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VonIngo Durstewitz
nah dran
Eintracht-Stürmer Randal Kolo Muani mischt die Bundesliga auf und steht bei der WM in Katar in letzter Minute vor einem Duell mit Frankreich.
Frankfurt – Eigentlich war der große Traum schon geplatzt, zack, wie eine Seifenblase. Katar? Markiert! Am Montag stieg der französische Fußballer Randal Kolo Muani mit seinen Frankfurter Teamkollegen ins Flugzeug nach Tokio, Eintracht-Promo-Tour durch Fernost statt Weltturnier am Persischen Golf. Auch das letzte Ticket für die WM-Reise auf die Arabische Halbinsel ging nicht an Frankfurts großen Flieger, sondern an Gladbachs Marcus Thuram, den Bundestrainer Didier Deschamps als 26. benannte. Schade um Kolo Muani, den großen Fahrer der deutschen Königsklasse.
Doch dann schlug das Schicksal zu und war nicht gnädig mit dem Leipziger Zauberer Christopher Nkunku, der sich am Dienstag im Training des Tricolore-Teams am Knie verletzte und die WM verpassen wird. bestimmt Ein herber Schlag für den 24-Jährigen, der eine furiose Saison hinter sich hat und mit zwölf Toren die Torschützenliste anführt. Aber wie so oft im Leben: Des einen Leid ist des anderen Freude.
Eintracht-Zertifikat
Triumphal in der Europa League, Achtelfinale in der Champions League, Vierter in der Bundesliga mit mehr Punkten nach 15 Spieltagen als seit fast drei Jahrzehnten: Eintracht Frankfurt blickt auf ein außergewöhnliches, ja historisches, bestes und schönstes Jahr zurück alle Ewigkeit. Grund genug, das Team zu würdigen, das einen Zwischenbericht mit der Note eins erhalten hat.
Das Eintracht-Klassenbuch, diesmal in Serienform und in loser Folge. Spieler für Spieler in einem individuellen Portrait: vom Musterschüler bis zu den Blauen. Eine Übersicht mit Artikeln zu allen Spielern.
Randal Kolo Muani geht zur WM: Großes Lob von Eintracht Frankfurt
Nun wird ein weiterer Bundesligaspieler die Farben der Großen Nation für den Leipziger vertreten, Bundestrainer Deschamps hat gerade Eintracht-Stürmer Kolo Muani berufen, der sich in letzter Minute seinen WM-Traum erfüllen wird. Er war am Mittwoch weg, als Eintracht Saitama ein Freundschaftsspiel gegen Urawa Red Diamonds spielte und gegen eine C-Elf mit 2: 4 verlor. Kolo Muani ging direkt aus Japan ins Trainingslager des amtierenden Meisters. Spätes Glück für Frankfurts Shootingstar. Der 23-Jährige, der erst vor zwei Monaten für das Tricolor-Team debütierte, hatte sich bereits damit abgefunden, nicht berücksichtigt zu werden. “Das wird mir nicht passieren. Ich bin nicht traurig”, sagte er vor ein paar Tagen. Jetzt kann er sein Glück kaum fassen.
Die Ernennung in letzter Sekunde ist auf jeden Fall “verdient”, findet auch Sportdirektor Markus Krösche. “Das Turnier kann ihm helfen, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen.” Die deutsche Elite hat er bereits im Sturm erobert, die Ankunft von Nantes mischt die Bundesliga auf. Er hat fünf Tore erzielt und elf Vorlagen gegeben, was ihn nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch international an die Spitze bringt. Selbst Lionel Messi kommt bei Paris St. „nur“ auf zehn Assists. Germaine.
Randal Kolo Muani bei Eintracht Frankfurt: Die „Waffe“ der SGE
Und Kolo Muani erzielt wichtige Tore, gewann zweimal in der Champions League, einmal gegen Olympique de Marseille zum 2:1 und dann im “Finale” in Lissabon. Dieses Tor in seiner ganzen Wucht ist repräsentativ für den Stil des Stürmers: Unnachahmlich ließ er Goncalo Inacio wie einen Schuljungen stehen und schoss den Ball zum 2:1 ins lange Eck. „Bloße Willenskraft“, lobte Kapitän Sebastian Rode. „Wir haben jetzt eine Waffe“, erklärte Vorstandssprecher Axel Hellmann treffend. Der 51-Jährige glaubt sogar, dass die Eintracht Bondys Pfeil richtig abkassieren kann. „Er könnte ein 80-Millionen-Mann sein“, sagt Hellmann. Aber nur, wenn er vor dem Tor härter wird.
Denn trotz seiner überragenden Leistung im ersten Halbjahr hat der Vorsprung des 1,87 Meter großen kongolesischen Wurzeln vor allem bei den Verwandlungsmöglichkeiten noch Luft nach oben. Dort ist es oft zu hektisch oder, wie in Mainz, technisch zu dreckig. Auch bei der unglücklichen Heimniederlage gegen Borussia Dortmund fehlten ihm mehrere Topspieler. „Er hat sich noch nicht beruhigt. Das steht ganz klar auf der Agenda“, sagt Trainer Oliver Glasner, der den Spieler generell nicht am Ende seiner Entwicklung sieht. “Es ist noch nicht da, wo es sein kann. Es wird noch besser werden.”
Mit seiner zielorientierten Spielweise weckt Kolo Muani Erinnerungen an den legendären Tony Yeboah, nicht in Sachen Bewegung, sondern in seiner Durchsetzungskraft. Der Stürmer mit einem Marktwert von 30 Millionen ist nicht mehr aufzuhalten, sobald er in Fahrt kommt. Seine manchmal unorthodoxe Spielweise, die ihn auch mal mit dem Kopf gegen die Wand oder gegen drei Gegner schlagen lässt, ist seine Stärke, auch wenn er ab und zu etwas mehr Struktur vertragen könnte. Aber dieses Unberechenbare und Unberechenbare macht Kolo Muani zu einem der beliebtesten Acts in ganz Europa. Jetzt können Sie es sogar in der Wüste zeigen. (Ingo Dürstewitz)