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AMD Radeon RX 7900 XTX und XT mit RDNA3-Chipsätzen im Vergleich zu GeForce RTX 4080
Die beiden neuen Grafikkarten Radeon RX 7900 XT und RX 7900 XTX sollen ab dem 13. Dezember bei AMD als Referenzdesign- und Boardpartner erhältlich sein. Der UVP von AMD beträgt 999 US-Dollar für die RX 7900 XTX mit 24 GB GDDR6-Grafikspeicher und 899 US-Dollar für die schwächere RX 7900 XT mit 20 GB. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer, sodass Sie in Deutschland je nach Dollarkurs mit höheren Preisen von mindestens 1210 oder 1090 Euro rechnen können. In Anbetracht der Spezifikationsunterschiede und vermeintlichen Leistungsunterschiede ist der Preisunterschied zu gering, die RX 7900 XT zu teuer.
AMD Radeon RX 7900 XTX mit LED-Beleuchtung
(Bild: c’t)
Spielleistung in High Definition
Mit bis zu 61,6 TFlops Rechenleistung bei einem Boost-Takt von 2505 MHz und einer überarbeiteten Architektur (siehe unten) sehen AMD 4K-Gamer die neue Radeon gut gerüstet. Bisher hat AMD für die Radeon RX 7900 XTX allerdings nur relative Leistungswerte im Vergleich zur RX 6950 XT bekannt gegeben. In Spielen mit einer Ultra-HD-Auflösung von 50 („Call of Duty Modern Warfare II“, „Watch Dogs Legion“) bis 70 Prozent („Cyberpunk 2077“) soll er schneller sein als sein Vorgänger. Kommt Raytracing zum Einsatz, beträgt der Vorsprung nur 50 („Resident Evil: Village“, „Metro Exodus Enhanced“) bis 60 Prozent („Doom Eternal“), in Einzelfällen wie „Dying Light 2: Stay Human“ darunter Klettertechnik. FidelityFX Super Resolution (FSR), aber bis zu 85 Prozent.
Konkrete Leistungsangaben gab es ansonsten nur mit dem groß angelegten FSR, der die Framerate deutlich erhöht, aber die Bildqualität reduziert. Ähnlich war Nvidia bereits bei der Vorstellung der RTX-4000-Grafikkarten vorgegangen, wo die Zahlen ohne den FSR-DLSS-Konkurrenten ebenfalls dürftig ausfielen.
Mit den vorgenannten Werten dürfte die rund 2000 Euro+ kostende RTX 4090 außer Reichweite sein, der eigentliche Gegner der Radeon-Topmodelle wird also wohl die GeForce RTX 4080 sein, die am 16 soll 1469 Euro kosten. Hier dürfte der Vergleich zu Gunsten von AMD ausfallen, solange kein Raytracing zum Einsatz kommt.
Radiance: Monitore mit 8K und Hunderten von Hertz
Als Alleinstellungsmerkmal macht AMD in der ersten Präsentation auf die „Radiance“ genannte Display-Engine aufmerksam, die im Gegensatz zu Nvidias RTX 4000 bereits die DisplayPort-2.1-Spezifikation erfüllt. Mit 1,35 Gigabit pro Sekunde pro Spur (insgesamt 54 Gbit/s) treibt er 4K-Displays mit 480 Hertz, 8K-Monitore mit 165 Hz an. Bei Nvidia ist bei 240 oder 60 Hz Schluss. Die Radeon RX 7900 XT und XTX verfügen über zwei DisplayPort-2.1-Anschlüsse und einen USB-Typ-C-Ausgang sowie eine HDMI-2.1-Buchse.
AMD Radeon RX 7900 XTX Rückseite und I/O-Panel
(Bild: c’t)
Mit diesen enormen Bildwiederholraten, für die die ersten Monitore nicht vor 2023 erwartet werden, will AMD gezielt E-Sport-Enthusiasten ansprechen. In „Valorant“, „Overwatch 2“ und „Apex Legends“ kann man laut AMD mit „eSports-Settings“ (1440p, mittlere und niedrige Details) Framerate-Limits von 833, 600 und 300 fps erreichen.
AMD verdoppelt die Media Engine, sodass sie auf zwei Streams gleichzeitig ausgeführt werden kann. Die Hardware decodiert und codiert jetzt auch AV1-Videos, was zu einer besseren Bildqualität führt, insbesondere bei niedrigen Bitraten.
AMD Navi31: Chiplet-basierter Grafikchip mit 7 Chiplets
(Bild: c’t)
Navi31 mit 7 Grafikchips
Das Herzstück beider Grafikkarten ist das Navi31 MCP oder Multichip-Paket. Es kombiniert den 300 mm² großen zentralen Grafik-Rechenchip, der die Ausführungseinheiten, den Befehlsprozessor und die Support- und Display-Engine umfasst, mit sechs 37 mm² kleinen Speicher-Cache-Arrays. Alle bieten 16 MB, also zusammen bis zu 96 MB Infinity-Cache und werden im bewährten 6-Nanometer-Verfahren von TSMC hergestellt. TSMC fertigt den Grafik-Rechenchip im neuesten 5-nm-Verfahren.
Das Speichersubsystem mit 96 MB Infinity Cache soll bis zu 2,7-mal schneller laufen als die RX 6950XT und eine kombinierte Lese-/Schreibleistung von 5,3 TB/s erreichen, wovon 960 GB/s auf GDDR6-Speicher entfallen. Zum Vergleich: Nvidias L2-Cache in der GeForce RTX 4090 konnte bisher 2,7 TB/s erreichen.
Bild 1 von 11 (Bild: AMD)
Die 96 Compute Units bekommen einen neuen Build, allerdings knausert AMD vorerst noch an Details. Beide Gruppen von zweimal 32 Shader-ALUs werden nach Möglichkeit mit diversen Befehlen (VLIW2) versehen, die die Performance steigern können. Dazu muss der Shader-Compiler allerdings Anweisungen aus dem Datenstrom extrahieren, die parallel verarbeitet werden können (Instruction-Level Parallelism, ILP). Ist dies nicht der Fall, bleibt die Leistung auf der Strecke. Außerdem gibt es 50 Prozent mehr Registerspeicher, den sich allerdings alle Ausführungseinheiten teilen müssen, sodass es hier manchmal eng werden könnte.
Für Raytracing-Einheiten hat AMD die Unterstützung für DXR-Ray-Flags integriert und die Leistung und das Ausführungsfenster um 50 Prozent erhöht. Auch die Box-Sorting- und Raytracing-Funktionen wurden überarbeitet.
Es gibt auch zwei KI-Engines, die mit einem 8-Bit-Integer-Format und bfloat16 umgehen können und laut AMD-Kollege Sam Naffziger für Spiele ausgelegt sind, aber nicht für allgemeines Computing. Es ist derzeit nicht geplant, sie separat über die API anzusteuern, damit Entwickler sie selbst verwenden können. Vielmehr dürften sie an AMDs FSR 3 mit AMD Fluid Motion Frames gebunden sein, die ähnlich wie Nvidias DLSS 3 künstlich erzeugte Frames zwischen gerenderten Bildern einfügen sollen (Frame-Generation), Details dazu wollte AMD aber noch nicht nennen.
Technische Daten Radeon RX 7900 XTX Radeon RX 7900 XT GeForceRTX 4090 GeForceRTX 4080 Shader Kerne 12288 10240 16384 9728 Boost Takt 2,505 GHz k. Spezifikation 2,52 GHz 2,51 GHz Basistakt 2,30 GHz 2,0 GHz 2,23 GHz 2,21 GHz Rechenleistung (Schrittweite) 61,6 TFlops k. Spezifikation 82,6 TFlops 48,8 TFlops Standardspeicherkonfiguration 24 GB GDDR6 20 GB GDDR6 24 GB GDDR6X 16 GB GDDR6X L2-Cache) TDP 355 Watt 300 Watt 450 Watt 320 Watt Preis 999 US-Dollar zzgl. Steuern (ca. 1210 Euro) 899 US-Dollar zzgl. Steuern (ca. 1090 Euro) 1949 Euro 1469 Euro
extern
AMD bietet im Referenzdesign einen 2,5-Slot-Kühler mit drei Axiallüftern an, ähnlich der Radeon RX 6800/6900 XT. Mit 287 Millimetern…