Berliner Lambrecht-Bericht kündigt weitere Granaten an

exklusiv

Stand: 02.10.2022 15:08

Verteidigungsminister Lambrecht hat der Ukraine weitere Waffenlieferungen zugesagt. 16 Systeme der Radhaubitze “Zuzana” sollen im nächsten Jahr nach Kiew geliefert werden, kündigte der Berliner Bericht an.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hat unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus der Ukraine neue Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. „Wir werden uns wie bisher mit Partnern auf vielfältige Weise weiter engagieren“, sagte der SPD-Politiker dem Berliner Bericht.

„Deshalb können wir im nächsten Jahr 16 Systeme der Radhaubitze ‚Zuzana‘ in die Ukraine liefern, finanziert von Deutschland zusammen mit Dänemark und Norwegen und produziert in der Slowakei“, kündigte er an. Die angekündigte Lieferung der Zweiradhaubitze Zuzana hat nach Angaben der ARD-Hauptstadtstudie einen Wert von 93 Millionen Euro.

“Die Luftverteidigung ist zu einem zentralen Thema geworden”, sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht zu neuen Waffenlieferungen an die Ukraine

Bericht aus Berlin, 2. Oktober 2022

Das “Iris-T SLM”-System sollte schnell eintreffen

Die Verteidigungsministerin versprach gestern bei einem Besuch in der ukrainischen Hafenstadt Odessa ihrem Amtskollegen Oleksiy Resnikov, die Auslieferung der ersten Einheit des bereits zugesagten Bodenluftverteidigungssystems Iris-T SLM voranzutreiben. Das sollte in ein paar Tagen eintreffen. Selbst der Bundeswehr fehlt noch das moderne System.

Die Ukraine fordert aber auch Kampfpanzer wie den modernen „Leopard 2“ und gepanzerte Mannschaftstransporter aus westlichen Ländern wie Deutschland. Diese Panzer könnten für die Ukraine beim Vormarsch und der Rückgewinnung von Gebieten nützlich sein. Bisher hat jedoch kein Nato-Land Kampfpanzer nach westlichem Vorbild geliefert.

„Wir beobachten sehr genau, wie sich Russland jetzt verhält“, so Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht zur aktuellen Kriegslage in der Ukraine.

Bericht aus Berlin, 2. Oktober 2022

Lambrecht setzt auf den Austausch von Ringen

Im Berliner Bericht verteidigte Lambrecht diese Position. Da die Ukraine schnelle Hilfe benötigt, ist der Austausch von Kampfpanzerringen über Länder wie Griechenland oder die Slowakei das bevorzugte Mittel. „Wir werden mit unseren Partnern immer abgestimmt handeln, wir werden mit unseren Partnern immer abgestimmt Entscheidungen treffen. Und das wird auch in Zukunft so sein“, kommentierte er die Regierungslinie.

Deutschland und seinen Verbündeten ist klar, dass sie sich nicht in den Krieg einmischen werden. „Das hat uns von Anfang an geleitet. Und das hat sich auch nicht geändert.“

Russland wird überwacht

Lambrecht machte deutlich, dass er diese Zurückhaltung nicht als Flucht aus Russland verstanden wissen wolle. Im Vorfeld der Scheinabstimmung in den besetzten Gebieten der Ukraine hatte Präsident Wladimir Putin erneut indirekt mit einem Atomschlag gedroht.

Davon dürfe man sich nicht lähmen lassen, sagte der Verteidigungsminister. „Deshalb ist unsere Position ganz klar: Wir werden die Ukraine weiter unterstützen und uns von diesen Drohungen nicht aufhalten lassen.“ Die Bundesregierung und ihre Nato-Partner beobachten sehr genau, wie sich Russland jetzt verhält.

“Der Krieg wird Monate dauern”

Obwohl Russland diese Woche besetzte Gebiete der Ukraine völkerrechtswidrig annektiert hat, hat die Kremlführung einen herben Rückschlag erlitten. Tausende Soldaten zogen sich aus der Stadt Lyman in der Ostukraine zurück, um einer Einkreisung durch ukrainische Truppen zu entgehen. Inzwischen hat Kiew bekannt gegeben, dass es die volle Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt hat.

Mit dem Fall der Stadt wurde der Weg nach Kreminna und Svatowe für ukrainische Truppen geöffnet. Beide Städte liegen in der Region Lugansk und gelten als wichtige Verkehrsknotenpunkte. Lambrecht betrachtete diesen Vorstoß als großen Erfolg, aber eine Wende des Krieges war noch nicht erreicht. “Und deshalb ist es so wichtig, ukrainische Soldaten auszubilden, auch für die Zukunft. Leider müssen wir damit rechnen, dass dieser Krieg Wochen und Monate dauern wird.”

Mit Informationen von Matthias Deiß, ARD-Hauptstadtstudio

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