Die Marke Camacho erinnert an eine Geschichte voller Ereignisse. Es wurde 1961 vom Exilkubaner Simon Camacho ins Leben gerufen. 1995 ging das Feuer auf die ebenfalls aus Kuba stammende Familie Eirora über, die in Honduras Tabakplantagen bewirtschaftete und auch eine Zigarrenfabrik besaß. Dann sorgte Camacho im Jahr 2000 mit seiner Corojo-Linie für Furore.
Er wurde aus Corojo-Tabak hergestellt, den die Eiroras seit 1997 in Honduras anbauen. Es handelt sich um eine alte Sorte aus Kuba, die in den achtziger Jahren widerstandsfähigeren Sorten weichen musste. Eine Handvoll Schmuggelsamen von der Insel bildeten die Grundlage einer Zigarre, die in den Vereinigten Staaten wie eine Bombe einschlug. Die Camacho Corojo war die erste Zigarre in voller Länge. Ihr würziger, vollmundiger Geschmack begeisterte die Kundenschar und löste eine ganze Welle starker Zigarren aus.
2008 übernahm das Schweizer Tabakunternehmen Oettinger Davidoff die Rechte von Camacho und positionierte die Marke 2013 neu. Mit auffälliger Optik und moderaten Preisen wurde die Marke zum Erfolgsgaranten. Allerdings hatte er immer mit Vorurteilen zu kämpfen. Meist mieden Kenner, die an Havanna-Zigarren gewöhnt waren, die Marke, die Zigarren galten als zu leicht und einfach gewebt. Aber haben sie dem Feuer wirklich eine Chance gegeben, Vorurteile auszuräumen? Beim blinden Verkosten kommen vor allem die stärksten Linien von Camacho regelmäßig sehr gut zur Geltung.
Tatsächlich hat Camacho eine lange Füllung, die für jeden Moment des Tages geeignet ist. Die Connecticut-Linie ist perfekt für die Morgenzigarre und für Anfänger, wir geben es zu. Eine sehr weiche und cremige Pflanze, die leicht auf nüchternen Magen genossen werden kann. Das Format beginnt süß mit grasigen und blumigen Noten. Ab dem zweiten Drittel entwickelt die Zigarre ein würziges Aroma mit einem feinen Zusammenspiel von Lakritze und weißem Pfeffer, sehr angenehm.