pts20220712011 Medien / Kommunikation, Technik / Digitalisierung
ESET-Sicherheitsexperten geben Tipps, was Eltern beim Online-Spielen beachten sollten
Jena (pts011 / 12.07.2022 / 10:55) –
Das Echtzeit-Strategiespiel Brawl Stars ist nach Clash Royale und Clash of Clans der nächste große Hit von Supercell. Vier Jahre nach der Markteinführung reißt der Hype um kostenloses Mobile Gaming bei der jungen Fangemeinde, insbesondere bei Kindern im Alter von neun bis elf Jahren, nicht ab. Es wurde mehr als 100 Millionen Mal bei Google Play heruntergeladen. Doch Online-Gaming hat seine Tücken: In-App-Käufe, ein fragwürdiges Belohnungsmodell und der Kontakt mit Fremden können Probleme bereiten. ESET-Sicherheitsexperten sagen Eltern, was sie beachten müssen, damit das Spielerlebnis nicht beeinträchtigt wird.
Erfolg kann gekauft werden
An sich ist Online-Gaming nichts Neues: Brawl Stars kombiniert einfach klassische und erfolgreiche Spielmodi und -prinzipien. Nicht nur der komödiantische Look, sondern auch die kurzen Spielrunden, der problemlose Start und der schnelle Erfolg machen Brawl Stars für Kinder so attraktiv. Doch neben dem reinen Spaß geht es bei diesem Spiel vor allem darum, Charaktere aus dem Spiel (die sogenannten Brawler) aufzugreifen und zu verbessern. Bis der Kämpfer jedoch die Inhalte freigeschaltet hat, die er für die Promotion benötigt, muss er viel Zeit investieren. Es ist einfacher, die wertvollen Objekte durch den Kauf über die App zu erwerben. Denn der Sprung ins nächste Level und die Steigerung des Ansehens kommt erst, wenn man genügend Trophäen, Token und Schmuck gewonnen hat.
Dieses sogenannte Pay-to-Win-Prinzip, also der erfolgreiche Kauf, wird häufig in kostenlosen Apps verwendet. Ein siebenjähriger Junge nutzte es im vergangenen Jahr und reduzierte die Kreditkarte seiner Eltern um 2.000 Euro. Obwohl die wirtschaftlichen Folgen aufgrund ihrer Minderjährigkeit vermieden werden konnten, offenbart das Alter des Kindes ein weiteres Problem: Auch die Jüngsten können das Spiel problemlos herunterladen. Für Spiele-Apps wie Brawl Stars, die nur online erscheinen, gibt es derzeit kein standardisiertes Testverfahren und somit auch keine geregelte Altersfreigabe. Beispielsweise wird bei Google Play die Altersgruppe ab 10 Jahren angezeigt, im Apple Play Store ab 9 Jahren. Bildungsexperten empfehlen Glücksspiel erst ab 14 Jahren.
Attraktive Anreize für Kinder
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Der Multiplayer-Modus ermöglicht es auch jungen Spielern, auf Fremde zu treffen. Da die Spiele nicht moderat sind, sind Hassreden, Beleidigungen oder sexueller Belästigung keine Grenzen gesetzt. Auch die Experten von Stiftung Warentest waren kritisch: Brawl Stars und Clash Royale sollen Nutzergruppen mit pornografischen Webseitennamen gefunden haben. Dies deutet darauf hin, dass der Inhalt vom Hersteller nicht besonders gründlich überprüft wird.
Hinzu kommen komplexe Tausch- und Zahlungssysteme und ein fragwürdiges Belohnungsmodell, in dem Experten Ähnlichkeiten zum Glücksspiel sehen. In Brawl Stars, aber auch in anderen Gaming-Apps, können Spieler mit den gewonnenen Coins, Schmuck oder echtem Geld Lootboxen (Lootboxen) kaufen. Das ist nichts Neues, man kann auch in anderen Spielen wertvolle Items kaufen. Aber die Spieler wissen nicht, was in diesen Kisten ist: Von Wertsachen bis Tinnef ist alles dabei. Einerseits bleibt die Motivation, so lange zu spielen, bis das „Richtige“ kommt, erhalten. Auf der anderen Seite ist es viel verlockender, diesen Weg durch In-Game-Käufe abzukürzen, um schneller an die gewünschten Inhalte zu kommen.
Tipps für Eltern:
* Nutzungszeiten organisieren: Brawl Stars kurze Runden verführen Kinder zum schnellen Spielen. Auch der gesellschaftliche Druck, als Team zu gewinnen, ist nicht zu unterschätzen. Eltern sollten zum Beispiel in einem Mediennutzungsvertrag klare Nutzungszeiten festlegen, etwa wie viele Runden pro Tag erlaubt sind.
* Käufe aus der App entscheiden: Wenn Eltern Käufe aus der App nicht komplett verbieten wollen, sollten sie mit ihrem Kind zum Beispiel abstimmen, wie viel Eigengeld sie dafür ausgeben können.
* Keine Zahlungsmittel speichern: Eltern müssen beispielsweise dafür sorgen, dass ihre Kreditkarte nicht für In-App-Käufe auf ihrem Smartphone gespeichert wird.
* Blockieren Sie In-App-Käufe auf dem Smartphone Ihres Kindes: für iPhone und iPad mit den Einstellungen „Bildschirmzeit“ und „iTunes- und App Store-Käufe“. Klicken Sie auf die Registerkarten „In-App-Käufe“ und „Nicht zulassen“ (Hinweis: Aktivieren Sie am besten ein „Bildschirmzeit-Passwort“, damit Ihr Kind diese Funktion nicht ausschaltet) und öffnen Sie den Punkt „Einstellungen“ über die dreizeiliges Symbol Gehen Sie in „Benutzersteuerung“ zu „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ und klicken Sie auf „Für alle Google Play-Käufe auf diesem Gerät“.
* Drittanbieter-Blockierung konfigurieren: Drittanbieter bieten dem Spiel auch Wertsachen an. Sie fragen nach persönlichen Informationen oder Geld. In vielen Fällen kommt das Versprochene nicht beim Spieler an. Sicherer ist es, eine „Drittanbieter-Blockchain“ bei Ihrem E-Mail-Anbieter, im Online-Kundenbereich oder in der Kunden-App anzufordern. Drittanbieter können Ihre Mobilfunknummer nicht zur Abrechnung von Zahlungsdiensten verwenden.
* Spieleinrichtungsoptionen nutzen: Im Einrichtungsbereich können beispielsweise Push-Nachrichten versendet und der Kontakt mit Fremden über die Chat-Funktion ausgeschlossen werden. Eltern sollten Kindern beibringen, keine persönlichen Daten wie Name, Wohnort, Hobbys usw. preiszugeben. Man weiß nie, wer am anderen Ende der Leitung ist.
* Mit Kindern sprechen: Es ist ratsam, dass Eltern sich mit dem Spiel vertraut machen und mit dem Kind über die Risiken sprechen. Wer nicht selbst spielen möchte, kann sich die YouTube-Videos von Let’s Play ansehen. Auf diese Weise bleiben auch die Eltern über Spiele-Updates auf dem Laufenden.
Weitere Tipps und Informationen zu Brawl Stars, Clash Royale und anderen Gaming-Apps finden Eltern unter:
(Finale)