Der Vitamin-D-Mangel nimmt nach extremen Sommern ab
Der zu Ende gegangene Sommer war, wie auch die letzten Jahre, wieder sehr sonnig. Das kann auch gesundheitliche Folgen haben. Denn wie eine Studie nun zeigt, gibt es nach Sommern mit vielen Sonnenstunden weniger Vitamin-D-Mangel.
Der menschliche Körper produziert den Großteil des in der Haut benötigten Vitamin D mit Hilfe des ultravioletten (UV) Anteils der Sonnenstrahlung. Da die Sonne im Herbst und Winter weniger scheint, empfiehlt es sich, in den lichteren Monaten mehr Zeit im Freien zu verbringen, um die Vitamin-D-Reserven wieder aufzufüllen. Und das kann sehr ergiebig sein, denn wie eine neue Studie zeigt, die im Fachblatt „ PLOS ONE“ kommt es nach sonnigen Sommern zu weniger Vitamin-D-Mangel.
Vitamin-D-Bedarf durch körpereigene Produktion in der Haut
Wie in einem aktuellen Bericht des Klinikums der Universität Halle erläutert wird, ist eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung wichtig für einen gesunden Körper.
Wer seine eigenen Werte ganz genau wissen will, muss die Konzentration des Vitamin-D-Vorläufermoleküls in seinem Blut bestimmen lassen. Ab einem Wert unter 50 nmol/Liter gilt die Versorgung als suboptimal und unter 30 nmol/Liter als unzureichend.
Zu niedrige Werte können sich beispielsweise negativ auf die Knochengesundheit auswirken. Unser Vitamin-D-Bedarf wird größtenteils durch die körpereigene Produktion in der Haut gedeckt. Dazu ist UV-B-Strahlung des Sonnenlichts erforderlich, die in unseren Breiten nur von März bis Oktober ausreichend zur Verfügung steht.
Deshalb greifen viele Menschen im Frühherbst zu Nahrungsergänzungsmitteln, weil sie befürchten, dass die eigene Produktion nicht mehr ausreicht.
Reduzierter Anteil an Personen mit suboptimaler Vitamin-D-Versorgung
Das Zentrallabor der Medizinischen Universität Halle hat nun die Vitamin-D-Messwerte aus 13.406 Blutmessungen über sechs Jahre zusammengetragen und mit den tatsächlichen Sonnenstunden des Deutschen Wetterdienstes verglichen.
„Wir verarbeiten täglich bis zu 1.600 Patientenproben“, erklärt Dr. Beatrice Ludwig-Kraus, Leiterin des Zentrallabors der Medizinischen Universität Halle. „Das Tolle an dieser Studie war, dass niemand dafür extra Blut abnehmen musste, die Daten waren schon da.“
Zur Arbeit im Zentrallabor gehören den Angaben zufolge auch regelmäßige Kontrollen, ob die Geräte richtig kalibriert sind: „Eines Tages ist mir aufgefallen, dass der Durchschnittswert der Vitamin-D-Vorstufe im Jahr 2018 im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen war. Als sich 2019 auch der Effekt zeigte, waren wir gespannt“, sagt Dr. Bernhard Kraus, Klinischer Chemiker im Zentrallabor und Erstautor der Studie.
Das Ergebnis: In den Dürrejahren 2018 und 2019 lag der durchschnittliche Blutwert um zehn nmol/Liter höher als in den vier Jahren zuvor ohne Extremsommer. Dadurch reduzierte sich der Anteil der Patienten mit suboptimaler Vitamin-D-Versorgung um durchschnittlich zehn Prozent.
Sonnen Sie sich im Frühling und Sommer
Doch unabhängig von der Intensität des Sommers sinkt der Vitamin-D-Spiegel in den Herbstmonaten deutlich und erreicht zwischen Januar und März seinen Tiefpunkt.
Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI), von März bis Oktober dreimal wöchentlich mittags für etwa 15 Minuten mit Gesicht, Armen und Beinen in die Sonne zu gehen.
Nahrungsergänzungsmittel können auch in den Wintermonaten helfen, sollten aber mit Bedacht und fachmännischer Beratung dosiert werden. Denn eine Überdosierung von Vitamin D mit diesen Präparaten kann unerwünschte Nebenwirkungen für die Gesundheit hervorrufen.
Eine übermäßige Zufuhr von Vitamin D im Körper führt zu einem Anstieg des Calciumspiegels, was zu akuter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen kann, berichtet das RKI. .
Eine ungesunde Überversorgung durch Pelzproduktion oder Nahrung ist jedoch nicht möglich. (Bekanntmachung)
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Dieser Text entspricht den Anforderungen der medizinischen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien und aktuellen Studien und wurde von medizinischem Fachpersonal geprüft.
Quellen:
- Universitätsmedizin Halle: Weniger Vitamin-D-Mangel nach sonnigen Sommern, (Zugriff: 25. September 2022), Universitätsmedizin Halle
- Frank Bernhard Kraus, Daniel Medenwald, Beatrice Ludwig-Kraus: Steigern extreme Sommer den Vitamin D (25-Hydroxyvitamin D) Blutspiegel?; in: PLOS ONE, (veröffentlicht: 10.11.2020), PLOS ONE
- Robert Koch-Institut: Antworten des Robert Koch-Instituts auf die am häufigsten gestellten Fragen zu Vitamin D, (Zugriff: 25. September 2022), Robert Koch-Institut
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und sollte nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.