Die Opposition bricht das Krisensicherheitsgesetz

Die Opposition will dem Krisensicherheitsgesetz der Regierung nicht zustimmen. Die Pläne haben SPÖ, FPÖ und NEOS heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz zusammengefasst. Der Gesetzentwurf sei „erschrocken“, der freiheitliche Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer kritisierte die großen technischen und inhaltlichen Mängel.

Das Vorhaben müsse von Grund auf neu überdacht werden: „Wir helfen gerne“, bot SPÖ-Sicherheitssprecher Reinhold Einwallner an. Zum Beispiel „es gibt keine klare Definition“ dessen, was eine Krise ist, wann sie beginnt oder wann sie endet. Das sei „Hobby“, sagte NEOS-Verteidigungssprecher Douglas Hoyos.

Genehmigung erforderlich

Kernpunkte des siebenseitigen Gesetzes sind der Krisenbegriff, die Einrichtung eines Lagezentrums, die Ernennung eines Krisenkoordinators und die Abstimmung zwischen allen Akteuren. Da es sich teilweise um verfassungsrechtliche Themen handelt, sind ÖVP und Grüne auf die Zustimmung zumindest der SPÖ oder der FPÖ angewiesen.

Zudem ortet Einwallner im Krisenfall eine „zu starke Machtkonzentration im Innenministerium“, was „falsch und verantwortungslos“ sei. Der für das Innenministerium geplante Bunker kostet plötzlich 50 Millionen Euro, Alternativen etwa mit der bestehenden Infrastruktur sind noch nicht einmal geprüft.

Hätte Ex-Innenminister Blau Herbert Kickl ein solches Gesetz eingeführt, hätte es laut Amesbauer den Vorwurf eines „Polizeistaates“ gegeben.

Kritik an der „Entwürdigung“ der Armee

Als „verfassungswidriges Vorhaben“ identifizierte Amesbauer die Rolle der Bundeswehr, die offenbar zu einem technischen Hilfswerk wie Deutschland „degradiert“ werden solle. “Mit diesem Gesetz (…) schaffen wir die militärische Landesverteidigung durch die Hintertür ab”, warnte Hoyos.

Künftig soll jeder Cent der Armee zum Beispiel für die Bevorratung von Wasserfässern verwendet werden. Das ist “Hobby” und ein Sicherheitsrisiko.

Heute findet eine Verhandlungsrunde mit Regierungsfraktionen statt. Eine baldige Lösung ist nicht in Sicht. „Eigentlich muss man den Entwurf verwerfen und neu anfangen“, sagte Hoyos mit Zustimmung seiner rot-blauen Teamkollegen.

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