Waldbrände in Südeuropa: Sommerfrischler Italiens fliehen ans Meer: Hunderte sterben in Südeuropa an Hitze

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Erstellt: 17.07.2022, 16:24

Von: Anna Lorenz

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Hitze und Trockenheit machen fast ganz Europa zu einem brandgefährdeten Gebiet. Die Flammen fegen über einige Regionen hinweg, darunter mehrere bei Touristen beliebte Urlaubsziele.

  • Touristen sind in einem italienischen Badeort vor den lodernden Flammen ins Mittelmeer geflohen.
  • Portugal und Spanien waren am Wochenende bereits für Hunderte von Hitzetoten verantwortlich.
  • Hunderte von Bränden verwüsten Gebiete in Europa, von denen einige bei Touristen beliebt sind. Diese Urlaubsregionen sind stark betroffen.
  • Dieser News-Ticker zur Waldbrandgefahr in Europa wird laufend aktualisiert.

Update vom 17. Juli, 14.10 Uhr: Während Spanien und Portugal bereits über Hunderte Hitzetote klagen (siehe vorheriges Update), kämpfen Einsatzkräfte in Südfrankreich weiter gegen die Flammen. An der Atlantikküste Südfrankreichs waren die Menschen in der Nacht zum Sonntag wieder in Sicherheit. Das Wiederaufflammen des Feuers gefährdete erneut Campingplätze im Gebiet Teste-de-Buch südlich von Bordeaux, teilte die zuständige Präfektur am Sonntag mit. Nach Zahlen vom Samstagabend mussten mehr als 14.000 Menschen in der Umgebung und im nahe gelegenen Landiras aufgrund von Waldbränden vorsorglich ihre Häuser oder Ferienorte verlassen.

Seit Dienstag versucht die Feuerwehr, die Flammen in der Gegend unter Kontrolle zu bringen. Das Feuer hat in den Gebieten bereits rund 10.500 Hektar Land zerstört. Nach Angaben der Präfektur bleibt die Situation in Teste-de-Buch ungünstig. In Landiras ist die Lage stabil, zumindest in einigen Gebieten durch das Feuer.

Hitze in Europa: Hunderte Hitzetote in Spanien und Portugal

Update vom 17. Juli, 10.25 Uhr: Waldbrände könnten nicht nur vielerorts Anwohner in Gefahr bringen, sondern die Hitze selbst fordert seit Tagen zahlreiche Todesopfer. Seit vergangenem Sonntag sind in Spanien mindestens 360 Menschen durch die aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad gestorben. In Portugal wurden bereits Hunderte Hitzetote gemeldet.

Wie die spanische Zeitung La Vanguardia am Samstag unter Berufung auf das staatliche Gesundheitsinstitut Karl III. in Madrid gemeldet, gibt es nach aktuellen Berechnungen bereits 360 Hitzetote in Spanien. Die Zahl der Hitzetoten ist von Tag zu Tag gestiegen. Am ersten Tag wurden in dem 47-Millionen-Einwohner-Land 15 Todesfälle dieser Art verzeichnet, am Freitag, als die Temperaturen auf 45 Grad stiegen, waren es bereits 123. Besonders betroffen waren ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen, die bereits schwach waren .

Ein 60-jähriger Straßenreinigungsmitarbeiter sei am Freitag plötzlich zusammengebrochen, berichtete die Zeitung. Notärzte maßen eine Körpertemperatur von 41,6 Grad. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, starb dort aber.

Im Nachbarland Portugal, wo rund zehn Millionen Menschen ebenfalls unter einer Hitzewelle litten, wurden zwischen dem 7. und 13. Juli 238 mehr Todesfälle verzeichnet als in vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre, berichtete die Nachrichtenagentur Lusa. Diese Todesfälle würden extremer Hitze zugeschrieben.

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Ferienregionen leiden unter Waldbränden, und ein Ende ist nicht in Sicht: Anwohner schildern dramatische Szenen

Update 17. Juli, 9.25 Uhr: Nicht nur die Megahitze sorgt heute in vielen europäischen Ländern für Probleme, vielerorts beruhigt sich die Lage auch am Sonntag wegen Waldbränden nicht. Die sizilianischen Behörden sprachen für Sonntag die höchste Warnstufe aus. Nach Angaben des meteorologischen Instituts Aemet wird es am Sonntag in weiten Teilen Spaniens extrem heiß. Im Süden, Westen und Norden entlang des Flusses Ebro könnten die Temperaturen ab Mittag 40 Grad überschreiten. Erst ab Montag könnte es zu einer leichten Abkühlung um die 35 Grad kommen. Ähnlich ist die Situation in Portugal. Doch die zahlreichen Waldbrände sind durch den leichten Temperaturabfall noch lange nicht zu stoppen.

Waldbrände in Europa: Tausende Menschen müssen ihr Hab und Gut zurücklassen

In vielen ländlichen Gegenden spielen sich manchmal gruselige Szenen ab. Tausende Menschen mussten vor etwa fünf Tagen ihre Häuser und Farmen in Spanien und Portugal verlassen, weil sich die Flammen näherten. “Ich habe 130 Bienenstöcke verbrannt”, klagte ein Bauer aus der westspanischen Region Cáceres im spanischen Staatsfernsehen RTVE. Ein anderer berichtete, dass seine 40 Schafe und sein Pferd im Feuer starben, andere, dass sein Vieh verdurstet sei, weil es ihnen nicht erlaubt sei, auf ihre Farmen zu gehen. Die Schäden durch Brände in Naturschutzparks und bei Wildtieren sind schwer abzuschätzen. „Die Landschaft hier wird Jahre brauchen, um sich zu erholen“, sagte ein Beobachter der Flammen, die sich dem Nationalpark Monfragüe näherten.

Das Wochenende hat einmal mehr gezeigt, wie schwierig es ist, Rettungskräfte einzusetzen. Am Samstagmorgen hatte die Feuerwehr einen Großbrand auf der Insel Kreta eingedämmt: Gegen Mittag war die Lage wieder außer Kontrolle. Ähnliche Szenen spielten sich in Italien ab. Für weitere Aufregung sorgten die Brände in der beliebten Küstenstadt Bibione im Norden. Dort sind am Freitag mehrere Touristen wegen Waldbränden ans Meer geflohen. Die Feuerwehr kontrollierte die Flammen zunächst, am Samstag brachen sie jedoch punktuell erneut aus.

Die sizilianischen Behörden gaben am Sonntag die höchste Gefahrenstufe für Waldbrände aus. Zivilschutzprognosen auf Sardinien beinhalten auch am Sonntag eine erhöhte Waldbrandgefahr im Zentrum von Nord nach Süd.

Waldbrände in Europa: Der Waldbrand auf Kreta fing erneut Feuer

Update vom 16. Juli, 17.15 Uhr: Starker Wind lässt Feuerwehrleuten fast keine Chance: Der große Waldbrand, der am Freitag auf der griechischen Ferieninsel Kreta ausgebrochen war und mittlerweile als unter Kontrolle galt, ist am Samstagnachmittag erneut explodiert.

Starke Winde nährten die Flammen in der Nähe des Dorfes Agios Vasilios südlich der Hafenstadt Rethymnon. Die Häuser mussten erneut evakuiert werden, berichteten griechische Medien. In jüngerer Zeit wurden 132 Feuerwehrleute mit 40 Löschzügen eingesetzt, um das Feuer zu bekämpfen, und Löschhubschrauber haben die Löschung aus der Luft unterstützt.

Ein weiteres Feuer brach am Samstag auf Kreta nahe der Hafenstadt Heraklion aus. In Griechenland werden derzeit täglich Dutzende von Waldbränden registriert. Während die meisten Brände relativ schnell eingedämmt werden können, können einige außer Kontrolle geraten. Hauptgrund dafür ist derzeit der Wind, der in weiten Teilen des Landes fast stürmisch weht und mehr Flammen und Funken treibt.

Waldbrände in Europa: Frankreich und Spanien schwer getroffen

Update vom 16. Juli, 16.30 Uhr: Hitze und Brände halten Teile West- und Südeuropas weiterhin unter Kontrolle: In Frankreich, Spanien und Portugal kämpften Feuerwehrleute am Samstag weiter gegen mehrere Waldbrände. Allein im Südwesten Frankreichs haben Brände nach Angaben der Behörden seit Dienstag (12. Juli) mehr als 9.000 Hektar Wald zerstört und bisher rund 12.000 Menschen gefährdet.

Nach Angaben des Bürgermeisters der Kleinstadt Teste-de-Buch sind in der Nähe der Düne Pilat bei Bordeaux, der höchsten Wanderdüne Europas, neue Brände ausgebrochen. Nach Angaben der Feuerwehrleute selbst konnten die Feuerwehrleute die Flammen in derselben Region der Gemeinde eindämmen, aber noch nicht kontrollieren. Weiter im Landesinneren, in der Nähe der Gemeinde Landiras, blieb die Lage angespannt. Nach Angaben der Präfektur haben die Flammen allein seit Freitagabend tausend weitere Hektar vernichtet. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Wohnungsbrand aus.

In Spanien wüteten am Samstag noch Dutzende Brände. In der Region Extramadura, an der Grenze zu Portugal, musste am Morgen ein Teilstück der Autobahn A5 nach Madrid gesperrt werden. Gleichzeitig wurden mehr als 3.000 Menschen von einem vorsorglichen Brand in der Nähe von Malaga im Süden Andalusiens evakuiert. Der Wetterdienst gab in fast ganz Spanien Hitzewarnungen heraus. In vielen Regionen dürften die Temperaturen über 40 Grad Celsius erreichen, mancherorts sogar bis zu 44 Grad.

Waldbrand auf Kreta – Griechenland meldet Erfolge bei der Brandbekämpfung

Update vom 16.07.2022, 13.15 Uhr: Nach Angaben griechischer Feuerwehrleute wurde der seit Freitag, 15.07.2022, auf der Ferieninsel Kreta südlich der Hafenstadt Rethymno ausgebrochene Waldbrand heraufbeschworen. unter Kontrolle. Obwohl sich das Feuer den Siedlungen genähert habe, sei kein Haus beschädigt worden, sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Agios Vasilios, am Samstag, den 16. Juli 2022, gegenüber Skai TV. Insgesamt wurden jedoch sechs Bevölkerungsgruppen vorsorglich evakuiert und evakuiert Die Feuerwehr kämpfte über Nacht gegen die Flammen.

Auch an der französischen Atlantikküste südlich von Bordeaux soll sich nach tagelangen Löscharbeiten einer der beiden großen Waldbrände beruhigen. Die verbrannte Fläche in der Nähe von Teste-de-Buch habe sich nicht über Nacht vergrößert, teilte die Präfektur Gironde am Samstagmorgen mit. Das Feuer ist jedoch immer noch außer Kontrolle und es besteht ein hohes Risiko, dass es sich erneut entzündet. Der Bürgermeister der Stadt, Patrick Davet, sagte dem französischen Sender France Info: “Die Situation ist besorgniserregend, aber wir haben große Hoffnungen.” Anders sieht es beim zweitgrößten Waldbrand in der Umgebung aus. Das Landiras-Feuer, das seit Dienstag, dem 12. Juli 2022, ausgebrochen ist, hat etwa 1.000 …

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