Der nervöse Nasdaq-Handel gewinnt an Boden

Marktbericht

Stand: 17.06.2022 22:21

Mit nervösem Handel haben sich die US-Aktienmärkte zumindest unter Nasdaq-Führung stabilisiert. Mehr als eine Verschnaufpause im aktuellen Zinszyklus dürfte dies jedoch nicht sein.

Am Ende einer Woche voller Börsenverluste wagten sich US-Anleger nur zögerlich wieder an die Aktienmärkte. Der Dow-Jones-Standardindex kämpfte lange mit seinem Schlusskurs und schloss leicht schwächer um 0,13 Prozent bei 29.888 Punkten. Im Wochenvergleich waren es knapp 4,8 Prozent weniger. Der marktweite Index S&P 500 verzeichnete heute ein ähnliches Ergebnis und handelte bei 3674 Prozent, aber etwas höher bei 0,22 Prozent an den Zählern.

An der Nasdaq lief es heute besser, was positiver geäußert wurde. Der zusammengesetzte Index stieg um 1,43 Punkte auf 10.798 Prozent, während der Nasdaq 100 um 1,24 Prozent auf 11.265 Punkte stieg.

Interesse und endlos

Die Angst vor einer Rezession hatte die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen stark belastet. Die US-Notenbank hatte im Kampf gegen die Inflation die Leitzinsen um 75 Basispunkte angehoben, die stärkste Erhöhung seit 1994. Das verteuert Investitionen und Konsumschulden, was wiederum die Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt bremsen könnte. Als die Schweizerische Nationalbank am Vortag überraschend ihren Leitzins anhob, brachen in Europa und den USA Dämme ein.

„Die Märkte werden sich nicht beruhigen, bis das Gefühl besteht, dass die Maßnahmen der Fed und anderer Zentralbanken nicht nur bei der Eindämmung der Inflation erfolgreich sein werden, sondern auch bei dem Versuch, eine globale Rezession zu verhindern“, sagte Kenny Polcari, geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens Kace. Hauptstadt.

An der Entschlossenheit der Fed, die Inflation weiter energisch zu bekämpfen, besteht jedenfalls kein Zweifel. „Die Verpflichtung des geldpolitischen Ausschusses zur Wiederherstellung der Preisstabilität – die notwendig ist, um einen starken Arbeitsmarkt aufrechtzuerhalten – ist ohne Vorbehalte“, schrieb die Fed in einem heute veröffentlichten Bericht an den Kongress. Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, wird nächste Woche Fragen des Kongresses beantworten und den Abgeordneten seine Pläne zur Inflationsbekämpfung vorstellen.

Revlon steigt dank der Erwerbsphantasie im Preis

Bei den Einzelaktien bescherte ein Medienbericht über eine mögliche Übernahme Revlon einen der größten Sprünge in der Firmengeschichte. Die Aktien des gestern in Konkurs gegangenen US-Kosmetikunternehmens landeten zu 85 Prozent an der NYSE. Laut einem indischen Fernsehsender ist der Reliance-Konzern an Revlon interessiert.

DAX-Anleger wagen einen Schritt zurück

Der DAX schloss den heutigen Handel mit einem moderaten Plus von 0,67 Prozent auf 13.126 Punkte. Nach den letzten großen Börsenverlusten endete die Woche für Anleger zumindest etwas milder.

Sein Tageshoch von 13.237 Punkten konnte der Index jedoch nicht verteidigen. Das Tagestief lag bei 13.020 Punkten. Der DAX hält bisher die runde Marke von 13.000 Punkten, die gestern noch besorgniserregend auf 13.007 Punkte geschwankt war. Auf Wochensicht gibt es für den ersten deutschen Index allerdings ein deutliches Minus von 4,6 Prozent.

Techniker haben dem Aktienmarkt heute geholfen, darunter ein großer Teil negativer Anleger in den USA. Ein hoher Anteil pessimistischer Anleger ist in den Augen vieler Marktbeobachter ein Gegenindikator und damit ein Indikator für steigende Kurse.

Außerdem war heute der „Große Verfallstag“. An diesem Tag schließen die Anleger der Terminbörsen ihre auslaufenden Long- und Short-Positionen. Dadurch findet eine Marktbereinigung statt, die durchaus Grundlage für eine Trendwende sein kann.

Der Rentenmarkt beruhigt sich

Auf die Äußerungen von EZB-Direktorin Christine Lagarde zur erwarteten Begrenzung der Spreads bei europäischen Staatsanleihen reagierten Anleiheinvestoren heute erleichtert. Experten zufolge erklärte er hinter verschlossenen Türen das so genannte “Anti-Fragmentierungs-Tool”, das kürzlich den Finanzministern der Eurozone angekündigt wurde.

Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 1,65 Prozent. Die Auflage zwischen diesen Zeitungen und ihren italienischen Pendants fiel auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Wochen. US-Staatsanleihen erzielten eine Rendite von 3,24 Prozent gegenüber zuvor 3,30 Prozent.

Die Skepsis ist weiterhin groß

Aber selbst wenn sich die heutigen Kursgewinne des DAX in der nächsten Woche fortsetzen – es ist schwer, eine stärkere rückläufige Markterholung innerhalb des Abwärtstrends zu erwarten. Mit Blick in die Zukunft sollten Anleger sogar mit einem Wiedersehen mit dem Vorjahrestief seit Anfang März bei 12.439 Punkten rechnen.

Wirtschaftsaktualisierung 17.06.2022

Dorothee Holz, HR, 17.6.2022 10:20 Uhr

Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets warnte vor weiteren Preiserhöhungen. Eine endgültige Abwicklung steht noch aus, die von einem schnellen Rückgang bei stark steigenden Handelsvolumina geprägt sein wird.

Vor allem die rasante Zinsentwicklung in den USA und neuerdings auch in Europa dürfte weiterhin für große Unruhe sorgen. “Das Risiko einer Rezession wächst, während das Ziel einer ‘sanften Landung’ der US-Wirtschaft immer schwieriger zu erreichen ist”, sagte Mark Haefele, Chefinvestor von UBS Bank Assets.

Ein Wechsel des Zinsregimes ist, wie uns die Vergangenheit gelehrt hat, immer mit großer Unsicherheit und erhöhter Volatilität an den Märkten verbunden. Experten haben erklärt …

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