Europa gegen Putin: Eine neue politische Gemeinschaft beginnt

Aktualisiert am 10.06.2022 06:17

  • Mehr als 40 europäische Staats- und Regierungschefs treffen sich erstmals in Prag.
  • Das Hauptziel dieser neuen politischen Gemeinschaft ist es, ein Zeichen in Richtung Moskau zu setzen.
  • Neben den 27 EU-Staaten sind 17 weitere Länder eingeladen, darunter die Ukraine, die Türkei und die Schweiz.

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Staats- und Regierungschefs aus mehr als 40 europäischen Ländern werden heute zum ersten Treffen einer neuen politischen Gemeinschaft in Prag erwartet. In dem vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron initiierten Format wollen EU-Staaten die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern verbessern.

Im Mittelpunkt der Gespräche der sogenannten Europäischen Politischen Gemeinschaft dürften Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und seine Folgen stehen. Ziel des Treffens ist vor allem eines: eine geschlossene europäische Front gegen Moskau zu demonstrieren.

Neben den 27 EU-Staaten waren 17 weitere Länder eingeladen. Dazu gehören die Ukraine, die Türkei, Norwegen, die Schweiz sowie die Westbalkanstaaten Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, Bosnien und Herzegowina und Kosovo. Die Ukraine wird durch Ministerpräsident Denys Schmyhal vertreten. Präsident Wolodymyr Selenskyj schaltet sich per Video zu. Ebenfalls erwartet wird die neue britische Premierministerin Liz Truss, deren Land die EU Anfang 2020 verlassen hat.

Auch ein informeller Gipfel der 27 EU-Staaten ist geplant

Am Nachmittag sollen sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Kollegen in verschiedenen Gesprächsrunden zu den Themen Frieden und Sicherheit, Energie und Klima, Migration und Wirtschaftslage austauschen. Geplant sind außerdem bilaterale Gespräche zwischen Staats- und Regierungschefs sowie ein abschließendes gemeinsames Treffen mit einem Arbeitsessen.

Von den 44 eingeladenen Ländern dürfte nur die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen aus innenpolitischen Gründen dem Treffen im neuen Format fehlen. Für Freitag ist zudem ein informelles Gipfeltreffen der 27 EU-Staaten in der tschechischen Hauptstadt geplant. Auch dann dürften beispielsweise die russische Invasion in der Ukraine und ihre Folgen für die Energiemärkte dominieren. Die Tschechische Republik hat derzeit den rotierenden Vorsitz der EU-Staaten inne.

Macron hatte die Idee der neuen Community

Frankreichs Präsident Macron hat im Mai die Idee der neuen politischen Gemeinschaft auf den Weg gebracht. Damit will der 44-Jährige die Zusammenarbeit mit Partnern verbessern, die in absehbarer Zeit nicht in die EU aufgenommen werden oder werden wollen. Konkret erwähnte er immer wieder die Ukraine, die kürzlich offiziell EU-Beitrittskandidat geworden ist, aber nach den geltenden EU-Regeln wohl frühestens im nächsten Jahrzehnt Mitglied werden kann.

Auch Deutschland unterstützt den französischen Vorstoß für das neue Format. Es gebe derzeit kein Forum, in dem EU-Staats- und Regierungschefs ein- bis zweimal im Jahr zentrale Themen mit Partnerländern erörtern könnten, sagte Bundeskanzler Scholz Ende August auf einer europapolitischen Konferenz Gleichzeitig betonte er, dass diese Fusion keine Alternative zur EU-Erweiterung sein dürfe. (dpa/dh)

Aktualisiert am 05.10.2022 um 11:44 Uhr

Laut Präsident Selenskyj macht die ukrainische Armee deutliche und rasche Fortschritte in der Süd- und Ostukraine. Derweil hat der russische Präsident Wladimir Putin laut der Nachrichtenagentur Tass das Gesetz zur Annexion von vier Regionen der Ukraine unterzeichnet.

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