Die Kanzlerin will mit Viktor Orbán über Migration sprechen. Dafür gibt es viele Gründe: In den ersten Monaten des Jahres 2022 gab es Asylzahlen wie im Krisenjahr 2015, ein großer Teil davon stammt aus Ungarn.
Viktor Orbán in Wien ist nicht nur ein diplomatisch heikles Treffen mit einem benachbarten Regierungschef, sondern auch ein Date mit der Welt von vor fünf Jahren: Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) will morgen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten vor allem über illegale Einwanderung sprechen . Angesichts der Energiekrise und der Corona-Pandemie mag es nicht immer im Fokus der Tagespolitik stehen, aber in Sachen Asylzahlen ist Österreich längst auf ein Niveau zurückgekehrt, das man in den letzten Jahrzehnten nur aus der Asylhochzeit kannte Krise um 2015 und 2016.
In den ersten fünf Monaten dieses Jahres – das Innenministerium hat die Anträge noch nicht bearbeitet – wurden knapp 22.000 Asylanträge gestellt. Fast alle sind Erstanträge, also von Personen, die neu in Österreich sind. In den Monaten April und Mai stieg die Steigerungsrate im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten auf über 200 Prozent: Bereits 2021 war mit rund 40.000 Asylanträgen ein außergewöhnlich starkes Flüchtlingsjahr.