Crown sorgt weiterhin für Chaos auf AUA-Flügen

27.06.2022 14:21 (27.06.2022 14:43)

Die AUA hat weiterhin mit Flugausfällen zu kämpfen. © APA / HERBERT P.OCZERET

Auch am Montag hatte die AUA weiter mit Flugausfällen wegen Personalausfällen wegen der Krone zu kämpfen. Meldungen über Personalengpässe werden jedoch zurückgewiesen.

Nach der kronenbedingten Streichung von rund 100 Flügen am Wochenende und weiteren 19 am Montag rechnet Austrian Airlines (AUA) am Dienstag mit einer Stabilisierung der Lage.

Bis auf einen Direktflug nach Stuttgart, für den es Ersatz über Hannover gibt, sollen alle Flüge wie geplant durchgeführt werden, teilte die AUA am Nachmittag mit. Passagiere sollten jedoch den Status ihres Fluges überprüfen, bevor sie zum Flughafen gehen.

Berichte über Personalengpässe bei Austrian Airlines

AUA-Chefin Annette Mann hatte vor dem Wochenende gesagt, dass es wie bei anderen Fluggesellschaften, etwa der AUA-Mutter Lufthansa, dank des knappen Arbeitstages und 150 neuen Stellen für das Kabinenpersonal keinen Personalmangel gebe. Unterdessen schreibt das Luftfahrtportal Austrian Wings, die AUA habe im Frühjahr 50 Flugbegleiter mit einer finanziellen Prämie (“Golden Handshake”) aufgefordert, das Unternehmen zu verlassen. Damals war bereits absehbar, dass etwa 150 Flugbegleiter fehlen würden.

Eine Flugbegleiterin wird von „Austrian Wings“ ohne Namensnennung mit den Worten zitiert, das finanzielle Angebot gelte nur, wenn jemand das Unternehmen vor dem Sommer verlasse. Schließlich trennte sich das Unternehmen von 50 erfahrenen Flugbegleitern und 100 weiteren jungen Leuten, die das Unternehmen in Eigenregie verließen. Die Menschen werden jetzt aufgefordert, ihre freien Tage zu arbeiten.

AUA bezieht sich auf Krankenstand bei kurzfristiger Krankheit

Die AUA sagt zur APA: „Aufgrund der neuen Gegebenheiten einer veränderten und reduzierten Flotte und der damit verbundenen Crew-Konfigurationen musste auch Austrian Airlines personelle Anpassungen vornehmen. Mit den beteiligten Mitarbeitern wurden gegenseitige Sozialpakete vereinbart.“ Grundsätzlich hat Austrian Airlines für das geplante Flugprogramm ausreichend personelle Ressourcen in der Kabine. „Leider sind kurzfristige Krankschreibungen nicht vorhersehbar wie bei einer weiteren Kronenwelle.“

Corona-Fälle bei Besatzungen sorgen für immer mehr Flugausfälle bei der AUA

Die AUA ist nur eine von vielen Airlines, die derzeit mit Annullierungen zu kämpfen haben. Doch während bei der AUA vor allem Kronenfälle für Flugausfälle sorgen, streichen andere Fluggesellschaften häufig Flüge wegen Personalmangels an Flughäfen. In Deutschland beispielsweise konnten Tausende Passagiere am Wochenende nicht abheben, weil es Abfertigungsprobleme gab. Die Lufthansa-Mutter der AUA hat bereits rund 3.000 Verbindungen für den Sommer gestrichen. Zuvor hatte es auch Probleme mit dem Passagiermanagement in Amsterdam und London gegeben.

Billigflug zu Ryanair

Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair wurde durch einen Streik des Kabinenpersonals gestoppt. Am Flughafen Charleroi mussten laut belgischen Medien nur 127 Flüge gestrichen werden. Nach Angaben der Gewerkschaften streikten Ryanair-Beschäftigte am Freitag in Belgien, Spanien und Portugal, was zur Annullierung zahlreicher Flüge führte. Ryanair sagte, fast zwei Prozent der 9000 Flüge zwischen Freitag und Sonntag seien betroffen, das wären 180 Verbindungen. Die Gewerkschaften kritisierten Ryanair, die Arbeitsgesetzgebung in den betroffenen Ländern nicht einzuhalten und beispielsweise Mindestlöhne zu umgehen.

FPÖ kritisiert Kronenhilfe für AUA

FPÖ-Verkehrssprecher Christian Hafenecker verwies am Montag in einer Ausgabe auf das 450 Millionen Euro schwere Hilfspaket für die AUA im Rahmen der Corona-Krise. Das Personal wurde jedoch auf eine Teilzeitstelle geschickt oder entlassen. Die AUA war einer der größten Nutznießer der Kronenhilfepolitik der Bundesregierung „um jeden Preis“. Hafenecker forderte, dass das Unternehmen nun alle Möglichkeiten prüfen müsse, das Geld des Unternehmens zurückzubekommen.

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