Benzinpreise: So will Union künftig Fehler wie Tankrabatte vermeiden

Die Kraftstoffpreise steigen und steigen. Laut ADAC vom Sonntag kostete der Diesel bundesweit im Schnitt 2.054 Euro pro Liter, der Super E 10 1.913 Euro. Damit ist Diesel noch teurer als vor Einführung des Pfandrabatts zum 1. Juni, die Wirkung der Steuersenkung lässt also nach.

Nachdem Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angekündigt hatte, gegen Mineralölkonzerne und deren Preispolitik vorzugehen, hat die Unionsfraktion im Bundestag nun ein Konzept eingebracht, um zu verhindern, dass Ölmultis mit Maßnahmen wie dem Tank zusätzliches Geld erwirtschaften. Rabatt.

Laut der Anfrage, die WELT vorliegt, müssen künftig alle Details zur Berechnung der Spritpreise in Deutschland den Behörden offengelegt werden. CDU und CSU wollen die Preise der Fraktionen klären, weil Benzin und Diesel angesichts der zu erwartenden Verknappung tendenziell noch teurer werden und die Frage nach einer neuen Entlastung für Autofahrer aufgeworfen wird. Und natürlich will auch die Opposition zeigen, wie die Schwächen des aktuellen Panzerrabatts geheilt oder in Zukunft vermieden werden können.

Quelle: WELT Infografik

Ausgerechnet CDU und CSU würden dafür sorgen, dass die viel kritisierte Entlastung für Motorradfahrer dennoch ein Erfolg wird. Und das mit einem Instrument, das SPD und Grüne meist wirtschaftspolitisch stützen: breite Transparenz.

„Pflichtige Offenlegung wesentlicher Kraftstoffpreisbestandteile“

Am 1. Juni wurde die Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate gesenkt. Damit soll Benzin 35,2 Cent billiger werden, Diesel 16,7 Cent, mit dem Ziel, deutsche Autofahrer von der hohen Inflation zu entlasten. Die Wirkung trat jedoch nicht ein. Weil Rohöl auf den Weltmärkten so teuer ist, begründet die Fuel and Energy Industry Association dies. „Entgegen vieler Darstellungen in Politik und Medien haben Tankstellen die Senkung der Energiesteuer durchgesetzt“, sagt Verbandsgeschäftsführer Adrian Willig.

ADAC Transit-Präsident Gerhard Hillebrand sagte gegenüber WELT: „Seit einigen Monaten lässt sich der Anstieg der Kraftstoffpreise nicht mehr mit der Rohölpreisentwicklung erklären haben sich im Raffineriesektor verfünffacht.“ Fakt ist auch Hillebrand: „Schon vor der Energiesteuererhöhung waren die Preise deutlich überhöht, der Pfandrabatt steht Verbraucherfahrern nur teilweise zur Verfügung.“ Wer hat recht: die Mineralölindustrie oder der ADAC?

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Um dies zu klären, fordert die Union die Bundesregierung in ihrem Antrag auf, „eine verpflichtende Offenlegung der wesentlichen Bestandteile der Kraftstoffpreise bei der Markttransparenzstelle zu prüfen“. Denn: „So kann die Transparenzstelle unabhängig beurteilen, ob Unternehmen eine Senkung der Energiesteuern oder andere staatliche Erleichterungen an die Verbraucher weitergeben. Sie sollte ihre Erkenntnisse öffentlich bekannt machen.“

Brisant ist das jüngste Urteil, weil Unternehmen mit dieser Meldung Geschäftsgeheimnisse an die beim Bundeskartellamt angesiedelte Transparenzstelle offenlegen sollen. Seit 2013 werden alle Preisänderungen an Tankstellen gemeldet. Auch die Rohölpreise auf den Weltmärkten können öffentlich verfolgt werden. Andererseits behalten die Konzerne die Preisfaktoren der übrigen Produktionskette für sich.

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Dazu gehören unter anderem die Verarbeitung des Rohöls in Raffinerien, die in der Regel Mineralölkonzernen gehören, sowie die Kosten für Logistik, Vertrieb und Verwaltung sowie die sogenannte Öllagerung, die Unternehmen zahlen müssen. oder durch Mischen von Biokraftstoffen. „Um festzustellen, ob Mineralölkonzerne den Pfandrabatt wirklich an die Kunden weitergeben, brauchen wir einen kompletten Überblick darüber, wie sich die Benzin- und Dieselpreise von der Ölförderung bis zur Tankstellenbelieferung zusammensetzen.“ Die Behörde könne nur eingreifen und die Bürger davor schützen überhöhte Kosten, wenn das Kartellamt die wesentlichen Informationen dazu hat”, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz WELT.

Die Kritik am Panzerrabatt hält an

Eigentlich dürfte die Union wenig Hoffnung haben, dass die Ampelkoalition nachziehen wird. Der Panzerrabatt, ursprünglich in etwas anderer Form eine Idee von Finanzminister und FDP-Chef Christian Lindner, war im Regierungsbündnis heftig umstritten. Die drei Parteien einigten sich erst, nachdem eine zusätzliche Erleichterung für Nichtfahrer beschlossen worden war, etwa das 9-Euro-Ticket.

„Der Panzerrabatt ist die am meisten gescheiterte Geschenkaktion des Jahres“

„Von den drei Milliarden Euro bleiben zwei Milliarden bei den Mineralölkonzernen“, sagt Kolumnist Jan Fleischhauer über den Rabatt auf die Kaution. Es sei „das misslungenste Geschenk des Jahres“. Beginnen Sie nun mit dem Finger darauf zu zeigen. Dass das nur dem Image der FDP schadet, glaubt er nicht.

Quelle: WELT / Jan Fleischhauer

Doch seit der Einführung des Tankrabatts reißt die Kritik nicht ab. Der Plan von Wirtschaftsminister Habeck sieht nun vor, das Kartellrecht zu verschärfen, rechtliche Möglichkeiten zu schaffen, illegale Gewinne leichter abzubauen und letztlich sogar Unternehmen zerschlagen zu können, wie es in einem Dokument aus Positionierung heißt.

Dazu wäre allerdings eine umfassende Überarbeitung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen erforderlich. Kurzfristig ist dies kein Instrument, um den angeblichen Missbrauch des Tankrabatts wie die Unionsinitiative zu verhindern. Chancenlos ist die Bewerbung laut CDU und CSU nicht.

Wirtschaftsminister Habeck dürfte sich beim Krisenmanagement in Sachen Panzerrabatte mit den Koalitionspartnern fast alleine fühlen. Die FDP hatte die Bombenentlastungspläne vorangetrieben, die Grünen waren skeptisch. Und jetzt, wo es Probleme bei der Umsetzung gibt, verweisen SPD und FDP auf Minister Green Habeck, der die Probleme lösen soll. „Der dafür zuständige Bundesminister ist Robert Habeck“, erklärte SPD-Vorsitzende Saskia Esken kürzlich.

Der Finanzminister im Interview

Die Union, einmal handlungsfähig, will die Verbraucherrechte nun auch in anderen Bereichen stärken. CDU und CSU fordern in ihrem Antrag, dass Lebensmittel wie Fleisch, aber auch verarbeitete Lebensmittel und Lebensmittel, die in der Gastronomie angeboten werden, mit einem Etikett versehen werden, auf dem die genaue Herkunft angegeben ist. Verbraucher sollten zudem konsequenter vor irreführenden Werbeversprechen und falschen Online-Einzelhandelsbewertungen geschützt werden.

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