- Fehmarner Zeitung
- Die Gesundheit
Erstellung: 02.08.2022, 16:30 Uhr
Von: Natalie Hull Drawbar
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Affenpocken breiten sich weiterhin in ganz Europa aus. Ein Virologe der Ludwig-Maximilians-Universität in München schätzt das endemische Risiko dennoch als gering ein.
Einerseits sagen Wissenschaft und Politik, dass die Ansteckung mit dem Affenpockenvirus auf bestimmte Risikogruppen beschränkt ist, andererseits erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung des Virus zum Notfall Nachdem in Spanien zwei Todesfälle durch Affenpocken zu verzeichnen waren und sich in Deutschland zwei Minderjährige mit dem Virus angesteckt haben, steigt auch die Verunsicherung in der Bevölkerung.
Bedeutet dies, dass die Ausbreitung von Affenpocken in einer Epidemie oder gar Pandemie enden könnte? Die verfügbare Impfung schützt sicherlich vor dem Virus. Bisher wird es von der Ständigen Impfkommission (Stiko) in Deutschland für bestimmte Risikogruppen und Personen empfohlen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Aber sollte angesichts der aktuellen Situation europaweit gegen Affenpocken geimpft werden?
Affenpocken: Virologe sieht trotz Todesfällen keine Seuchengefahr
Unbehandelt kann eine Infektion mit dem Affenpockenvirus tödlich sein. (Symbolbild) © Science Photo Library/Imago
Laut BR24 gibt es derzeit keine Pläne, Menschen in Deutschland in großem Umfang gegen Affenpocken zu impfen. Bisher haben weder Wissenschaftler noch Politiker über ein Impfangebot, eine Impfempfehlung für alle oder gar eine Impfpflicht für Deutsche gesprochen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) kann der Ausbruch in Deutschland neben der wirksamen Affenpocken-Impfung für Risikogruppen begrenzt werden, „wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsorgemaßnahmen getroffen werden“. Bisher wurden Infektionen in 16 Bundesländern festgestellt (Stand: 2. August 2022).
Der Tierarzt und Virologe der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Gerd Sutter, stuft das aktuelle Infektionsgeschehen nicht als Gefahr einer neuen Epidemie in Deutschland oder Europa oder gar einer globalen Pandemie ein. „Affenpocken-Übertragungen sind im Vergleich zu Covid-19- oder Influenzavirus-Infektionen relativ ineffizient und führen bei adäquaten Maßnahmen zur Diagnostik und Kontaktverfolgung meist nur zu kurzen Infektionsketten“, erklärt der Virologe Dr. Sutter vor BR24. Es ist jedoch ratsam, mögliche Ausbreitungsrisiken zu minimieren und beispielsweise großen Feiern oder Festen, wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen, fernzubleiben.
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Virologen wie Dr. Sutter weiss, dass die Häufigkeit von Zoonosen, Infektionskrankheiten, die auf natürliche Weise von Tieren auf Menschen übertragen werden können, zunehmen wird. Der Grund dafür wäre, dass Menschen in neuen Gebieten immer mehr Kontakt mit Tieren haben. Die Folgen des Klimawandels und Reisen in abgelegene Gebiete der Welt könnten eine wichtige Rolle spielen.
Affenpocken: Geschichte, Ansteckung, Ausbreitung, Symptome, Impfschutz
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Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen zum relevanten Gesundheitsthema und ist daher nicht zur Selbstdiagnose, Behandlung oder Medikation gedacht. Es ersetzt keinesfalls einen Arztbesuch. Individuelle Fragen zu klinischen Bildern kann unsere Redaktion leider nicht beantworten.