Musikalische Weichen gestellt: Andreas Tieber geht in Pension

Andreas Tieber geht als Direktor der Joe Zawinul-Musikschule in Pension. Der begeisterte Bassgitarrist hat entscheidende Weichenstellungen vorgenommen, damit die kreative Spielweise nach dem Vorbild des berühmten Jassmusikers Zawinul an der Schule erhalten bleibt.

Mitte der 1970er-Jahre hörte Tieber erstmals eine Platte des Wiener Jazz-Musikers und war „sofort geflasht. Ich habe meine musikalische Orientierung in Richtung Jazz bzw. Rockjazz und Weltmusik verändert.“ Nach und nach reifte in dem jungen Musiker der Gedanke, dass er „auf der Welt sei, um Musik zu machen“ und er begann, selbst zu komponieren.

Tieber belegte am Konservatorium das Fach E-Bass und schaffte als einziger von 29 Kandidaten die Aufnahme: „Die elektrische Bassgitarre war für mich das ,Missing link’ zwischen Melodie und Rhythmus.“

Zweites Standbein als Musiklehrer

Mit dem Abschluss seiner Ausbildung erhielt Tieber die Berechtigung, pädagogisch zu lehren: „Ich wollte nie musizierender Lehrer, sondern immer unterrichtender Musiker sein.“ Seine Begeisterung für die moderne Populärmusik setzte Tieber auch beruflich um und etablierte 1988, mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Josef Wencl, an der Musikschule die österreichweit erste derartige Abteilung. Um die Qualität der Lehre abzusichern, warb Tieber andere Praktiker an.

Joe Zawinul lieh der Schule seinen Namen

Tieber wollte die Populärmusik in der Musikschule auch symbolisch verankern und hatte die Idee, die Schule nach Zawinul zu benennen. Dieser erkundigte sich regelmäßig „wie es in der Schule läuft und plädierte dafür, den Kindern ihren inneren Rhythmus zu erhalten, der ihnen angeboren ist.“

Tiebers Nachfolge tritt ab dem kommenden Schuljahr der 33-jährige Tobias Karall an.

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