Kritik an der Rüstungsindustrie Deutschland hat nur Munition für ein, zwei Kriegstage
10.08.2022 19:26
Würde Deutschland sofort in einen Krieg verwickelt, könnte der Bundeswehr sehr schnell die Munition ausgehen. Manche Experten gehen von maximal zwei Tagen aus, bis die Munition zur Neige geht. Die Branche klagt, Deutschland gebe auf, reproduziere aber nicht.
Laut einem Medienbericht würde der Bundeswehr im Kriegsfall in maximal zwei Tagen die Munition ausgehen. Das berichtet das Magazin „Business Insider“ unter Berufung auf übereinstimmende Angaben von Vertretern der Rüstungsindustrie, Experten und Verteidigungspolitikern im Bundestag. “Allein für den Kauf von Munition werden wir 20 Milliarden Euro zusätzlich brauchen”, sagte die Verteidigungskommissarin des Deutschen Bundestages, Eva Högl, dem Magazin.
Es gebe auch nicht genügend Munitionslager, sagte Högl. “Hier gibt es noch viel zu tun.” Im Zuge des Krieges in der Ukraine hat die Bundesregierung einen Sonderfonds von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr geschaffen. Laut „Business Insider“ muss die Munition allerdings aus dem aktuellen Verteidigungsetat bezahlt werden, nicht aus dem Sonderfonds.
Vertreter der Rüstungsindustrie kritisierten das Vorgehen des Bundesverteidigungsministeriums. Dies reagierte nicht auf Gebote der Industrie, schneller und mehr zu produzieren. „Diese Situationsbeschreibung wird sich natürlich nicht verbessern, wenn Munition aus den Beständen der Bundeswehr geliefert wird und nicht gleichzeitig die entsprechenden Bestellungen aus der Industrie erfolgen“, sagte Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutsche Sicherheit. und Verteidigungsindustrie (BDSV) im “Business Insider”.
Dem Magazin zufolge hinken Deutschlands Munitionsvorräte ihren Verpflichtungen weit hinterher. Nach einer Nato-Vorgabe sollen die Reserven mindestens 30 Tage reichen, heißt es in dem Bericht.