Die Gesundheit
Die Grippe hat Österreich in diesem Jahr besonders früh und hart getroffen: Aktuell gibt es eine Rekordzahl an Erkrankungen, zudem gibt es Infektionen mit dem Corona- und RS-Virus. Experten rechnen damit, dass die Welle „noch ein paar Wochen“ andauern wird.
22.12.2022 13.05
Online seit heute, 5.13 Uhr
In der vergangenen Woche wurden in Niederösterreich 966 Fälle von echter Influenza gemeldet, gegenüber 365 Fällen in der Vorwoche. Zum Vergleich: 2021 waren es in den entsprechenden Kalenderwochen 13 bzw. 21 Fälle. Die Zahlen stammen von der ÖGK: Sie erfasst keine Krankheitsfälle bei Kindern, Rentnern und Arbeitslosen.
Für ganz Österreich errechnete die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) kürzlich eine Inzidenz von 4.338 grippalen und ähnlichen Infektionen pro 100.000 Einwohner; diese Zahl umfasst nicht nur die echte Grippe, sondern auch Coronaviren und RS. In Niederösterreich verzeichnete die ÖGK in der vergangenen Woche 22.582 Krankschreibungen wegen Influenza oder grippalen Infekten und 4.323 Krankmeldungen wegen Coronavirus-Infektionen.
Die zweite Grippewelle wird nicht erwartet
Bisher hat die Grippesaison im Januar oder Februar ihren Höhepunkt erreicht. Damit hätten Mediziner allerdings Anfang des Jahres gerechnet: Weil es in den vergangenen zwei Jahren keine oder nur eine kleine Grippewelle gegeben habe, sei die Immunität gesunken, sagt Virologe Stefan Aberle von der Meduni Wien. Denn viele hätten grippale Infekte nicht durchgemacht. Hinzu kommt auch der Wegfall der CoV-Messungen.
Wie intensiv und wie breit die aktuelle Grippewelle ausfallen wird, lässt sich nicht vorhersagen, aber laut Aberle wird sie mindestens „ein paar Wochen“ dauern. Daher ist eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll. Es verhindere eine schwere Ansteckung und “eine gewisse Zirkulation” in der Bevölkerung, so der Virologe. Eine zweite große Welle ist laut Aberle in diesem Winter aber nicht zu erwarten.