Aderversorgung: Grün zeigt EVN an

Politik

Die Grünen Niederösterreich berichten über den Energieversorger EVN. Ihr wird vorgeworfen, auf ihrer Website keine ausreichend transparente Grundgebühr anzubieten. Außerdem ist diese Gebühr zu hoch. EVN bestreitet.

11.08.2022 14/41

Ab heute, 14:41 Uhr online

grundlegende Energieversorgung

Die Energiegrundversorgung bezeichnet die gesetzlich verankerte Gewährleistung einer Energiegrundversorgung. Dies gilt, wenn Bürger und Kleinunternehmer die vereinbarten Tarife nicht mehr zahlen können. Der Energieversorger muss dem betroffenen Kunden denselben Tarif anbieten, den die Mehrheit seiner Kunden mit dem Grundversorgungstarif bezieht; mehr Informationen dazu in Nützliche Tipps gegen hohe Gasrechnungen (noe.ORF.at, 4. Juli 2022).

Die Grünen Niederösterreich werfen der EVN einen Verstoß gegen Landesgesetze zur Höhe und Transparenz der Energiegrundversorgung vor. Die EVN verlangt in ihrem Grundversorgungstarif einen Wucherpreis von 54 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich zur Partnerschaft würde die EVN das Vierfache verlangen, kritisiert Grünen-Chefin Helga Krismer. Beim Verband (ebenfalls Land) kostet eine Kilowattstunde in der Grundversorgung knapp 16 Cent. An der EVN ist der Staat mit 51 Prozent beteiligt.

„Während das Land Niederösterreich die Dividende kassiert, tut es auf der anderen Seite paternalistisch und gewährt Rabatte auf den Strompreis“, kritisierte der Grünen-Chef. Krismer spricht von einem “kitschigen Spiel”. „Ich hoffe, dass die EVN schnell und unverzüglich einräumt, dass sie nicht auf der Grundlage des Gesetzes handelt.“ Eine entsprechende Beschwerde gegen die EVN sei beim Bezirksamt Mödling „bereits abgeschickt worden“, sagt Krismer.

ORF-Grünen-NÖ-Chefin Helga Krismer findet „schmutziges Spiel“ bei Tarifgestaltung und Transparenz von Grundversorgungstarifen

EVN: „Voll rechtskonform handeln“

EVN weist den Vorwurf zurück. Das Entgelt für die Grundversorgung werde „vollkommen gesetzeskonform“ angeboten, betont EVN-Sprecher Stefan Zach gegenüber noe.ORF.at. Die meisten Kunden kaufen den „Optima Flex Natur“-Tarif mit 54 Cent pro Kilowattstunde.

Einen weiteren Rechtsverstoß sehen die Grünen in der Transparenz der Grundgebühr. Krismer wirft der EVN vor, das Angebot zum Wechsel in die Grundversorgung nicht wie gesetzlich vorgeschrieben auf der Homepage dargestellt zu haben. Laut Krismer muss die EVN die Kunden darüber informieren, welche Vertragsart sie am häufigsten nutzen, und ihnen einen Wechsel in die Grundversorgung anbieten.

Auch dieser Vorwurf stieß bei der EVN auf Unverständnis. Auf der Homepage der EVN sind die Quoten zu finden, so Zach: „Die Grünen sind schon im Wahlkampfmodus. Emotionen sind oft wichtiger als Fakten.“

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