Ab Wochenbeginn Anleger vermeiden Risiken

Marktbericht

Stand: 21.11.2022 18:14

Zu Wochenbeginn setzte der DAX seinen bisherigen Konsolidierungskurs fort. Investoren suchen daher weiterhin nach neuen Stimuli und halten sich bedeckt.

Anfang der Woche gelang es dem DAX nicht, von der kurzen Rally am Freitag zu profitieren. Deutschlands Leitindex beendete den Handel mit 14.379 Punkten, einem moderaten Tagesverlust von 0,39 Prozent. Die Schwankungen waren heute überschaubar, Tagestief lag bei 14.321 Punkten, Tageshoch am Nachmittag bei 14.425 Punkten. Der MDAX, der Index der Durchschnittswerte, verlor 0,77 Prozent auf 25.547 Punkte.

Damit setzte sich die jüngste Konsolidierung an den Aktienmärkten fort, nachdem zuvor der Abbau von Zinssorgen die Märkte deutlich beflügelt hatte. Anleger suchen derzeit nach neuem Auftrieb, gleichzeitig ist trotz vieler Rezessionswarnungen von Ökonomen und anhaltender Zinsängste keine Rede von einer größeren Verkaufsneigung.

Die „Bullen“ (Käufer) und „Bären“ (Verkäufer) neutralisieren sich gegenseitig. Ungeachtet der aktuellen Abschläge bleibe die Aufwärtsdynamik bestehen, erklärte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. „Der Aufwärtstrend des DAX ist intakt“, sagte der Analyst. Unterstützung kommt derzeit auch von fallenden Ölpreisen.

Die Experten der DekaBank sind dagegen etwas vorsichtiger: „Was für einen länger anhaltenden Aufschwung fehlt, ist eine fundamentale Begründung, etwa eine verlässliche Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne.“

Zwischen Verbraucherhoffnungen und Chinas Ängsten

Aus saisonaler Sicht besteht jedoch Hoffnung, dass die Preise zunächst steigen werden. Die technischen Analysten von HSBC weisen auf die statistische Besonderheit der „Thanksgiving Rally“ am US-Aktienmarkt hin. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben US-Benchmarks in der Thanksgiving-Woche durchschnittlich um 0,6 Prozent zugelegt.

In den USA ist Donnerstag ein Feiertag (Thanksgiving). Das Weihnachtsgeschäft beginnt traditionell am darauffolgenden Freitag, dem Brückentag, umgangssprachlich „Schwarzer Freitag“. Gutes Verbraucherverhalten könnte dem Markt neue Impulse geben und auch Auswirkungen auf die europäischen Märkte haben.

Wirtschaftsupdate vom 21.11.2022

Anne-Catherine Beck, HR, 21.11.2022 09:55

Anfang der Woche waren Anleger auf beiden Seiten des Atlantiks jedoch besorgt über das Wiederaufflammen der Coronavirus-Pandemie in China. In der Hafenstadt Guangzhou wurde ein Viertel für fünf Tage abgeriegelt.

„Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Null-Covid-Strategie können vorerst zurückgestellt werden“, sagt Portfoliomanager Thomas Altmann vom Anlageberater QC Partners. Chinas strikte Anti-Corona-Politik gilt als eines der größten Risiken für das globale Wirtschaftswachstum und wirkt sich auch negativ auf die Ölpreise aus.

Die Ölpreise stürzen ab

Die Ölpreise stürzten heute ab und setzten damit die Talfahrt der letzten Woche fort. Marktbeobachter verwiesen auf einen Pressebericht über eine mögliche Produktionssteigerung des Ölverbands OPEC+, der die Nachmittagsnotierungen stark beeinflusste.

Ein Barrel (159 Liter) Nordsee-Rohöl der Sorte Brent war am späten Nachmittag etwa 4,5 Prozent niedriger als ein Barrel US West Texas Intermediate (WTI). Es zahlt derzeit etwa 2,4 Prozent weniger bei knapp 85 USD pro Barrel im volatilen Handel.

Der Markt hat sich auch auf eine aktuelle Prognose der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs zur Entwicklung des Ölpreises bezogen. Bankenexperten haben ihre Brent-Preisprognose auch wegen der Corona-Maßnahmen in China gesenkt.

Der jüngste Rückgang der Ölpreise hat einen Rückgang fortgesetzt, der sich letzte Woche aufgrund wachsender Bedenken hinsichtlich der Weltwirtschaft und einer schwächeren Nachfrage beschleunigt hatte. Nordsee-Rohöl ist seit Monatsbeginn um mehr als 13 Prozent im Preis gefallen.

Die Wall Street rutscht in die roten Zahlen

Auch in New York verlassen die Anleger die Absicherung nicht. Nach einem uneinheitlichen Start sind alle Indizes ins Minus gefallen. Auch der Dow Jones, der Leitindex der Standardwerte, verliert derzeit rund 0,3 Prozent. Die als besonders zinssensitiv geltende Technologiebörse Nasdaq rutschte weiter ins Minus und verlor rund 1 Prozent.

„Die Erholungsrallye ist in der vergangenen Woche ins Stocken geraten, da die Kommentare der US-Notenbank stärker waren als von den Anlegern erwartet. “, kommentierte er. Orlando-Läufer Craig Erlam.

Dollar steigt wieder: Der Inflationsdruck in Deutschland lässt nach

Mit der lebhaften US-Zinsdiskussion im Gepäck scheint der Dollar seine jüngste Schwächephase überwunden zu haben. Gleichzeitig fiel der Euro um etwa 0,8 Prozent auf 1,0240 $. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs auf 1,0246 $ (Freitag: 1,0366 $) fest.

In Deutschland sind die Erzeugerpreise im Oktober gegenüber dem Vormonat um 4,2 Prozent gefallen. Dies war der erste Rückgang seit Mai 2020. Während der jährliche Anstieg mit 34,5 Prozent weiterhin sehr hoch ist, liegt er deutlich unter dem Septemberwert von 45,8 Prozent. Auch die Erzeugerpreise wirken sich mit Verzögerung auf das Gesamtniveau der Verbraucherpreise aus

Aus…

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