Wie entwickeln sich die Kraftstoffpreise? Ein Experte spricht nun von einer seltsamen Neuheit auf dem Markt.
Die Stimmung an den Tankstellen vor Ort ist düster: Für einen Liter Diesel zahlt man heute rund 1,80 Euro. Im Vergleich kostete es im Oktober noch durchschnittlich 2.034 Euro.
Eine nachhaltige Erholung der Kraftstoffpreise ist jedoch nicht zu erwarten.
“Höhere Kraftstoffpreise kommen bald”
„Die neue Kraftstoffverordnung und der zusätzliche CO2-Preis ab 1. Jänner 2023 führen dazu, dass Österreich bald die höchsten Kraftstoffpreise haben wird“, sagt Bernd Zierhut in „Heute“. Zierhut ist Obmann der Energy Trading Group der WKOÖ und CEO der Doppler Group.
Neben der Mineralölsteuer ist auch der zum 1. Oktober eingeführte CO2-Preis ein Grund für gestiegene Spritkosten.
Laut Zierhut gibt es ein “grundlegendes Problem”: Deutschland und Italien haben einen Höchstpreis für Sprit eingeführt. Es gilt noch in Italien, wurde aber in seinen deutschen Nachbarn am 31. August abgeschafft. „Dadurch sinken die Preise für den Endverbraucher in Italien. Österreich nicht, sodass es zu einem der teuersten Länder für Benzin und Diesel geworden ist.“
Folgen Sie uns in sozialen Netzwerken
Dadurch würden die Italiener hierzulande nicht mehr tanken. Seiner Meinung nach „wird der Tanktourismus aufhören“, so der Experte: „Lkw werden weiter durch Österreich fahren und CO2-Emissionen bleiben. Aber mehr Einnahmen aus der Mineralölsteuer werden wir nicht haben.“
Seit Mitte Oktober ist der Dieselpreis stark gesunken. Das hänge von den Preisen der Rohölmärkte ab: „Wir bewegen uns in Richtung 1,70 oder 1,80 Euro pro Liter Diesel“. Die seltsame Entwicklung des Kraftstoffpreises ist konstant: “Die Anomalie bleibt: Benzin ist billiger als Diesel”.
“Seit Mitte Oktober sehen wir einen starken Rückgang der Dieselpreise.”
„Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar stark zugelegt. Da die Kurse in Dollar notieren, gilt: Je stärker der Euro, desto günstiger der Treibstoff“, erklärt Zierhut.
Laut ÖAMTC war der Oktober mit durchschnittlich 2.034 Euro pro Liter der teuerste Monat für Diesel aller Zeiten.
Angesichts politischer Unruhen ist die Lage angespannt. Doch das könne sich schnell ändern: „Wenn die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine zu einer Entspannung führen, wird sich das sofort auf die Energiemärkte auswirken.“
Wie sich die Treibstoffkosten entwickeln werden, lässt sich allerdings nur schwer vorhersagen: „Ich weiß leider nicht, was Herr Putin morgen machen wird“, sagte der Experte.
“Leider weiß ich nicht, was Herr Putin morgen machen wird.”
Früh tanken wird teurer
Apropos Sprit: Die Preise steigen im nächsten Jahr nicht um rund 1,5 Cent, sondern um rund 0,75 Cent pro Liter. Konkret kostet ein Liter Diesel ab 2023 0,8 Cent mehr. Der Benzinpreis steigt um 0,7 Cent pro Liter (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer).
Nav-Account JR Zeit05.12.2022, 07:44| Veranstaltung: 05.12.2022, 07:44