Schiedsrichter-Experte Urs Meier verärgert über VAR-Ausfall im EM-Finale
“Ein Fall wie Maradonas Hand Gottes”
Der Handball der englischen Kapitänin Leah Williamson auf der Torlinie löste Tage später Rothaarige aus. So auch Ex-Schiedsrichter Urs Meier, der das Versagen des VAR nicht versteht.
«Das ist klarer Handball!», ruft Urs Meier, der gerade aus Marbella für ein paar Tage in der Schweiz in Zürich gelandet ist.
Zur Erinnerung: In der 26. Minute des EM-Endspiels zwischen England und Deutschland (2:1 n. Chr.) im ausverkauften Wembley-Stadion stoppt die Kapitänin der Three Lionesses, Leah Williamson, den Ball mit der Hand vor der Linie. nach einem Monsterkampf. Mit horizontal ausgestrecktem Arm und der Hand auf Höhe der Frisur.
“Genau dafür ist VAR da!”
Offenbar sieht die ukrainische Schiedsrichterin Kateryna Monzul die Szene nicht. Die Video-Schiedsrichter-Assistenten schon, denn sie werden vom Keller-Duo, dem Italiener Paolo Valeri und dem Niederländer Pol van Boekel gemeldet. Aber es passiert… Nichts!
Blue Sport-Experte und Champions-League-Finale-Schiedsrichter Meier 2002 zur Szene: „Was macht der Arm da oben? Da hat er nichts zu suchen, also geht man ein großes Risiko ein. Die Bewegung ist nicht natürlich. Da hat es Elfmeter gegeben ganz anders als dieser. Dafür ist VAR da. Dass es keine Fälle wie Maradonas Hand Gottes oder Thierry Henrys Hände gegen Irland mehr gibt. Das ist einer dieser Fälle.“
Auch der VAR scheiterte im Spiel Schweiz-Niederlande
Man hört den Ärger des Aargauers, dass der VAR gescheitert ist. Es war nicht das erste Mal bei diesem Turnier, was es nicht besser macht. So auch beim Spiel zwischen der Schweiz und den Niederlanden (1:4), als der VAR erstmals eine Abseitssituation vom Schiedsrichter prüfen ließ, obwohl er selbst hätte entscheiden müssen. Und als der Niederländer das vierte Tor erzielte, das klar im Abseits stand, hatte er keine Lust mehr einzugreifen. Auch wenn es in London fast keine Croissants gab…
Der Schiedsrichter hätte auf den Monitor gehört
Wie hätte die Schlussszene verlaufen sollen? Das ist ganz einfach und wurde beim VAR Pre-Season Event von Liga und Verband Ende Juni noch einmal erklärt: Der Schiedsrichter hat den Ball offensichtlich nicht in der Hand gesehen, es war ein totaler Krawall, viele Spieler liefen zusammen ein sehr kleiner Raum und der Ball drehte sich hin und her. Auch da hat Meier wenig Durchblick: „Auf diesem Niveau muss man das einfach sehen!“
Egal. Der VAR sieht es: Ball in der Hand. es schaltet sich ein Gut. Doch dann geht alles schief: Der VAR hätte den Schiedsrichter bitten sollen, eine Rückschau auf dem Feld zu machen, also die Szene selbst von der Seitenlinie aus zu beobachten. Es ist völlig unverständlich, dass dies nicht geschehen ist. Hier hat das System komplett versagt.
Und wenn Monzul zu dem Schluss gekommen wäre, dass das offensichtliche Handspiel nicht strafbar sei, fein. Ohne diese Kontrolle wird die Szene für immer mit einem Wembley-Skandal behaftet sein.
“Fußball kommt nach Hause”: Löwinnen tanzen während der Pressekonferenz (00:42) auf dem Tisch
Sinnlich und unbeschwert: Hier bringt Toone England in Führung (00:25)
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