Das japanische Regierungslager gewinnt die Wahlen zum Oberhaus

Aktualisiert am 11. Juli 2022 | 00:55

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Die Hälfte der Sitze im japanischen Oberhaus wird gewählt

Foto: APA/dpa

Die japanischen Wähler bescherten der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) von Ministerpräsident Fumio Kishida einen überwältigenden Wahlsieg und sorgten für politische Stabilität. Die LDP hat bei den Oberhauswahlen am Sonntag auch ohne ihren Koalitionspartner Komeito eine einfache Mehrheit errungen, berichteten japanische Medien am Montag nach Auszählung aller Stimmen.

Folglich gewann die Partei zwei Tage nach der Ermordung des ehemaligen Parteichefs und Regierungschefs Shinzo Abe 63 der 125 verfügbaren Sitze für die Wahl und erhielt damit sogar mehr Stimmen als vor dem Mord erwartet. Für die LDP ist es das beste Ergebnis seit Jahren. Die Komeito bekam 13 Sitze.

Kishida verfügt nun über eine solide Machtbasis, um sich den verwirrenden Herausforderungen seines Landes zu stellen. Dazu gehört beispielsweise die wirtschaftliche Erholung Japans, die durch die Corona-Pandemie aufgrund steigender Energie- und Lebensmittelpreise bedroht ist. Zudem haben der russische Einmarsch in die Ukraine, der wachsende Machthunger Chinas sowie das Nuklear- und Raketenprogramm Nordkoreas die Sicherheitslage verschärft. Strukturelle Probleme wie die Folgen der rapide alternden Gesellschaft durch niedrige Geburtenraten, Arbeitskräftemangel, Landflucht und horrende Staatsverschuldung bleiben ungelöst.

Der überwältigende Wahlsieg des Regierungslagers dürfte auch der von der LDP lange angestrebten Debatte über die seit langem angestrebte Änderung der pazifistischen Nachkriegsverfassung weiteren Auftrieb verleihen. Das Fanfeld bekam dafür die nötige Zweidrittelmehrheit. Neben Koalitionsparteien unterstützen auch die oppositionelle People’s Democratic Party und der Konservative Nippon Ishin den Wechsel. Letztere konnte ihre Sitzzahl steigern, während die bisher größte Oppositionspartei, die Constitutional Democratic Party, die Wahlen schwach verließ.

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