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Die Krypto-Unternehmerin Olga Feldmeier hat im Februar das erste Schweizer Krypto-Unternehmen an die Börse gebracht.
Der Lack der Schweizer Krypto-Queen Olga Feldmeier (44) ist ab: Als sie im Februar ihre Kryptowährungs-Handelsplattform Smart Valor an die Öffentlichkeit brachte, titelte der Blick: «Krypto-Queen setzt sich selbst auf die Krone». Die Freude währte nicht lange: Seitdem hat Smart Valor 83 Prozent seines Marktwertes eingebüßt.
Das in Zug ansässige Schweizer Kryptounternehmen ist an der Nasdaq First North in Schweden notiert, einem alternativen Markt zur US-Technologiebörse Nasdaq. Beim Börsengang am 10. Februar waren die Aktien von Smart Valor 37 schwedische Kronen wert, umgerechnet etwa 3,20 Franken. In den folgenden Tagen stieg der Preis auf knapp 45 Kronen (3,90 Franken).
Aber das Timing von Smart Valor hätte nicht unglücklicher sein können: Zehn Tage nach dem Börsengang bricht in der Ukraine ein Krieg aus, der die Aktienmärkte weltweit zum Absturz bringt. Eine Aktie von Smart Valor ist heute noch fast sechs schwedische Kronen wert. Das entspricht 50 Cent. Das Online-Portal Tippinpoint meldete als erstes den Kursverfall von Smart Valor.
Bitcoin steigt auf 150’000 Franken?
„Wir liegen voll im Trend“, scherzt Feldmeier. Tatsächlich: Die US-Krypto-Handelsplattform Coinbase hat seit Jahresbeginn 75 Prozent an der Börse verloren. Bitcoin fiel um 57 Prozent. Bei der zweitgrößten Kryptowährung Ether sind es am wenigsten 62 Prozent.
„Ich habe schon vor Kriegsausbruch mit einer Rezession gerechnet“, sagt Feldmeier gelassen. Bitcoin bewegt sich in einem Vier-Jahres-Zyklus: Alle vier Jahre wird der Preis neu geschürfter Bitcoins halbiert, um eine Bitcoin-Abwertung auszugleichen.
„Ich erlebe zum dritten Mal in meiner Karriere einen solchen kryptografischen Winter“, erklärt Feldmeier seine Gelassenheit. «Beim nächsten Bullenmarkt könnte der Preis von Bitcoin leicht 150’000 Franken erreichen.» Eine gewagte Prognose, denn aktuell ist Bitcoin nicht einmal 20’000 Franken wert.
Feldmeier erwartet, dass die Kryptoindustrie den Ausstieg aus dem 12-18-Monatstief findet. Es sei denn, die Weltwirtschaft befindet sich immer noch in einer Krise oder gar Rezession. Auch die Erholung kann in diesem Fall länger dauern, da sich Kryptowährungen und Aktienmärkte weitgehend parallel entwickeln.
Überlebenstest für Kryptounternehmen
Die optimistischen Prognosen täuschen jedoch nicht über die Realität der letzten Monate hinweg: Beim Börsengang hatte Smart Valor eine Marktkapitalisierung von umgerechnet gut 47 Millionen Franken. Heute sind es noch sieben Millionen. 40 Millionen wurden durch fallende Preise zerstört!
In einem Investorenbrief zum heutigen Quartalsbericht räumt Olga Feldmeier ein: „Das zweite Quartal 2022 war eine der härtesten Überlebensproben für Unternehmen der Kryptoindustrie.“
Dass der Einbruch der Börse Smart Valor in existenzielle Schwierigkeiten bringen könnte, ist jedoch unwahrscheinlich. „Uns geht es nicht ums Geld“, stellte Feldmeier schon vor dem Börsengang klar. Investitionen in Blockchain-Unternehmen wie Smart Valor gingen auf die eine oder andere Weise durch die Decke. „Mit dem Börsengang wollen wir zeigen, dass wir ein glaubwürdiges und transparentes Unternehmen sind.“
Tatsächlich ist Smart Valor eines der wenigen Kryptounternehmen weltweit, das den Sprung an die Börse geschafft hat. Die regulatorischen Anforderungen an einen Börsengang sind hoch, die Kryptobranche gilt als chronisch intransparent.
Arbeitsplätze sind garantiert
Die rund 50 Mitarbeiter von Smart Valor müssen sich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Im Gegenteil: Der Finanzbericht des zweiten Quartals zeigt, dass Smart Valor die Mitarbeiterzahl in den letzten Monaten gesteigert hat. „Schlechte Marktbedingungen treiben einige Unternehmen aus dem Geschäft, was gute Einstellungsmöglichkeiten schafft“, schrieb Feldmeier an seine Investoren.
Laut der Plattform Layoffs.fyi wurden seit Anfang des Jahres 4.000 Mitarbeiter in der Kryptobranche entlassen. Allein der Platzhirsch Coinbase hat über 1.000 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. „Wir expandieren weiter“, sagt Feldmeier.
Er hofft jedoch, dass der Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich beendet wird. Nicht nur, weil dies eine gute Nachricht für die globalen Aktienmärkte wäre. Vor allem aber, weil die in der Ukraine geborene Olga Feldmeier in den letzten Monaten zu einer wichtigen Kritikerin des deutschen Krieges geworden ist.
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