Albert Rösti will die Kunst von Simonetta Sommaruga übernehmen

Rösti will die Schweizer Flagge von Sommaruga

Streit um Bilder im Bundeshaus

Albert Rösti übernimmt die Abteilung von Sommaruga, und sie freut sich auch, seine Kunst zu übernehmen. Offenbar ist es nicht so einfach, Kunst in Bern hängen zu lassen. Jetzt funktioniert es genauso. Aber kann Rösti wirklich glücklich sein?

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Albert Rösti gefällt diese Schweizerfahne, ein Werk der Künstlerin Christine Isperian aus verschiedenen Stoffen.

Sophie Reinhardt Politische Redakteurin

Weihnachtswunder sollten in Bern nicht überraschen. Immerhin ist Bethlehem ein Stadtteil der Bundesstadt. Das jüngste Wunder geschah im Bundeshaus, es ging so: Der neu gewählte Bundesrat Albert Rösti (55, SVP) erhielt von der Gemeinde seiner Wahl ein Elektrovelo und eine Fotografie der Blüemlisalp, dem Hausberg von Kandersteg Festakt in Kandersteg.

Gerade das zweite Präsent sei ihm sehr gelegen, sagte Rösti bei der Wahlfeier auf dem Bahnhofshof. Weil er zwar das Amt seiner Vorgängerin Simonetta Sommaruga (62, SP) übernehmen durfte, aber nicht das Foto seines Amtes, monierte er.

Rösti darf die Pflanze doch haben

Blick wollte daraufhin wissen, warum der neu gewählte Bundesrat den Saal nicht schmücken dürfe. Schließlich gehört dieses Kunstwerk der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Aber einfach ein Bild hochgeladen lassen, das im Vorgänger schon hochgeladen wurde, aber anscheinend ist das mit der Bundesregierung nicht so einfach. Laut Rösti widersprach Sommaruga zunächst.

Doch jetzt kommt die gute Nachricht zum Fest der Liebe. Eine Sprecherin des Departements für Umwelt und Energie kündigte an: «Bundesrat Rösti kann die Stelle in seinem künftigen Amt gerne behalten.» Wie das Weihnachtswunder geschah: Die Wege des Herrn sind unergründlich und die der Bundesverwaltung vertrackt.

Ein Geschenk des Asylkritikers

Darüber kann sich Rösti also freuen. Oder nicht? Wissen Sie, welche Art von Kunstwerk ausgezeichnet wurde? Die einheimische Künstlerin Christine Isperian entwarf die Schweizer Flagge aus verschiedenen Stoffen. Im Gegensatz zu einer traditionellen Schweizer Flagge besteht die isperische Flagge aus balkanischen Blumenschals, asiatischen Batiken und indischer Seide. Diese Arbeit zeigt die Schweiz als multikulturelles Mosaik.

Filmemacher Fernand Melgar (61) hat die Fahne 2018 der Eidgenossenschaft geschenkt. Er hatte sie vier Jahre zuvor selbst gekauft. Der Regisseur erklärte gegenüber 24 Heures, dass die Arbeit ihn „perfekt an unser Land erinnere“, das durch aufeinanderfolgende Migrationswellen entstanden sei. Melgar gilt als scharfer Kritiker der Schweizer Asylpolitik. 2011 zeigte sein Dokumentarfilm „Special Flight“ den Alltag im Abschiebegefängnis.

Lob für den Film erhielt Melgar dann unter anderem von Bundesrätin Sommaruga. Der Justizminister und damalige Chef der schweizerischen Asylpolitik bezeichnete «Special Flight» an einem Filmfestival als «einen äusserst wichtigen Film, der das Dilemma unseres Rechtsstaates auf den Punkt bringt».

Geschenke der Könige

Weihrauch, Gold und Myrrhe sind die Geschenke, mit denen das Jesuskind wohl nichts anzufangen wusste. Rösti hingegen freut sich über die Fahne, auch wenn die Herkunft ihrer Bestandteile nicht weniger exotisch ist als die Geschenke der Könige.

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