Fakten über das Affenpockenvirus verbreiten sich in Österreich

Anfang dieser Woche wurden in Österreich 132 Fälle von Affenpocken gemeldet. Die Viruserkrankung ist europaweit auf dem Vormarsch: Deutschland hat jetzt erstmals Fälle bei Kindern. Alles, was Sie über die Krankheit wissen müssen, lesen Sie hier.ÖSTERREICH Affenpocken breiten sich weiter aus. Jede Woche werden mehr Fälle gemeldet und Experten warnen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die Viruserkrankung weiter ausbreitet. Angesichts dessen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor etwa anderthalb Wochen den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Der Ausbruch sei ein „Notfall von internationaler Bedeutung“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus damals.

Bei der jüngsten Zählung gab es weltweit fast 23.000 Fälle von Affenpocken. Europa ist mit mehr als 14.000 Fällen besonders stark betroffen: In Österreich (Stand: 1. August) wurden bisher 132 Infektionen gemeldet, in Deutschland knapp 2.700 Infektionen. Nun wurden auch zwei Fälle von Minderjährigen bekannt: Die betroffenen Jugendlichen sind laut Datenbank des Robert-Koch-Instituts 15 und 17 Jahre alt.

Am Wochenende wurden die ersten beiden Todesfälle nach einer Affenpocken-Infektion in Europa (Spanien) bekannt. In den meisten Fällen verläuft die Affenpockeninfektion jedoch mild und erfordert keinen Krankenhausaufenthalt. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Fakten zur Krankheit.

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind eine den Pocken beim Menschen ähnliche Viruserkrankung, und die Viren, die sie verursachen, sind ebenfalls mit dem Pockenvirus verwandt. Es ist eine Zoonose, was bedeutet, dass die Krankheit von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragen werden kann. In Afrika wurden Affenpocken bei einer Vielzahl von Tieren, hauptsächlich Nagetieren und Affen, identifiziert. Das Virus kann aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Übertragung besonders bei engem Kontakt

Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit infizierten Tieren durch Blut und andere Körperflüssigkeiten. Bei engem Kontakt ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich; Laut einer Studie sind 95 Prozent der aktuellen Fälle auf sexuelle Kontakte zurückzuführen. Bei einer Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt die Verbreitung des Virus unter anderem durch Tröpfcheninfektion, Kontakt mit dem Hautausschlag oder Körperflüssigkeiten wie Speichel. Die Inkubationszeit beträgt fünf bis 21 Tage, in der Regel aber sechs bis 13 Tage; während der Inkubationszeit besteht jedoch keine Infektiosität.

Symptome: Erst Grippe, dann Hautausschlag

Die ersten Symptome der Affenpocken ähneln denen einer Grippe: Nach einigen Tagen treten sehr schmerzhafte Hautveränderungen auf. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums und der AGES können diese Symptome im Verlauf der Krankheit bemerkt werden:

  • Fieber
  • zittert
  • Kopfschmerzen, Rücken- und Muskelschmerzen
  • Halsschmerzen und Husten
  • geschwollene Lymphknoten
  • Durchfall
  • Erschöpfung und Unwohlsein
  • Die Haut verändert sich nach ein bis drei Tagen
  • Hautausschlag: manchmal sehr juckend oder schmerzhaft; typische Stadien: Flecken, Blasen, Pusteln
  • Im weiteren Verlauf: Krustenbildung und Krustenabfall

Die Ansteckungsgefahr beginnt in der Regel mit den ersten Anzeichen der Erkrankung. Ab dem ersten Auftreten unspezifischer Symptome sind Infektionen möglich, bis alle Krusten vollständig abgeheilt und abgefallen sind; dies kann bis zu vier Wochen dauern. Obwohl es vereinzelte Todesfälle durch Affenpocken gibt, verläuft die Krankheit selten so schwer, dass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.

Impfung und Risikopersonen

Es gibt eine Affenpocken-Impfung, die das Risiko eines Krankheitsausbruchs reduziert oder den Krankheitsverlauf abmildert. Wer gegen Pocken geimpft ist, hat auch einen hohen Pockenschutz. Der in der EU zugelassene Pockenimpfstoff Imvanex wurde bereits von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zur Pockenimpfung zugelassen. Allerdings ist Imvanex derzeit in Österreich nicht erhältlich, weshalb dort derzeit der amerikanische Impfstoff Jynneos eingesetzt wird.

Als Risikogruppen gelten laut WHO Neugeborene und Kleinkinder sowie Menschen mit Immunschwäche. Aufgrund der epidemiologischen Lage sind bestimmte Personengruppen zudem einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sich mit Affenpocken zu infizieren:

  • Spezialisiertes Laborpersonal, das mit Proben von infizierten Personen oder dem Virus selbst arbeitet
  • Menschen mit individuellem Risikoverhalten (Menschen mit häufigen Wechseln
  • sexuelle Kontakte)
  • Beschäftigte im Gesundheitswesen sind einem sehr hohen Risiko ausgesetzt, mit Affenpocken infizierten Personen in Kontakt zu kommen

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