„Arcade Paradise“ im Test – wunderbarer Retro-Traum

Es ist endlich da! „Arcade Paradise“ für PC sorgte schon vor dem Release für viel Hype. Es ist an der Zeit, sich das Spiel genauer anzusehen.

„Arcade Paradise“ für PC entführt uns in die gute alte Welt der Arcade- und Retro-Spiele. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Ashley, die die Wäsche ihrer Eltern erbt und nun durch harte Arbeit und vor allem das Drängen ihres Vaters ihr eigenes Geld verdienen soll. Da Ashley aber keine Lust hat, sich um die schmutzige Wäsche der Kunden zu kümmern, beschließt sie, den Waschsalon in ein Arcade-Spielparadies zu verwandeln. „Today“ bekam bereits im Juli einen Vorgeschmack auf den Kulttitel von Entwickler Nosebleed Interactive und Publisher Wired Productions. Jetzt kommt das Test-Update.

Beim Indie-Spiel bekommen wir zu Beginn die Schlüssel für den Salon und dürfen nach einer kurzen Busfahrt in den ziemlich heruntergekommenen Laden, für den unser Vater keine Zeit mehr hat. Schnell fällt auf, dass die Grafik beeindruckend detailliert ist, die Sprachausgabe auf Deutsch erfolgt und der Soundtrack eine schockierende Hommage an Arcade-Games ist. Aber wenn Sie weiterspielen, werden Sie auch eine überraschende Tiefe entdecken. Das Spiel erzählt auch, wie Ashley ihre Vergangenheit verarbeitet und wie ihr erstes Unternehmen sie ihrer Familie näher bringt.

Retro-Spiele und eine überraschend emotionale Komponente

Zusätzlich werden Sprachnachrichten und SMS-Benachrichtigungen von Papa und Schwester geschickt in das Spiel eingestreut, die zunächst mangelndes Vertrauen in unseren Geschäftssinn zeigen, aber schnell auch eine starke emotionale Komponente haben. Je mehr die junge Frau die Wäsche in Form bringt, desto mehr Dialoge werden zwischen den Familienmitgliedern freigeschaltet. Ein nettes Konzept, das neben Highscores und freischaltbaren Achievements zum Weiterspielen motiviert und das man in „Arcade Paradise“ eigentlich nicht erwarten würde.

Natürlich geht es nicht in erster Linie darum, Waschmaschinen zu renovieren oder familiäre Beziehungen zu reparieren, sondern um Arcade-Spaß. Und Ashley verrät es, indem sie einen Loungebereich hat, der mit immer mehr Spielautomaten ausgestattet ist. Wie und mit welchen Maschinen Sie starten möchten, bleibt weitgehend den Spielern selbst überlassen. Wenn Sie möchten, können Sie den Salon in Ruhe Stück für Stück aufrüsten und alles selbst ausprobieren oder die Maschinen im Handumdrehen aufbauen. Die Zeit spielt in “Arcade Paradise” eine untergeordnete Rolle.

Klassisches Spiel mit einer Timing-Herausforderung

Abgesehen vom Gameplay selbst sollte man nicht allzu viele interaktive Elemente erwarten – bisher gab es keine Videosequenzen in Sachen Handlung und Familienzusammenführung, und selbst bei Dialogen hat man als Zuschauer keine Möglichkeit einzugreifen . Spielerisch können die Spieler zunächst aus einer sehr überschaubaren Anzahl an Arcade-Slots wählen, doch im Laufe der Zeit wächst das Angebot immer weiter auf rund 35 verschiedene Automaten an. Holen Sie sich Geld für ihren Einkauf ganz klassisch von Wäschereikunden, um deren Schmutzwäsche Sie sich kümmern.

Der Spielablauf ist ganz klassisch: In der Ego-Perspektive sammelt man Wäscheberge, wirft sie in eine freie Waschmaschine, schließt den Trockner an und stellt den Wäscheberg zusammengefaltet auf den Tresen. Am Anfang ist es noch sehr entspannt, aber mit der Anzahl der Kunden und der Menge an Kleidung wird es zu einer anspruchsvollen Aufgabe, bei der man auf die Zeit achten muss. Der Grund: Je schneller du deine Klamotten wäschst, desto besser schneidest du im Ranking ab und desto mehr Geld gibt es für die Spielautomaten. Und nach und nach sorgen sie für neue Einnahmen.

Einige Build- und Verwaltungsmechanismen wurden installiert

Der Clou des Spiels: Jeder Automat kann auch einzeln gespielt werden, in diesem Sinne ist „Arcade Paradise“ eine Sammlung von Retro-Spielen, verpackt in einem Spiel. Auch die Platzierung der Maschinen wird mit fortschreitendem Spiel immer freier. Per Knopfdruck können Baupläne der Maschinen bestellt werden, die dann verschoben, gedreht und in die Wäscherei gestellt werden können. Zudem vergrößert sich der Raum im Salon durch mehrere Ausbaustufen. Interessant: Je nachdem, wie oder wo die Slots platziert werden, können sie mehr oder weniger profitabel sein. Experimentieren macht Spaß.

Zusätzlich zu all diesen Bau- und Verwaltungsmechaniken gibt es auch die Möglichkeit, den eigenen Charakter „aufzuleveln“. Mit der Spielwährung, die Sie durch zeitgesteuerte Herausforderungen und zusätzliche Aufgaben verdienen, können Sie Upgrades wie eine schnellere Bewegungsgeschwindigkeit oder eine größere Reinigungseffizienz erwerben, die das Arcade-Leben ein wenig einfacher machen. Allerdings war die Testversion nicht ganz vor Fehlern gefeit: Die Automatenspiele stürzten häufiger ab und die Bonusaufgaben brachten keine Münzen, obwohl sie erfüllt wurden. Ansonsten erfüllt das Spiel unsere wildesten Arcade- und Retro-Fantasien.

Sich wiederholende Szenen, aber brillante Missionen

Überraschend ist, dass es den ganzen Spielspaß zu einem recht günstigen Preis gibt, 19,99 Euro sind bei Steam für die PC-Version fällig. Und ein lustiges Detail sieht man auch: Der Vater der Protagonisten heißt Gerald und ruft immer wieder aus seinem Yachturlaub an der Riviera an. Ein bekannter Synchronsprecher leiht seine Stimme: Gerald an der Riviera wird von der Stimme von Geralt von Rivia aus der Serie „The Witcher“ vertont. Das gleicht die Tatsache aus, dass das Spiel zunächst langsam beginnt und die Mechanik sich wiederholt.

Es ist nicht so frustrierend, dass man die Klamotten am Anfang immer auf die gleiche Art und Weise in die Maschinen einführt und damit die Kunden zufrieden stellt, aber wie geht das: Bei vielen Zügen spielt eine eigene Animation ab, die man sich immer wieder ansehen kann und die man hat to Watch – es immer und immer wieder, da es nicht übersprungen oder ausgeschaltet werden kann. Stattdessen tauchen die kleinen Gimmicks an anderer Stelle immer wieder auf: Mal fordern uns Wäscherei-Kunden zu einem Automaten-Wettbewerb heraus, mal müssen auch alltägliche Aufgaben wie das Putzen der Toilette als Mini-Games erledigt werden.

Ein wunderbarer Retro-Traum, aber mit Zwietracht

Inspirierend ist auch die Auswahl an verschiedenen Arcade-Spielen, von Autorennen über Airhockey bis hin zu Jump’n’Run. Wer allerdings wirklich alle Maschinen freischalten und testen möchte, sollte ein fettes Zeitkonto dabei haben, denn dieses Vorhaben kann schnell in dreistellige Spielstunden ausarten. Interessanterweise gilt: Je mehr Missionen Sie absolvieren, desto mehr Geld verdienen Sie, desto langsamer geht es voran, denn die Kosten für neue Maschinen steigen enorm. An diesen Balance-Anomalien sollten die Entwickler noch arbeiten, denn irgendwann wird das Spiel zum Kampf.

Absolut liebevoller und erstaunlich detaillierter Grafikstil, gute Hintergrundmusik und Sprachausgabe, viele Arcade-Spiele und viel Spaß beim Ausprobieren der Maschinen. “Arcade Paradise” macht vieles richtig und nur weniges falsch. Unüberspringbare Animationen oder auf Dauer lästige freischaltbare Aufgaben lenken ein wenig vom Simulations-Arcade-Abenteuer ab, dennoch ist das Spiel ein wunderbarer und willkommener Traum für Arcade-Fans und Fans können hoffen, dass die Macher noch kleine Mängel ausbessern.

Nav-Compte rfi Time04.09.2022, 19:54| Veranstaltung: 04.09.2022, 19:54

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *