Genau 4 Jahre später: Lisa Vittozzi an der Spitze

Lisa Vittozzi kann aufatmen: Ihre Durststrecke ist vorbei. ©APA/afp/CHRISTOF STACHE

Diese Frau ist unglaublich! Nach einem mysteriösen Leistungsabfall und einer jahrelangen Dürre steht Lisa Vittozzi plötzlich wieder an der Spitze der Biathlon-Weltklasse. Und mit ihr ist Dorothea Wierer in Hoch.

12. Januar 2023

Von: Alexander Foppa

Es war der 12. Januar 2019, als Lisa Vittozzi mit ausgestreckten Armen die Ziellinie in Oberhof überquerte. Es war der zweite Weltcupsieg seiner Karriere und vorerst der letzte. Jetzt, auf den Tag genau vier Jahre, hat die 27-Jährige aus Sappada (Plodn) ihre unerklärliche Erfolglosigkeit beendet.

Vittozzis Trockenheit war unerklärlich, denn mitten im Aufstieg geriet er plötzlich tief in eine Krise. Dies war vor allem mentaler Natur. Vor allem am Schießstand lief die zierliche Friaulerin gar nicht mehr, es gab Rennen, bei denen sie mit einer ganzen Reihe von Schüssen das Ziel verfehlte. Diese Auftritte endeten manchmal in Tränen. Auch Italiens Cheftrainer und Biathlon-Guru Andreas Zingerle war irgendwann bei Verstand.

Plötzlich ist er wieder der Alte

Doch nun scheinen Zingerles Nachfolger Alexander Inderst und der neue Biathlon-Chef Klaus Höllrigl den richtigen Zaubertrank gemixt zu haben. Mit dem Finnen Jonne Kähkonen haben sie einen Mann an den Schießstand geholt, dem der sensible Italiener blind vertraut. „Lisa ist plötzlich offen für Neues, sie vertraut auf unseren Rat“, sagte Höllrigl kurz vor dem Saisonstart. Sport Nachrichten frohlocken

Plötzlich ist Vittozzi wieder ganz sie selbst! In dieser Saison stand er bereits dreimal auf dem Podium, jetzt der große Wurf im Einzel in Ruhpolding. Tiefenentspannt feuerte sie alle 20 Schuss ab, auf der Loipe war sie an diesem Nachmittag so schnell wie wenige andere. Die Konsequenz? Ein beeindruckender Sieg mit 39 Sekunden Vorsprung auf Lou Jeanmonnot, der ebenfalls fehlerfrei war.

Wierer auf Platz vier

Der Schocker wurde Dritte, knapp vor Teamkollegin und Weltcup-Gesamtführende Julia Simon. Die beiden Französinnen verdrängten Dorothea Wierer vom Podium. Der Ausnahmesportler aus Niederrasen, der – wie Simon – mit einer Strafminute ins Ziel kam, lag mit 24 Sekunden Rückstand auf Rang drei. Mit Rang vier setzt Wierer, knapp vor den großen Saisonhöhepunkten, seine Aufwärtskurve fort. Es war seine zehnte Top 15 in Folge.

Dorothea Wierer erreichte das Ziel mit leeren Kraftreserven. ©APA/afp/CHRISTOF STACHE

Mit Samuela Comola (27. Platz) und Federica Sanfilippo kamen zwei Sekunden Azzurre in die Punkteränge. Ridnauntalerin belegte nach drei Fehlschüssen den 34. Platz. Es war keine andere Frau aus Südtirol am Start.

Das Rennprogramm in Ruhpolding wird am Freitag mit der Herrenstaffel (14.25 Uhr) fortgesetzt. Nach der Weltcup-Etappe in Oberbayern zieht der Biathlon-Tross nächste Woche nach Antholz.

Das Ergebnis:

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