Veröffentlicht am 6. Dezember 2022, 04:08
Neue EU-Sanktion: Preisobergrenze für russisches Öl: Tanken jetzt günstiger?
Die Folgen der neuen EU-Sanktion sind noch nicht ganz klar. Auch Tankstellenbetreiber sind sich uneinig darüber, was Autofahrer jetzt erwarten können.
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Die EU verhängte ein Embargo gegen russisches Öl und eine Preisobergrenze. Das Barrel mit 159 Litern Öl darf pro Meer nicht mehr als 60 Dollar kosten.
Reuters
Die Preisbegrenzung und das Embargo werden sich auf den Benzinpreis auswirken, sind Tankstellenbetreiber überzeugt.
20min/Taddeo Cerletti
Es ist jedoch nicht klar, ob der Preis steigen oder fallen wird.
20min/Taddeo Cerletti
Das ist es, worum es geht
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Die EU legt einen Höchstpreis für russisches Öl fest.
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Viele Tankstellenbetreiber glauben, dass Benzin jetzt teurer werden könnte.
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Aber eine massive Preissenkung wird erwartet.
Seit Montag gelten ein EU-Embargo und eine Preisobergrenze für russisches Öl. Käufer von russischem Rohöl, das auf dem Seeweg ankommt, können jetzt nicht mehr als 60 US-Dollar pro 159-Liter-Fass zahlen. Mit der neuen Sanktion will die EU der russischen Wirtschaft schaden.
Gleichzeitig will sie einen Preisanstieg vermeiden, der eintreten könnte, wenn russisches Öl vom Markt verschwindet. Sonst würde das Öl ausgehen, und dann müsste irgendwo ein Ausgleich her, sagt Jacques Rousseau, Direktor des Analystenhauses Clearview Energy Partners.
Die Ölpreise begannen am Montag nur leicht höher. Ein Barrel Nordsee-Brent kostete 85,90 $, 33 Cent mehr als am Freitag. Allerdings ist unklar, ob der leichte Preisanstieg anhält und an der Pumpe ankommt.
“Preisdeckelung kaum durchsetzbar”
Der Einkaufspreis von Benzin für Tankstellen sei noch nicht höher, sagt ein Tankstellenbetreiber 20 Minuten entfernt. Doch das wird sich bald ändern, glaubt Thomas Eugster, Eigentümer der Rheintal Heizöl AG. „Sanktionen gegen Russland haben vieles teurer gemacht und die Menschen mussten jedes Mal dafür bezahlen. Diesmal wird es genauso sein“, sagt Eugster zu 20 Minuten.
Russland kann die Preisobergrenze im undurchsichtigen Rohölhandel leicht umgehen. Auf diese Weise könnte das Öl vor Kunden in Indien, China oder der Türkei verborgen werden. Diese fehlt dann auf dem europäischen Markt, wodurch die Preise steigen. Wie hoch der Preisanstieg ausfallen wird, ist allerdings noch nicht klar.
„Diese Preisobergrenze ist kaum durchsetzbar“, stimmt auch Sandro Graf, Leiter Energie und Vorstand beim Tankstellenbetreiber Voegtlin-Meyer AG, zu. Er macht auch die Sanktionen für die hohen Preise verantwortlich.
Auch Muhedin Skalonjic, Manager der Scall-Tankstellen, rechnet mit steigenden Preisen. Die Schweiz ist das letzte Glied in der Lieferkette und erhält, was übrig bleibt.
„Benzin wird viel billiger“
Herbert Schüpbach, Inhaber der Tankstellenkette Gusoil, glaubt dagegen an eine massive Preissenkung. Russland ist auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen. „Wenn er jetzt billigeres Öl verkaufen muss, erhöht er einfach die Produktion“, sagt Schüpbach.
Am Wochenende beschloss der von Saudi-Arabien und Russland angeführte Ölverband OPEC+, das seit November eingeschnürte Fördervolumen nicht zu erhöhen. Sollte Russland wegen der Preisobergrenze jedoch mehr produzieren, müssten andere nachziehen, um die Einkommen stabil zu halten. „Dann wird Benzin viel billiger, dem geht dann das Geld aus“, sagt Schüpbach.
Auch Rohstoffexperte Norbert Rücker von der Bank Julius Bär nimmt den Kursverfall in Kauf. Da sich der russische Ölhandel von Europa wegbewegt hat, führt die Preisobergrenze kaum zu großen Angebotsengpässen. Zudem hätten die USA ihre Produktion erhöht und ohnehin stagniere die Nachfrage in der Krise.
Garantierte Schweizer Ölversorgung
Gemäss dem Mineralölindustrieverband Avenergy importiert die Schweiz kein russisches Rohöl. Die Preisobergrenze habe deshalb in der Schweiz keine direkte Wirkung, sagt Fabian Bilger, stellvertretender Geschäftsführer von Avenery Suisse, auf 20 Minuten. Die nationale Ölversorgung ist gesichert. Darüber hinaus halten Importeure Mineralölprodukte für 4,5 Monate bei Diesel, Benzin und Heizöl und 3 Monate bei Flugbenzin vor.
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