Chronik
Babysitter in Wien dringend gesucht. Aufgrund der Pandemie sind in den letzten zwei Jahren mehr als die Hälfte der festangestellten Arbeitnehmer verloren gegangen. Einer der Gründe ist die pandemiebedingte Veränderung der Familien- und Arbeitsbedingungen.
09.10.2022 05.00
Ab heute, 5.00 Uhr online
Unter dem Motto „Volle Mine! – Entdecke den schönsten Job der Welt“ werden in Wien händeringend Babysitter gesucht. Viele haben in den vergangenen zwei Jahren den Arbeitsplatz gewechselt oder sind gegangen, wie Anita Koppenhofer-Kaufmann, Leiterin der Kinderbetreuung beim Wiener Hilfswerk, sagt: „Wir suchen 20 bis 30 Betreuerinnen und Betreuer beim Wiener Hilfswerk.“
Schreiende Kinder im Home Office
Vor allem veränderte familiäre Verhältnisse durch die Pandemie führten zum Rückgang. „Es gab Trennungen und Scheidungen. Der Arbeitsplatz des Ehepartners wurde ins Homeoffice verlegt. Natürlich ist es schwierig, wenn Ihr Ehepartner zu Hause ist und allein sein möchte und fünf Kinder neben Ihnen schreien. Das funktioniert nicht so gut“, sagte Koppenhofer-Kaufmann.
Insgesamt gibt es in Wien drei große Trägervereine, die Tagesmütter fest anstellen; Neben dem Hilfswerk sind es die Volkshilfe und der Verein Eltern für Kinder. Alle drei haben derzeit rund 100 Stellenangebote für die Kinderbetreuung. Die Nachfrage steigt nach Angaben des Bundeseltern- und Elternbeirats auch deshalb, weil es für Kindergärten und Kindertagesstätten teilweise lange Wartelisten gibt.
Hohe Nachfrage bei Kindern mit Behinderungen
Bei Kindergärten und Kindergärten komme es auf den Landkreis an, sagt Koppenhofer-Kaufmann. In Stadtteilen, in denen neue Kindergärten eröffnet werden, ist die Nachfrage nach Betreuungskräften geringer. Eltern entscheiden sich jedoch oft bewusst dafür, ihre Kinder in kleinen Gruppen zu erziehen. “Wo die Nachfrage massiv ist, ist bei Kindern mit Behinderungen”, sagt er. “Babysitter werden eindeutig bevorzugt.” Auch von der Stadt Wien erwartet die Hilfsorganisation in diesem Bereich mehr Unterstützung.