Mit dem letzten Sprung zum Erfolg. © Elektronische Kunst
1991 erschien das erste von Electronic Arts entwickelte Eishockeyspiel auf Sega MD. In Europa hieß das Spiel noch „EA Hockey“, weil NHL-Lizenzen nur für den amerikanischen Markt erworben wurden. Es war der Beginn einer Ära, die bis heute andauert. Seitdem veröffentlicht EA jedes Jahr ein NHL-Spiel und verwandelt das gemütliche Wohnzimmer in einen Kühlschrank. Doch die alljährliche Frage lautet: Lohnt sich der Kauf für jemanden, der bereits den Vorgänger gespielt hat? Oft musste dies mit Nein beantwortet werden. EA hat sich viel Mühe mit NHL 22 gegeben, und dank der Frostbite-Engine konnte das Spiel endlich mit den anderen Sportserien von EA mithalten.
In diesem Jahr sind die Änderungen etwas weniger auffällig und hauptsächlich ästhetisch. So gesehen ist NHL 23 kein Pflichtkauf. Denn Fortschritt gegenüber dem Vorgänger reicht einfach nicht aus. Allerdings spürt man, dass EA mit der Serie auf dem richtigen Weg ist. NHL 23 fühlt sich dank Gameplay-Verfeinerungen etwas realistischer und dank audiovisueller Optimierungen noch lebendiger an. Grafisch sind es Details wie Schlittschuhspuren, Schatten oder Lichteffekte, die die Aufmachung des Spiels vom Vorgänger unterscheiden.
Sengende Atmosphäre auf Eis © Electronic Arts
Grundsätzlich bietet NHL 23 die gleichen Modi wie sein Vorgänger und hat somit spielerisch einiges zu bieten. Die größte Änderung hier ist der wahrscheinlich beste Modus, der Franchise-Modus, in dem Sie dieses Jahr auch eine separate Liga mit Regeln und Teams außerhalb der NHL erstellen können. eine DIY-Karriere sozusagen. Beim Be-A-Pro-Rennen bleibt so ziemlich alles beim Alten. Es ist spannend, seinen eigenen Player einzurichten und damit zu spielen, aber der Modus kann nicht wirklich beansprucht werden.
Eine weitere Änderung findet sich in Hockey Ultimate Team, wo Frauen und Männer nun gemeinsam und gegeneinander auf dem Eis stehen. Das wirkt zunächst etwas seltsam, sorgt aber immerhin für frischen Wind, denn ansonsten bleibt der Modus eine Kopie des Vorgängers. Natürlich ist es, ähnlich wie bei der FIFA-Serie, großartig, sein eigenes Lieblingsteam in fantastischem Stil zusammenstellen zu können. Aber ohne zusätzliches Geld in das Spiel zu investieren, dauert es eindeutig zu lange.
Auch Frauen wissen mit dem Puck umzugehen. © Elektronische Kunst
Die NHL-Serie macht in NHL 23 weiterhin Spaß. Ihre eigenen Torhüter sind nicht annähernd so stark wie der Gegner, und technisch gesehen wirft das Spiel auch den einen oder anderen kleinen Flip mit einigen Lockouts und schwarzen Bildschirmen ein. Aber das sind nur Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen kann. In Sachen Gameplay und Grafik wird die Serie von Jahr zu Jahr besser und auch wenn dieser Jahrgang nur kleine Sprünge macht – wer schon länger kein NHL-Spiel mehr gesehen hat, kann mit diesem Teil nichts falsch machen.