Stand: 11.07.2022 14:27 Uhr
„Keine Zeit verlieren“: Die EU empfiehlt für Menschen über 60 eine zweite Kronen-Auffrischimpfung. Grund ist laut EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides der erneute Anstieg der Fälle und Krankenhauseinweisungen.
Menschen über 60 und gefährdete Gruppen müssen zum zweiten Mal gestärkt werden. Die Europäische Union empfiehlt es.
„Es ist wichtig, dass alle Menschen über 60 und alle Risikopersonen so schnell wie möglich eine zweite Auffrischungsdosis erhalten“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einer Erklärung der EU-Gesundheitsagentur ECDC und der EU-Arzneimittelagentur EMA. Grund für die Empfehlung sind die seit Frühsommer wieder steigenden Fallzahlen und Krankenhauseinweisungen.
“Verschwende keine Zeit”
„Wir haben keine Zeit zu verlieren“, fuhr Kyriakides fort. Er forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, den betroffenen Gruppen unverzüglich zweite Auffrischimpfstoffe zur Verfügung zu stellen. Diese könnten frühestens vier Monate nach der vorangegangenen Impfung gegeben werden. Bisher hatten die EU-Gesundheitsbehörden nur Personen über 80 und Personen mit erhöhtem Risiko eine zweite Auffrischimpfung empfohlen.
ECDC-Direktorin Andrea Ammon betonte, dass die Zahl der Kronenfälle derzeit zunehme. Auch bei den Krankenhauseinweisungen und der Beschäftigung auf Intensivstationen zeigt der Trend in mehreren Ländern nach oben. Der Hauptgrund für diese Entwicklungen ist die Diffusion der Omicron-Subvariante BA.5. „Dies markiert den Beginn einer neuen Welle von Covid-19, die in der Europäischen Union weit verbreitet ist“, sagte der deutsche Arzt. Menschen über 60 Jahre und medizinisch gefährdete Bevölkerungsgruppen haben das höchste Risiko für schwere Erkrankungen. Diesen Menschen einen zweiten Schub zu geben, wird eine beträchtliche Anzahl von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen verhindern.
Nach Angaben des Leiters der EMA, Emer Cooke, bereiten sie sich derzeit auf eine mögliche Zulassung angepasster Impfstoffe im September vor. “In der Zwischenzeit ist es wichtig, die Verwendung von derzeit zugelassenen Impfstoffen als zweite Auffrischimpfung bei besonders gefährdeten Personen in Betracht zu ziehen.”
Experten gehen davon aus, dass die Inzidenz nicht ausreichend gemeldet wird
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) bisher eine zweite Auffrischungsimpfung für Personen über 70, Risikopatienten und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Beschäftigte im medizinischen Bereich und Pflegezentren. Nach aktuellen Angaben haben 7,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine zweite Auffrischimpfung erhalten.
Angesichts der leichten Übertragbarkeit der omicron-Variante liegt die bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit bei 661,4 Kronenneuinfektionen pro 100.000 Einwohner.
Die Inzidenz liefert jedoch kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit langem davon aus, dass es eine Vielzahl von Fällen geben wird, die vom RKI nicht registriert werden, vor allem weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test haben. In der Statistik zählen nur positive PCR-Tests.
Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer empfahl das Tragen von Masken im Freien, wenn es “eng” sei. „Die Erfahrung aus der ersten Phase der Pandemie, dass Infektionen im Sommer im Freien ziemlich unwahrscheinlich sind, trifft einfach nicht mehr zu“, sagte der Leiter des Virenforschungslabors der Universität Bremen dem „Weser-Kurier“. “.
Der Deutsche Hausärzteverband fordert eine Impfkampagne
Der Deutsche Hausärzteverband hat am Freitag die Bundesregierung aufgefordert, im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine neue Impfkampagne zu starten. „Wir brauchen eine positive Impfkampagne, nicht nur für die vierte Impfung, sondern auch, um die Impflücken der ersten und dritten Impfung zu schließen“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt den Zeitungen des Netzwerks Verlag Deutschland.
Die Kampagne soll die Menschen motivieren und nicht verängstigen. Die Impfung ist und bleibt die wichtigste und wirksamste Maßnahme im Kampf gegen das Corona-Virus.