Dieser Prozess ist ein Erdbeben für die Vereinigten Staaten!
Der Oberste Gerichtshof der USA hat das Abtreibungsgesetz des Landes gekippt.
Eine Mehrheit der Richter stimmte für eine entsprechende Entscheidung, wie der Oberste Gerichtshof am Freitag mitteilte. „Die Verfassung gewährt kein Recht auf Abtreibung“, heißt es in der Erklärung.
Die Entscheidung verbietet Abtreibung nicht. Von nun an steht es jedoch einzelnen US-Bundesstaaten frei, Abtreibungen insgesamt zu erlauben, einzuschränken oder zu verbieten.
Konkret soll das Abtreibungsverbot in der Hälfte der Bundesstaaten erlassen werden.
Das amerikanische Magazin „Politico“ (da BILD zu Axel Springer gehört) hat Anfang Mai enthüllt, dass die Richter kurz davor stehen, eine Entscheidung GEGEN das bislang geltende liberale Abtreibungsgesetz zu treffen.
Dann gab es einen Aufschrei von Frauenrechtsorganisationen, Kliniken und Liberalen. Das Urteil fällt nun erwartungsgemäß drastisch aus.
Vor dem Obersten Gerichtshof umarmten sich die Abtreibungsgegner nach der Entscheidung freudig Bild: EVELYN HOCKSTEIN / REUTERS
So war die bisherige Rechtslage
In den Vereinigten Staaten gibt es kein Bundesgesetz, das Abtreibung erlaubt oder verbietet. Abtreibungen waren jedoch zumindest so lange erlaubt, bis der Fötus lebensfähig war, heute etwa in der 24. Woche.
Bis heute wurde dies durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1973 gewährleistet, die als „Roe v. Wade“ bekannt ist. Ein weiteres Urteil aus dem Jahr 1992 („Planned Parenthood v. Casey“) stärkte die Rechtsprechung und passte sie ein wenig an.
Doch jetzt ist klar: Das bisherige Recht auf Abtreibung ist nach fast einem halben Jahrhundert Geschichte.
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