Ernährung im Alter: was der Körper an Nährstoffen im Alter braucht

Ältere Menschen haben oft keinen Hunger. Gerade im Alter braucht der Körper bestimmte Nährstoffe. Experten sagen, worauf es ankommt.

Frisches Gemüse ist natürlich immer eine gute Wahl. Aber: Es können auch Tiefkühlprodukte sein, aber dann so wenig wie möglich verarbeiten. – Silvia Marks/dpa-tmn

Bekanntmachung

das Wesentliche in Kürze

  • Gesunde Ernährung im Alter scheint nicht viel anders zu sein als bei jüngeren Menschen.
  • Aber: Ältere Menschen brauchen weniger Nahrung, aber mehr Mikronährstoffe.
  • Besonderes Augenmerk sollte auch auf Proteine ​​gelegt werden, um die Muskulatur ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen.

Gemüse und Obst, mehr Fisch als Fleisch, mehr Nüsse: Experten empfehlen älteren Menschen eine ausgewogene mediterrane Ernährung, gekocht wird hier vor allem mit Olivenöl.

Daher sieht gesunde Ernährung im Alter nicht viel anders aus als bei jüngeren Menschen. Mit einem entscheidenden Unterschied:

„Wenn sich ältere Menschen weniger bewegen, also weniger Energie verbrauchen, dann brauchen sie weniger Kalorien, aber immer noch genauso viele Mikronährstoffe“, sagt Professor Rainer Wirth, Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie und Ernährungsmedizin.

Dann gilt: „Man muss mengenmäßig weniger essen, aber eigentlich müsste die Nahrung in Sachen Mikronährstoffdichte hochwertiger sein, weil sich dort der Bedarf nicht verändert hat.“

Auf der Speisekarte für Senioren stehen vor allem Gerichte, die richtig hungrig machen. Trotzdem muss die Ernährung ausgewogen sein. – Christine Klose/dpa-tmn

Wann der Kalorienbedarf sinkt, lässt sich nicht pauschal sagen. “Es hängt mehr von der körperlichen Aktivität ab als vom tatsächlichen Alter.”

Denn: Es gibt Achtzigjährige, die sehr aktiv sind und Sport treiben. „Andere fühlen sich mit 70 schon sehr wohl oder sind chronisch krank, können sich also nicht mehr so ​​viel bewegen“, sagt Wirth.

Abnehmen kann kompliziert sein

Ältere Menschen, die für längere Krankheitszeiten bettlägerig sind, können erheblich an Gewicht verlieren. Das ist knifflig, weil sie die Pfunde nicht so schnell wieder zulegen wie jüngere Menschen.

Wenn die nächste Krankheitsphase eintritt, gehen wieder ein paar Kilos verloren. Zehn bis fünfzehn Kilogramm Körpergewicht können in wenigen Jahren verschwinden. „Es geht nie nur um den Verlust von Fettmasse, sondern auch um Muskelmasse“, erklärt Wirth.

Viele Menschen verlieren mit zunehmendem Alter ihren Durst. Das kann besonders an heißen Tagen gefährlich werden. – Markus Scholz/dpa-tmn

Oft beginnt ein Teufelskreis: Bilden sich Muskeln altersbedingt zurück, nimmt der Muskelabbau durch Mangelernährung deutlich zu. Dies wiederum verschlechtert die Mobilität älterer Menschen.

Fehlt die Energie- und Eiweißversorgung, leidet oft das Immunsystem und die Wundheilung wird beeinträchtigt.

Muskelaufbau fördern

Mit zunehmendem Alter benötigen Sie mehr Bewegung und Proteinzufuhr, um Muskeln aufzubauen. Gerade ältere Menschen brauchen Proteine ​​zum Muskelaufbau.

Eiweißlieferanten sind tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte, aber auch Hülsenfrüchte. Auch das in Milchprodukten enthaltene Kalzium ist wichtig für die Knochen.

Bei Eiweißmangel in der Ernährung oder Gewichtsabnahme bei älteren Menschen empfiehlt Wirth spezielle Lebensmittel wie das sogenannte Eiweißbrot. Im Supermarkt gibt es auch Proteinjoghurts oder Quarks.

Appetit fördern

Wichtig ist der Wunsch zu essen. Das Problem der älteren Menschen ist oft Appetitlosigkeit. „Wenn eine Person das bekommt, was ihren Vorlieben entspricht, isst sie mehr“, sagt Wirth. Auch gemeinsames Essen kann die Kalorienzufuhr erhöhen.

Aber Zahnprothesen können den Genuss erschweren, ebenso wie Probleme beim Kauen oder Schlucken. Auf Obst, Gemüse und Vollwertkost sollten und sollen Senioren jedoch nicht verzichten, sagt Ökotrophologin Theresa Stachelscheid.

Ältere Menschen sollten bei Kau- oder Schluckbeschwerden nicht auf Gemüse verzichten. Zum Beispiel kann es glatt gedämpft oder zu einer Suppe püriert werden. – Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Gemüse lässt sich dämpfen, mit Brühe füllen und mit einem Mixer zu einer cremigen Gemüsesuppe verarbeiten, rät die Ernährungsberaterin.

„Wenn Sie zum Beispiel schon immer Müsli zum Frühstück gemocht haben, können Sie jetzt weiche Haferflocken oder geschmolzene Flocken mit etwas Joghurt oder Milch und pürierten Früchten mischen“, schlägt sie vor.

Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit

Ältere Menschen vermeiden es oft, viel zu trinken, um nicht beim Gehen oder nachts auf die Toilette gehen zu müssen. Ausreichend Flüssigkeit gehört zu einer gesunden Ernährung dazu.

„Halten Sie morgens die empfohlene Trinkmenge für den Tag bereit, zum Beispiel zwei 0,75-Liter-Flaschen“, rät Stachelscheid.

Wasser ist die erste Wahl. Und aufpeppen geht ganz einfach: „Geben Sie zum Beispiel Zitronen- oder Gurkenscheiben ins Wasser oder frische Kräuter wie Minze oder Melisse“, sagt Stachelscheid. Ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees und Saftschorlen sorgen für Abwechslung.

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