Die Ukraine verhängt Sanktionen gegen Anna Netrebko

Die russisch-österreichische Star-Sopranistin Anna Netrebko ist in der Ukraine mit umfangreichen Sanktionen belegt worden. Dies geht aus einem heute von Präsident Wolodymyr Selenskyj herausgegebenen Dekret hervor. Demnach wurden gegen insgesamt 119 Russen und Ukrainer Sanktionen wie Einreiseverbote oder Vermögenssperren verhängt.

Neben Netrebko stehen der Hauptideologe des Kreml, Alexander Dugin, und die Chefin des Staatssenders RT, Marita Simonjan, auf der Liste. Die Liste basiere auf einer Entscheidung des Sicherheitsrates der Ukraine, sagte er.

Mit der Umsetzung der Massnahmen wurden die Regierung, die Sicherheitsbehörden und die Nationalbank beauftragt. Das Außenministerium solle außerdem “die zuständigen Behörden der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten und anderer Länder über die Anwendung der Sanktionen informieren und sie ermutigen, ähnliche restriktive Maßnahmen zu verhängen”.

Abstand nach Putin-Kritik

Netrebko soll dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe stehen, der ihr sechs Monate vor Kriegsbeginn eine Geburtstagsshow im Kreml organisiert hatte. Dass sie mit der Flagge prorussischer Separatisten im Donbas fotografiert wurde, rief Kritik hervor.

Nach Kriegsbeginn in der Ukraine und im Zuge von Konzert- und Opernaufführungsabsagen in westlichen Ländern distanzierte er sich schriftlich von Putin, was wiederum zu dessen Kritik und Absage von Showeinrichtungen in Russland führte.

Auch ein Teilnehmer am Song Contest auf der Liste

Auf der Liste steht auch die Sängerin Polina Gagarina, die dem internationalen Publikum seit ihrem Auftritt beim Songcontest 2015 bekannt ist. Beim in Wien ausgetragenen Gesangswettbewerb belegte Gagarina den zweiten Platz, wobei die abgegebenen Stimmen mit lauten Buhrufen aufgenommen wurden aus dem Publikum.

Gagarina brach in Tränen aus und wurde von Komikerin und Vorjahressiegerin Conchita getröstet. Im März 2022, nach der russischen Aggression gegen die Ukraine, sang Gagarina bei einem großen Konzert in Moskau, das den achten Jahrestag der illegalen Aneignung der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland „feierte“.

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