Marktbericht
Stand: 21.07.2022 22:16
Während Standardaktien heute zu kämpfen hatten, stieg der Tech-Aktienmarkt an der Nasdaq. Durchwachsene Unternehmensbilanzen sorgten dafür, dass es an der Wall Street lange keinen einheitlichen Trend gab.
Da das Geschäft im Allgemeinen ruhiger war, tendierten die wichtigsten US-Aktienindizes für einen Großteil des heutigen Tages zu einer gemischten Entwicklung, konnten sich aber am Ende der Sitzung noch verstärken. Während Benchmark-Aktien eine harte Zeit hatten, schnitt die Technologiebörse Nasdaq viel besser ab.
Der seit längerem im Minus liegende Leitindex Dow Jones beendete den Tag bei 32.036 Punkten, einem Tagesgewinn von 0,51 Prozent. Erst in den letzten Handelsminuten stieg auch der Leitindex etwas deutlicher. Alle wichtigen Indizes schlossen nahe oder, wie der S&P 500, auf Tageshöchstständen.
An der Technologiebörse Nasdaq dominierten die Pluszeichen den Tag deutlicher und endeten mit einem Plus von 1,36 Prozent auf 12.059 Stellen. Der Benchmark Nasdaq 100 legte ebenfalls um 1,44 Prozent auf 12.619 Punkte zu. Der breitere S&P 500 Index, der Technologie- und Rohstoffaktien umfasst, schloss bei 3.998 Punkten, ein Plus von 0,99 Prozent.
Berichtssaison im Fokus
Der Fokus der US-Märkte liegt heute auf dem Fortschritt der Informationssaison. Weder der Rückfluss von russischem Gas durch die Nord Stream 1-Pipeline noch eine deutliche Zinserhöhung der EZB führten zu größeren Bewegungen. An der techlastigen Nasdaq-Börse standen heute vor allem die Zahlen von Tesla im Fokus, die sehr gut ankamen.
Negativ aufgefallen sind hingegen Nachrichten des Telekommunikationsriesen AT&T, der seine Cashflow-Prognose senkte und damit den gesamten Sektor belastete. Versicherer Travellers präsentierte auch Daten aus dem Dow Jones Index, die jedoch nicht gut aufgenommen wurden. Insbesondere Wind- und Hagelschäden führten im Quartal zu einem deutlichen Gewinnrückgang. Auch Meldungen der Fluggesellschaften United Airlines und American Airlines stießen bei Investoren auf keine Gnade, obwohl die Unternehmen ihre Gewinne steigerten.
Tesla verdoppelt Gewinn: Aktien steigen
Die Tesla-Aktie in New York baute ihre Gewinne zum Handelsschluss deutlich auf 9,78 Prozent aus und schloss bei 815,12 $. Trotz pandemiebedingter Produktionsunterbrechungen in China und anhaltender Lieferkettenprobleme hat Tesla seine Gewinne im zweiten Quartal fast verdoppelt. Der Elektroautohersteller verdiente unter dem Strich 2,3 Milliarden US-Dollar, 98 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Gewinn gerechnet. Im Vorquartal lag das Ergebnis jedoch noch bei deutlich höheren 3,3 Milliarden US-Dollar.
DAX schließt leichter
Nach der Zinsentscheidung der EZB schloss der DAX mit Verlusten, konnte diese aber im Handelsverlauf begrenzen. Generell bleiben die Anleger nervös, obwohl bereits über eine Zinserhöhung in dieser Größenordnung spekuliert worden war. Der Anstieg war keine absolute Überraschung. Es war der erste seit elf Jahren.
Die zuvor angekündigte Erhöhung um 25 Basispunkte wurde zuletzt vom Markt als unzureichend angesehen, um der hohen Inflation von über acht Prozent im Euroraum glaubhaft entgegenzutreten.
DAX begrenzt Verluste
Am Ende schloss der deutsche Leitindex bei 13.246 Punkten mit einem moderaten Verlust von 0,27 Prozent. Deutschlands führendes Kursbarometer fiel nach dem Zinsentscheid zunächst bis auf 13.097 Punkte, erholte sich dann aber wieder. Das Tagesmaximum lag bei 13.318 Punkten. Insgesamt bleibt das Marktumfeld schwierig. Viele Experten begrüßten den Zinsschritt der EZB.
„Die heutige Entscheidung über eine echte Zinswende hat sich aufgrund der galoppierenden Inflation verzögert. Wir haben schon lange darauf hingewiesen, dass die EZB umso härter gegen die Geldpolitik vorgehen muss, je länger sie ihren Kurswechsel hinauszögert.“ , kommentiert Helmut Schleweis von der Sparkassen- und Sparkassenverband (DSGV).
Die EZB führt die Ansicht
EZB-Präsidentin Lagarde sagte gegenüber Outlook, dass der weitere Zinspfad von den Daten abhänge. Die Konjunktur in der Eurozone sieht er eingetrübt und blickt skeptisch in die zweite Jahreshälfte. „Eine weitere Normalisierung der Zinssätze bei den nächsten Sitzungen des EZB-Rates wird angemessen sein“, sagte die EZB. Die Märkte gehen von weiter steigenden Zinsen aus, was Experten immer wieder zur Bekämpfung der hohen Inflation fordern.
Neben der Zinsthematik beschäftigten die Anleger weiterhin die Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 1 und die Regierungskrise in Italien.
Wirtschaftsupdate vom 21.07.2022
Stefan Wolff, Personal, 21.7.2022 09:50 Uhr
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