Biden schließt Macron aus: Lindner warnt vor „Handelskrieg“ mit den USA

Biden weist Macron zurück Lindner warnt vor “Handelskrieg” mit den USA

12.03.2022 01:42

Die US-Regierung will mit einem speziellen Förderpaket die eigene Wirtschaft ankurbeln. Bundesfinanzminister Lindner ärgert sich über die „massiv protektionistische Wirtschaftspolitik“ von US-Präsident Biden. Aber auch die Korrekturen beim Besuch des französischen Staatschefs Macron wies er zurück.

Bundesfinanzminister Christian Lindner kritisiert die US-Wirtschaftspolitik bezüglich des US-Antiinflationsgesetzes und warnt gleichzeitig vor einem Handelskrieg mit den USA. „Die USA sind unser geschätzter Partner, aber gleichzeitig gibt es eine enorm protektionistische Wirtschaftspolitik“, sagte Lindner der „Welt am Sonntag“. Deshalb muss die Bundesregierung deutsche Interessen in Washington vertreten und auf die negativen Folgen für die Bundesrepublik hinweisen.

Anders als die französische Wirtschaft ist die deutsche Wirtschaft jedoch eng mit dem amerikanischen Markt verbunden. „Deshalb kann Deutschland kein Interesse an einem Handelskrieg haben, sondern muss auf Wirtschaftsdiplomatie setzen“, so Lindner weiter. Das US-Inflationskontrollgesetz sieht Klimaschutzinvestitionen in Milliardenhöhe vor. Subventionen und Steuergutschriften sind an Unternehmen gebunden, die US-Produkte verwenden oder in den USA produzieren.

Daran gibt es in Europa viel Kritik. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron sprach das Thema bei seinem Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten an. Er warnte davor, dass das Gesetz solche Disparitäten schaffen würde, dass viele Unternehmen nicht mehr in Europa investieren würden, was den Westen zu spalten drohte.

Biden weist die Korrekturen zurück

Weitere Gesetzesänderungen lehnte das Weiße Haus bei Macrons Besuch jedoch ab. „Wir haben nicht vor, den Kongress zu einer Gesetzesänderung aufzufordern“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre. Wir arbeiten jedoch mit europäischen Partnern zusammen, um deren Anliegen zu berücksichtigen. Wie genau das geschehen soll, ist nicht klar.

US-Präsident Joe Biden verteidigte das Gesetz insgesamt. Er machte deutlich, dass er sich keine Mühe geben werde, die USA unabhängiger von internationalen Lieferketten zu machen. Aber Biden sagte, es gebe kleinere Mängel im Gesetz, die diskutiert und behoben werden könnten.

Im „Welt“-Interview verteidigte Lindner, das amerikanische Recht als Chance zu nutzen, „um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Wenn man es genau betrachtet, muss man sich darüber im Klaren sein, dass die EU-Anforderungen an die Wirtschaft in stetig steigendem Verhältnis zu den Energiepreisen gerecht sind so gefährlich wie die Wettbewerbsverzerrung in den USA.“ Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte eine “starke Antwort” der Europäischen Union auf das US-Gesetz angekündigt.

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