Fachkräftemangel in der Schweiz erreicht «beispiellose Dimensionen»

Fachkräftemangel nimmt rekordverdächtig zu

“Noch nie dagewesene Dimensionen” in diesen Branchen

Informatiker, Ingenieure, Gesundheitsfachkräfte: Fachkräfte sind gefragt. Eine neue Studie zeigt nun, wie groß der Bedarf ist und welche Branchen besonders betroffen sind.

1/7

Der Fachkräftemangel in der Schweiz erreiche eine «beispiellose Dimension». Zum Beispiel in der IT, wie hier bei Google in Zürich, …

Sarah Frattaroli stellvertretende Leiterin Wirtschaft

Der Hinweis „Kellner gesucht“ ist jetzt Standard am Kneipenfenster. Eine neue Studie zeigt das Ausmaß des Fachkräftemangels in der Schweiz mit neuer Deutlichkeit: Er hat sich innerhalb eines Jahres um 68 Prozent verschärft.

Zu diesem Schluss kommt der Fachkräftemangel-Index des Personaldienstleisters Adecco und der Universität Zürich. Bei der letzten Umfrage vor einem Jahr war die Schweizer Wirtschaft noch von der Corona-Pandemie geprägt. Damit hatte der Fachkräftemangel eine kurze Atempause.

Jetzt ist der Personalmangel wieder mit voller Wucht da. Mit 155 Punkten hat der Index einen neuen Rekord erreicht. Sie übertrifft nicht nur die Krisenjahre, sondern liegt auch deutlich über dem Vorpandemie-Niveau.

Gesundheit, IT, Industrie

Am auffälligsten ist der Personalmangel laut Adecco in den Gesundheitsberufen. Das bedeutet auch, dass Krankenhäuser und Kliniken gezielt aus dem Ausland rekrutieren. Gemäss Schweizerischem Gesundheitsobservatorium stammt ein Drittel des Pflegepersonals aus dem Ausland. Die Autoren der Studie prognostizieren, dass auch die Personalsuche im Ausland immer schwieriger wird, da die Lücke aufgrund einer alternden Belegschaft weiter auseinanderklafft.

An zweiter Stelle der Berufe mit dem größten Fachkräftemangel stehen Informatikerinnen. An dritter Stelle folgen die klassischen Wirtschaftsingenieure wie Maschinenbau- oder Elektrotechniker. Aber auch Polymechaniker und Schlosser werden dringend gesucht.

Alter Guillotine ändert

Auch Gruppen, die zuvor Probleme hatten, eine Stelle zu finden, stehen der Umfrage zufolge inzwischen besser da: Die Arbeitslosigkeit ist bei den über 50-Jährigen um ein Viertel gesunken, bei den Langzeitarbeitslosen fast halb so lange. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass sich der Altersunterschied durch den Fachkräftemangel nach oben verschiebt.

In der Deutschschweiz hat sich der Fachkräftemangel deutlich stärker verschärft als in der lateinischen Schweiz.

Es gibt aber auch Berufsfelder, die nicht betroffen sind: zum Beispiel bei Hilfsarbeitern (unter anderem in der Küche oder in der Land- und Forstwirtschaft), wo es immer noch mehr Arbeitslose als Stellen gibt. Aber auch für sie ist die Stellensuche dank Fachkräftemangel einfacher geworden.

Mehr zum Fachkräftemangel

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *