IATA warnt: Flugchaos könnte bis in den Winter andauern

Aufgrund der Wiedereinführung der 80-20-Regel

Jetzt droht das Reisechaos auch im Winter!

Heutzutage macht Fliegen keinen Spaß mehr. Doch wer glaubt, dass das Chaos an den europäischen Flughäfen nach den Sommerferien vorbei sein wird, der irrt sich vielleicht. Nun schüren die Äußerungen des Flugverbandes Iata diese Sorge.

Veröffentlichung: 11:34 Uhr

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Aktualisiert: 12:17 Uhr

Die Luftfahrtindustrie wird angegriffen! Reisehungrige Passagiere und der gleichzeitige Personalmangel bringen Fluggesellschaften und Bodenbetreiber in Bedrängnis. Die Folge: Ausfälle, Verspätungen, Gepäckverlust. Erst gestern strich Lufthansa weitere 2000 Flüge, auch Verbindungen in die Schweiz sind betroffen.

Hoffentlich löst sich das Chaos von selbst, sobald der Sommeransturm nachlässt. Denn die Iata, ein Zusammenschluss von mehr als 290 Fluggesellschaften, warnt davor, dass das Chaos sogar bis in die Wintermonate hineinreichen könnte. Dies wird von der «St. Galler Tagblatt“ und verweist auf eine Mitteilung des Vereins mit einer Repräsentanz am Flughafen Genf.

Slot-Regel 80-20 während Crown ausgesetzt

Der Grund ist die 80-20-Slot-Regel, die auf der ganzen Welt verwendet wird. Das ist ein Relikt aus den goldenen Tagen der Airlines vor der Pandemie. Damals kämpften Fluggesellschaften buchstäblich um die besten Start- und Landezeiten auf Flughäfen. Als Ergebnis wurde folgende Regel eingeführt: Wer die Rechte an einer bestimmten Start- oder Landezeit garantiert, muss diese zu mindestens 80 Prozent nutzen.

Im Sturm der ersten Corona-Einschränkung beschloss die EU, die Durchsetzung der Regel einzustellen. Denn Airlines haben ein großes finanzielles Interesse daran, in den beliebtesten Slots zu bleiben. Die Folge wäre ein ökologischer Wahnsinn mit zahlreichen Geisterflügen gewesen.

Iata kritisiert Flughafenbetreiber

Mit Beginn der Wintersaison Ende Oktober kündigt die EU nun an, dass die Regel wieder aktiviert werden muss. Auf der Iata wurde die Ankündigung mit Abscheu aufgenommen. Denn: Mehrere Flughäfen sind bereits überfüllt. Deshalb ist eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs wie vor Corona nicht möglich. Auch die vorgeschlagene Ausnahmeklausel, die bei epidemiologischen Notfällen oder Naturkatastrophen zum Einsatz kommen könnte, lässt der Verein nicht verzeihen.

Einige Flughäfen können den Passagierstrom mit 64 Prozent Auslastung nicht mehr bewältigen. Deshalb fordert die Iata nun eine Anpassung der 80-Prozent-Untergrenze. Ansonsten droht den Fluggesellschaften und Flughäfen nach einem intensiven Sommer ein langer Winter. (ist)

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