Berlin-Lankwitz: 15-Jähriger stirbt bei Unfall mit BVG-Bus: Krankenwagen braucht 20 Minuten
rbb
Video: rbb24 | 11.12.2022 | Material: rbb, TVNewsKontor | Bild: rbb
Bei einem Busunglück in Berlin-Lankwitz ist am Samstag eine junge Frau ums Leben gekommen, nachdem sie und eine Begleiterin unter einem Bus eingeklemmt worden waren. Ein Rettungswagen brauchte 20 Minuten, um am Unfallort einzutreffen.
- Ein 15-jähriges Mädchen ist am Samstagabend bei einem Unfall mit dem BVG-Bus ums Leben gekommen
- Ein 14-jähriges Mädchen wurde schwer verletzt, aber ihr Leben ist wahrscheinlich nicht in Gefahr
- Laut Polizei sollen die Mädchen bei Rot die Straße überquert haben
- Erster Krankenwagen nach 20 Minuten
- Die Feuerwehr fordert Verbesserungen im Rettungsdienst
Ein 15-jähriger Teenager ist bei einem Unfall mit einem Doppeldeckerbus in Berlin-Lankwitz ums Leben gekommen. Ihr 14-jähriger Begleiter wurde am Kopf und Oberkörper schwer verletzt; Laut Polizei soll keine Lebensgefahr bestehen.
Nach derzeitigem Kenntnisstand war am Samstagabend gegen 18.45 Uhr ein Bus M82 auf der Leonorenstraße in Richtung Kaiser-Wilhelm-Straße unterwegs. Kurz nach der Kreuzung mit der Calandrellistraße hielt der Doppeldecker an und erfasste die beiden Jugendlichen, als sie angeblich an einer roten Ampel die Straße überquerten. Beide Mädchen fielen unter den Bus.
Der 62-jährige Busfahrer stand unter Schock und musste medizinisch versorgt werden.
Nach dem Unfall schritten Polizei und Rettungskräfte ein. Die Feuerwehr schickte rund vierzig Einsatzgeräte und mehrere Spezial- und Rettungsfahrzeuge. Auch ein Hubschrauber war vor Ort. Die Polizei war vor Ort, um die genaue Unfallursache zu ermitteln und Zeugen zu befragen. Auch ein Sachverständiger wurde beauftragt.
Nach Angaben der Feuerwehr waren die Jugendlichen unter dem Bus eingeklemmt. Um sie zu bergen, wurde ein Rettungsfahrzeug eingesetzt, das mit Hilfe von Hydraulikgeräten den Bus anhob.
Die ersten Helfer am Einsatzort nach neun Minuten – der Krankenwagen brauchte 20 Minuten
Die ersten Fahrzeuge seien neun Minuten nach dem Notruf am Einsatzort gewesen, der erste Rettungswagen aber erst nach 20 Minuten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Ziel ist es, die Einsatzorte in maximal zehn Minuten zu erreichen. Der Berliner Rettungsdienst ist seit langem überlastet, auch weil es an Personal mangelt und viele Notrufe eingehen, die nichts mit echten Notfällen zu tun haben. Im Jahr 2021 konnte die Hälfte aller angeforderten Notrufe mit Krankenwagen nicht einmal die Zielvorgabe von zehn Minuten einhalten. Ein Rechtsanspruch darauf besteht jedoch nicht.
Ein Sprecher der Feuerwehr sagte dem rbb am Samstagabend: „Aus dem Notruf haben wir erfahren, dass mehrere Menschen verletzt wurden und dass unter einem Bus Menschen eingeklemmt waren. Deshalb ist unser Rettungsteam sofort mit einem Abschleppwagen losgefahren. Wir haben zwei.“ Menschen, hier mit hydraulischen Rettungsgeräten, die unter dem Bus verstaut sind.“
Viele „Beobachter“ an Absturzstelle: BVG „tief betroffen“
Laut Polizei wurden mehrere Schäfer zum Unfallort gerufen, weil es viele Zeugen des Unfalls gab. Dafür wurde ein zusätzliches Fahrzeug bereitgestellt. Ein Polizeiseelsorger übernahm auch die Leitung der Einsatzkräfte, die ebenfalls die schrecklichen Bilder verarbeiten müssen. Wie viele Menschen in dem Bus M82 saßen, war zunächst unklar.
Nach Angaben der Polizei versammelten sich bei der Bergungsaktion “viele Schaulustige” an der Absturzstelle. Die durch den sogenannten Gaffer verursachten Behinderungen waren nicht bekannt.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben mit Bestürzung auf den tödlichen Busunfall reagiert. „Wir sind tief betroffen“, sagte ein Sprecher des kommunalen Unternehmens am Abend der Deutschen Presse-Agentur. “Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Unfallbeteiligten.”
Ausstrahlung: rbb24 Spätausgabe, 10.12.2022, 21:45 Uhr