Twitter: Elon Musk übernimmt die Kontrolle und feuert Spitzenkräfte

High-Tech-Wirtschaftsmilliardär

Elon Musk übernimmt Twitter und feuert Spitzenkräfte

Stand: 07:18 | Lesezeit: 3 Minuten

Tesla-Chef Elon Musk übernimmt Twitter

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Laut US-Medien steht es fest: Elon Musk übernimmt Twitter. Der Tesla-Chef und der Tech-Milliardär haben sich kurz vor Ablauf der Frist mit dem Konzern geeinigt, und es scheint, dass er den Twitter-Chef und zwei weitere Top-Führungskräfte sofort gefeuert hat.

Medienberichten zufolge begann die Ära Elon Musk bei Twitter mit Entlassungen in der Chefetage. Am Donnerstag wurden unter anderem der frühere Chef des Unternehmens, Parag Agrawal, und der Finanzvorstand Ned Segal entlassen, berichteten CNBC und das Wall Street Journal am Freitagabend. Der für die Bekämpfung von Hassreden und Fehlinformationen zuständige Top-Manager Vijaya Gadde sei unter den Entlassenen, sagte er.

Musk hatte in den vergangenen Monaten wiederholt die Führung von Agrawal und Twitter kritisiert. Mindestens einer der Führungskräfte sei aus der Firmenzentrale entfernt worden, schrieb die “New York Times” unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine offizielle Ankündigung über den Abschluss der rund 44 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme stand noch aus.

Laut New York Times war zudem unklar, ob der Deal zum Zeitpunkt der Entlassungen bereits abgeschlossen war. Laut der Washington Post und dem Wall Street Journal besitzt der Tech-Milliardär Twitter seit Donnerstag.

Berichten zufolge will Musk nach dem Kauf zunächst Twitter übernehmen. Langfristig könne er den Job aber an jemand anderen abgeben, schrieb Bloomberg Financial am Freitag.

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Die Transaktion muss bis Freitag um 17:00 Uhr ET (23:00 Uhr MESZ) abgeschlossen sein oder der Deal endet vor Gericht. Ein Richter gab Musk und Twitter diese Frist, um die Übernahme nach monatelangem Hin und Her endlich zu klären. Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) schrieb Musk auf Twitter: „Der Vogel ist freigelassen.“

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Musk hatte die Übernahme selbst inszeniert, versuchte aber später, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen, unter Berufung auf angeblich falsche Informationen über die Anzahl der gefälschten Konten auf Twitter. Twitter brachte ihn vor Gericht, und kurz vor Beginn des Prozesses in Delaware stimmte Musk zu, Twitter zum ursprünglich vereinbarten Preis von 54,20 US-Dollar pro Aktie zu kaufen. Dass er die Einstellung des Rechtsstreits zur Bedingung machte, sorgte bis zuletzt für Verunsicherung.

Seit Tagen ist klar, dass Musk seine neue Rolle als Besitzer von Twitter angenommen hat. Er erschien am Mittwoch in der Firmenzentrale in San Francisco und bezeichnete sich auf seinem Twitter-Profil als „Chief Twit“. Laut US-Medien will sich Friday in größerem Umfang den Mitarbeitern vorstellen. Das dürfte ihm nicht leichtfallen, nachdem Musk das Unternehmen und sein Management monatelang öffentlich kritisiert hat und jüngste Meldungen über massiven Stellenabbau die Verunsicherung der Mitarbeiter schürten. Er soll Berichte zurückgewiesen haben, wonach er in dieser Woche drei Viertel der Mitarbeiter aus der Zentrale vertreiben wollte.

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Laut Bloomberg will Musk auch seine Ankündigung umsetzen, Twitter-Nutzer lebenslang zu sperren. Von diesem Verbot, das nach bisherigen Informationen unumkehrbar ist, ist unter anderem der frühere amerikanische Präsident Donald Trump betroffen. Ob die Aufhebung der lebenslangen Sperre auch Trumps Position ändern würde, bleibt laut Bloomberg unklar. In einem Twitter-Video lobte Trump seine Anhänger, die am 6. Januar 2021 das Capitol in Washington stürmten. Daraufhin wurde er von der Plattform geworfen.

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