Demütigung statt Exodus: Der srilankische Präsident sitzt in der VIP-Lounge des Flughafens fest

Demütigung statt Exodus Der Präsident von Sri Lanka sitzt in der VIP-Lounge des Flughafens fest

07.12.2022 08:32

Am Samstag stürmten Demonstranten wegen der schweren Wirtschaftskrise des Landes den Präsidentenpalast von Sri Lanka. Präsident Rajapaksa ist auf der Flucht und wartet nun auf der Militärbasis am Bandaranaike International Airport auf seine Abreise. Er soll versucht haben, sich der Verarbeitung zu entziehen.

Das srilankische Staatsoberhaupt wurde nach seiner Flucht aus dem Präsidentenpalast auf einem Militärstützpunkt untergebracht. Gotabaya Rajapaksa verbrachte die Nacht mit seiner Frau auf einem Luftwaffenstützpunkt am internationalen Flughafen Bandaranaike, sagte ein hochrangiger Beamter des Verteidigungsministeriums gegenüber AFP. Laut lokalen Medien will er nach Dubai reisen. Rajapaksa hat am Mittwoch seinen Rücktritt angekündigt.

Laut Flughafenbeamten starteten jedoch vier Flüge in den Nahen Osten von dem Flughafen, der etwa 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo liegt, ohne Rajapaksa an Bord. Entsprechend wartet der Präsident in der VIP-Lounge vergeblich darauf, dass Beamte der Einwanderungsbehörde zu ihm kommen, um seinen Pass zu versiegeln.

Die Situation war demütigend für das zuvor mächtige Staatsoberhaupt. Dem Bericht zufolge wollte der 73-Jährige im öffentlichen Bereich nicht durch Sicherheitskontrollen und Pässe gehen, weil er Belästigungen durch andere Besucher des Flughafens befürchtete. Beobachter vermuten, dass Rajapaksa einer Verhaftung entgehen wollte, indem er das Land schnell verließ. Solange er Präsident bleibt, genießt er Prozessimmunität.

Rajapaska möchte möglicherweise einer Verhaftung entgehen

Demonstranten stürmten am Samstag den Präsidentenpalast von Colombo und Rajapaksa floh durch eine Hintertür. Daraufhin kündigte er für Mittwoch seinen Rücktritt an. Auch Premierminister Ranil Wickremesinghe bot seinen Rücktritt an.

Der genaue Aufenthaltsort von Rajapaksa nach der Flucht aus dem Präsidentenpalast war vorübergehend unklar. Der Beamte des Verteidigungsministeriums sagte, das Staatsoberhaupt sei zunächst in einer Marineeinrichtung untergebracht worden, bevor es auf den Luftwaffenstützpunkt des Flughafens verlegt wurde.

Auslöser der Massenproteste gegen die Regierung war vor allem die schwere Wirtschaftskrise in dem südasiatischen Inselstaat. Zuletzt war die Regierung nicht mehr in der Lage, größere Importe wie Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente zu finanzieren. Inzwischen hat Sri Lanka den Internationalen Währungsfonds (IWF) und Russland um Hilfe gebeten.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *