Apple erwägt eine Öffnung für andere App-Stores in der EU

14. Dezember 2022

Kunden sollen auch Software von Drittanbietern herunterladen können © APA/AFP/CHRIS DELMAS

Laut einem Medienbericht bereitet sich Apple darauf vor, alternative App-Stores auf seinen iPhones und iPads in der Europäischen Union zuzulassen. Als Teil der Änderungen könnten Kunden Software von Drittanbietern auf ihre Geräte herunterladen, ohne den Online-Shop von Apple zu nutzen, berichtete Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Hintergrund sind neue Regelungen der EU-Kommission im Rahmen des Digital Markets Act (DMA).

Sie treten voraussichtlich Mitte 2024 in Kraft, wobei unklar ist, ob Apple auch weitere darin enthaltene Vorgaben umsetzen will, etwa die Zulassung alternativer Zahlungsmethoden. Eine Stellungnahme von Apple lag zunächst nicht vor.

Bislang können die Produkte nur aus dem Apple Store heruntergeladen werden, der als App auf Geräten mit dem Apfelbit kommt. Die amerikanische Gruppe nimmt eine Provision von 30 Prozent auf Einkäufe. Nach Angaben des Branchendienstes Sensor Tower hatten die entsprechenden Deals im vergangenen Jahr ein Volumen von rund zehn Milliarden Dollar. So könnte die neue Regelung für die EU die Einnahmen der Apple-Dienstleistungssparte gefährden, wenn beispielsweise Unternehmen mit eigenen App-Stores wie Microsoft, Meta oder Amazon beitreten würden.

Der CFRA-Aktienanalyst Angelo Zino schätzte jedoch, dass nicht mehr als 0,2 Prozent des Gesamtumsatzes von Apple durch die direkte Konkurrenz der App-Stores in Europa beeinträchtigt würden. „Am Ende werden die Auswirkungen minimal sein, weil die meisten Verbraucher Gewohnheitstiere sind und mit der Plattform sehr zufrieden sind“, sagte er. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Verbraucher den Status quo beibehalten und den bestehenden App-Store nutzen werden.“ Alphabet seinerseits erlaubt seit Jahren das sogenannte „Sideloading“ in Smartphones mit seinem Android-Betriebssystem. Im Rahmen einer Klage gegen Apple hat „Fortnite“-Macher Epic Games behauptet, dass 90 Prozent aller Downloads weiterhin über Googles offiziellen App Store laufen.

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