquate Versorgung anzubieten und das bestehende Angebot besser aufeinander abzustimmen.
Demenzdienstleister Caritas will Menschen eine Stimme geben. Ziel sei es, die Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz zu fördern, sagt Demenzhelferin Petra Knoflach: „Wir wollen den Menschen vermitteln: Wenn du merkst, dass ich, meine Frau oder meine Kinder überfordert sind, dann trau dich auch. Hilfesuche. Du bist nicht allein.“
ORF Tirol Petra Knoflach mit dem früh betroffenen Norbert Wieser
Demenzstationen überfüllt
Ein Problem zeichnet sich jedoch auf Demenzstationen in Pflege- und Pflegeheimen ab. Der allgemeine Pflegefachkräftemangel treffe diese Abteilungen hart, sagt Josef Marksteiner: „Niemand bleibt ohne Versorgung. Aber es kommt zu längeren Wartezeiten auf Heimplätze und damit zu längeren Krankenhausaufenthalten. Dadurch können Akutplätze nicht besetzt werden.“ . Außerdem wird ein Großteil der Last unter den Familienmitgliedern umverteilt. Weil es nicht anders geht.“
Angehörige brauchen laut Marksteiner eine intensive Betreuung, Schulung und Rechtsberatung, um diese Situation zu meistern. Die Pflege eines Menschen mit Demenz zu Hause ist sehr schwierig.