Astro A30 Wireless (2022) im Test: Viel Kopfhörer für viel Geld

Wir hatten in den letzten Jahren einige High-End-Kopfhörer. Ab ca. 150 Euro/SFr. mit dem Corsair HS80, das eigentlich bis heute mein Lieblingsheadset ist, bis hin zu sehr teuren Geräten wie dem Master & Dynamic MG20. Nun meldet sich mit dem Astro A30 ein alter Bekannter zurück, der aber jede Menge neue Technik mitgebracht hat. Logitech hat fast alles in das Modell eingebaut, was derzeit möglich ist. Sie erlaubten mir, mir den neuen Klassenprimus des Herstellers näher anzusehen.

Schlankes Design ohne RGB-Schnickschnack oder benutzerdefinierte Elemente

Logitech hat eine lange Gaming-Geschichte, die sogar bis in meine frühere professionelle eSports-Karriere zurückreicht. Das Design war schon damals recht schlicht, was aber nicht heißt, dass der Hersteller nicht auch „blinzeln“ kann. Der Astro A30 hingegen ist nicht besonders schlicht gestaltet, hat aber bis auf eine Status-LED kein RGB, was mir persönlich sehr gut gefällt. Jedenfalls kann ich die Kopfhörer nicht sehen, wenn ich spiele, und RGB verbraucht nur Strom. Zumindest persönlich bin ich froh, wenn ich es einfach ausschalten kann.

Auf Extravaganz müssen Sie dabei aber nicht verzichten. Die Ohren sind außen mit einer Schicht bedeckt, die in den Farben des Regenbogens leuchtet. Darüber werden magnetische, milchige und transparente Abdeckungen gelegt. Sieht richtig gut aus, auch wenn man sich über den Geschmack natürlich streiten kann. Sie haben auch die Möglichkeit, die innere Regenbogenschicht auf andere Farbvarianten umzustellen und die transparente magnetische Abdeckung kann auch mit verschiedenen Modellen aus dem Logitech/Astro-Store angepasst werden. So haben Sie viel Platz, um Ihren eigenen Gamer-Stil bei Bedarf und ohne RGB auszudrücken. Später zahlt man dafür aber mehr.

Insgesamt hat das Astro A30 Wireless im Test unglaublich gut abgeschnitten. Zwar hat es für meinen Geschmack etwas zu viel Plastik für den doch recht hohen Preis, dennoch fühlt sich der Kopfhörer sehr hochwertig an. Die obere Polsterung des Kopfes ist mit einer Art Gummischicht überzogen, was mich zunächst skeptisch machte, sich dann aber als sehr bequem herausstellte. Den Anpressdruck auf die Kunstlederpads würde ich als mittel bis hoch bezeichnen. Trotz der Brille hatte ich keine Probleme und das Astro A30 Wireless fühlte sich während des Tests nicht unangenehm auf meinem Kopf an.

Bilder: PocketPC.ch / Laser

Schön: Die Ohrpolster lassen sich magnetisch abnehmen und reinigen. Einfach anziehen und los geht’s! Das ist wirklich stark, und zu wenige High-End-Gaming-Headsets bieten es. Ich hoffe aber sehr, dass Astro oder Logitech G irgendwann Ohrpolster aus einem anderen Material anbieten. Kunstleder ist wirklich nicht jedermanns Sache und hat neben einigen Vorteilen auch einige Nachteile. Da man das Design der Kopfhörer so gut anpassen kann, wäre das zumindest der nächste Schritt.

Viel Technik im Astro A30 Wireless

Die Astro-Tochter hat Logitech wahrscheinlich zuerst gefragt, wie viel Technik sie in Gaming-Headsets stecken sollten, und die Antwort war wahrscheinlich “Ja!”. Das Astro A30 kann sich per Dongle (aber mit Einschränkungen, dazu später mehr) mit allen Konsolen und per Bluetooth mit einem Handy verbinden. Übrigens hält es beide Verbindungen gleichzeitig offen, sodass Sie während des Spielens telefonieren, Anrufe annehmen oder Benachrichtigungen abhören können. Ich kenne so etwas erst ab über 300 Euro/SFr. das teure SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless oder das ebenfalls deutlich teurere Corsair Virtuoso XT.

Über USB-C lassen sich die Kopfhörer schnell aufladen, außerdem können sie auch mit 3,5-mm-Klinkenanschluss verwendet werden. Die entsprechenden Kabel sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten. Das Mikrofon ist übrigens abnehmbar. Aber auch im Ohrhörer sind Mikrofone eingebaut, sodass Sie das Astro A30 Wireless auch beim Telefonieren mit dem Handy von unterwegs nutzen können. Das funktioniert recht gut und reibungslos, allerdings sollte man nicht die höchste Qualität erwarten. Andere Kopfhörer sind vielleicht besser.

Wirklich gut! Die Ohrpolster sind magnetisch abnehmbar. Zubehör von Drittanbietern kann an dieser Stelle gerne beginnen. Bild: PocketPC.ch / Laser

Logitech behauptet, dass das Astor A30 Wireless mit absolut ALLEM kompatibel ist. Egal ob PS4/PS5, beide Konsolen der Xbox-Serie, Nintendo Switch oder PC oder macOS. Es kann auch über Bluetooth oder eine 3,5-mm-Buchse mit einem Mobiltelefon verbunden werden. Herzstück ist der Dongle mit Logitechs Lightspeed-Technologie, der im 2,4-GHz-Band funkt. Beim Kauf muss allerdings darauf geachtet werden, welches Modell man in den Warenkorb legt, denn der mitgelieferte Dongle kann aufgrund von Microsofts proprietärem Standard auf der Xbox nur für eine Konsole genutzt werden. So gibt es eine Version für Sonys PlayStation- oder Xbox-Konsolen.

Allerdings für 29,99 Euro/SFr. kaufen Sie einfach einen der beiden Dongles. Es ist im Logitech oder Astro Gaming Store erhältlich. So können Sie das Headset ganz einfach mit der anderen Konsole verbinden. Das vereinfacht die Kompatibilität und man muss es nicht unbedingt zweimal kaufen. Ich sollte auch viel mehr Hersteller auf diese Weise handhaben! Ich bin wirklich sehr begeistert von dieser Idee und sie sollte Standard werden.

Viele Verbindungen und für jeden etwas dabei. Egal ob per Telefon, drahtlos oder per USB-C. Bild: PocketPC.ch / Laser

Astro A30 im Test: So klingt der All-Terrain bei Spielen und Musik

Aber all das spielt keine Rolle, wenn die Kopfhörer nicht gut klingen. Auch hier kann ich dich beruhigen. Der Klang des Astro A30 ist wirklich sehr gut. Der Bass ist im “Immersive”-Modus druckvoll, ohne die Dynamik zu zerstören. Die Höhen und Mitten sind knackig und auch bei höheren Lautstärken sehr gut hörbar. Die Dynamik ist sehr stark und hält schnellem Gameplay stand. Dank dessen ist selbst in der hektischsten Actionszene noch alles um Sie herum zu hören. Insgesamt sehr ausgewogen, mit minimaler Bassverzerrung, was dem Kopfhörer aber sehr gut steht.

Zum guten Bass trägt übrigens auch das Kunstleder der Kopfhörer bei, da die Polster recht gut schließen. Die passive Geräuschunterdrückung ist sehr gut. Das ist zumindest ein Vorteil dieser Art der Polsterung, aber es gibt auch einen Nachteil: Das Design wirkt sehr geschlossen und isoliert. Dadurch wirkt die Klangbühne nicht ganz so offen, auch wenn die Position der Gegner keine Rolle spielt, macht sich die eingeschränktere Klangbühne des Astro A30 Wireless im Test durchaus bemerkbar. Der Corsair HS80 fühlt sich durch die Stoffbespannung deutlich offener an, schirmt aber Außengeräusche weniger gut ab. Es ist letztendlich eine persönliche Präferenz, obwohl ich eher ein Fan von Stoffpolstern als von Kunstleder bin. Vielleicht bringt Logitech weitere Over-Ear-Pads auf den Markt. Für solche schnellen Wechsel und Anpassungen ist die Magnetvorrichtung prädestiniert.

Die durchsichtigen „Dinge“ lassen sich sehr leicht entfernen und austauschen. Der Effekt ist leicht zu sehen. Bild: PocketPC.ch / Laser

Der Astro A30 schneidet im Musiktest nicht überragend ab, ist aber immer noch ziemlich gut. Es ist in Ordnung und kann auch für musikalische Zwecke verwendet werden. Allerdings merkt man schnell, dass Gaming-Headsets fürs Gaming konzipiert sind, und so fehlt es „Out of the Box“-Headsets definitiv an etwas. Denn was beim Gaming noch als „neutral“ und super ausgewogen gilt, ist bei der Musik eine andere Geschichte. Bass ist gut, aber Mitten und Höhen verlieren beim Musikhören etwas an Präzision, zumindest bei sehr genauem Hinhören. Am Ende des Tages kann man mit dem Equalizer der Logitech G App noch etwas rausholen, müsste dann aber ein extra Profil erstellen, um das Spielerlebnis nicht zu zerstören und bei Bedarf wechseln zu können .

Die Logitech G App funktioniert ziemlich gut – muss verbessert werden

Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der durchaus kontrovers diskutiert werden kann. Das Astro A30 Wireless unterstützt nicht die Logitech G-interne App für Windows und macOS. Es wird einfach nicht erkannt. Die Logitech G App für Android und iOS hingegen ist voll kompatibel mit dem Astro A30 Wireless. Dann können Sie alle Einstellungen mit Equalizer, automatisch eingestellten Profilen, Nebengeräuschen und mehr vornehmen. Ich hätte gerne Unterstützung für die PC- oder Mac-Software gehabt, aber das war wahrscheinlich nicht mehr möglich.

Übrigens können Sie die App zukünftig auch für Firmware-Updates nutzen. Der Button dafür ist derzeit ausgegraut und nicht anklickbar. Das soll sich aber ändern, sobald Logitech die ersten Updates verschickt. Sie können das Headset bei Bedarf auch einfach mit der Logitech G-App auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Alles in allem geht die Bedienung über die App in Ordnung, allerdings müssen die Kopfhörer ständig mit dem Smartphone verbunden sein, was mich persönlich frustriert hat.

Die App bietet viele Einstellungsmöglichkeiten, ist aber auch zwingend notwendig. Leider gibt es keine App für PC und macOS! Bildschirmfoto: Logitech/Astro

Negativpunkte des Astro A30 Wireless im Test

Aber auch dieses Headset ist nicht ohne Minuspunkte. Zum einen ergänzt die durch die Ohrpolster begrenzte Schallöffnung, die ich persönlich etwas vermisse, einfach die permanente Bluetooth-Verbindung zum Smartphone. Sobald die Mobilfunkverbindung hergestellt ist, verbindet sich der Astro A30 bei jedem Einschalten mit dem Smartphone. Das ist sehr ärgerlich, denn in den meisten Fällen nutze ich mein Handy gar nicht…

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *