Zehn Tote bei Messerangriffen in Kanada an 13 Orten in Saskatchewan
05.09.2022, 00:21
Bei Messerangriffen in abgelegenen Gemeinden in Kanada sind zehn Menschen getötet und weitere verletzt worden. Nach Angaben der Polizei fanden die Angriffe an 13 verschiedenen Orten in der Provinz Saskatchewan statt. Zwei Verdächtige sind auf der Flucht.
Bei einer Serie von Messerattacken in Kanada sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Zwei Verdächtige seien auf der Flucht, teilte die Provinzpolizei Saskatchewan auf einer Pressekonferenz mit.
Bei den Anschlägen vom Sonntag wurden weitere Menschen verletzt und 15 zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Die kanadische Polizei sagte, sie suche nach zwei Verdächtigen. Sie wurden zuletzt am Steuer eines schwarzen Nissan Rogue gesehen. Kanadische Medien schreiben, die Männer seien “bewaffnet und gefährlich”.
Zum Motiv konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. „Es scheint, dass einige der Opfer gezielt ausgewählt wurden und andere zufällig ausgewählt wurden“, sagte die Polizistin Rhonda Blackmore. “Deshalb wäre es extrem schwierig, an dieser Stelle ein Motiv zu nennen.”
Blackmore sagte, die Opfer seien an zwei Orten in Saskatchewan angegriffen worden: im Reservat der James Smith Cree Nation und im Dorf Weldon. Der erste Notruf ging morgens um 5.40 Uhr (Ortszeit) ein, in den folgenden Minuten wurden weitere Angriffe von nahe gelegenen Tatorten gemeldet. Kurz nach 7 Uhr gab die Polizei eine erste Warnung an die Bevölkerung heraus. Vier Stunden später sollen die beiden Verdächtigen in der knapp 300 Kilometer südlich gelegenen Provinzhauptstadt Regina gesichtet worden sein. Die gewählten Führer des Reservats riefen den Ausnahmezustand aus.
„Ganz Saskatchewan weint“
Der Provinzpremier twitterte im Namen seiner Regierung sein Beileid. „Ganz Saskatchewan trauert mit den Opfern und ihren Familien“, schrieb Scott Moe von der Saskatchewan Conservative Party. Der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Marco Mendicino, sagte auf Twitter, dass die Polizei von Saskatchewan alle verfügbaren Ressourcen nutzt, um die beiden Verdächtigen zu finden, und die Öffentlichkeit über neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten wird.
Die Polizei suchte in Saskatchewan und den Nachbarprovinzen Manitoba und Alberta nach den beiden männlichen Verdächtigen im Alter von 31 und 30 Jahren. Die Fläche dieser drei Provinzen in Zentralkanada ist mehr als fünfmal so groß wie die Fläche Deutschlands. Allein Saskatchewan ist fast doppelt so groß wie Deutschland, aber mit knapp 1,2 Millionen Menschen sehr dünn besiedelt.
„Wir haben derzeit keinen Hinweis darauf, dass sie in andere Provinzen gereist sind“, sagte Blackmore. Besonderes Augenmerk gilt der Provinzhauptstadt Regina mit rund 230.000 Einwohnern. Dort wurden die Menschen aufgefordert, an einem sicheren Ort zu bleiben und keine Anhalter mitzunehmen. Zusätzliche Kräfte seien auch zu einem Spiel in einem Fußballstadion beordert worden, sagte er.