Im Wallis tobt der Luftrettungskrieg: Die Aufsichtsbehörde soll parteiisch sein

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Seit 2015 kämpft Francis Sermier dafür, dass seine Firma Héli-Alpes in der Luftrettung arbeiten kann.

Der Luftraum des Wallis ist seit Monaten heiß umkämpft. Nun eskaliert der Streit. Es gibt Vorwürfe der Befangenheit, es geht um Geld und das Wohl der Patienten. Die Kernfrage: Wer rettet im Winter die im Wallis verunglückten Skifahrer und wer bringt sie ins Spital? Bisher war der Fall klar: Der Wintersportkanton war jahrzehntelang das Gebiet der Air Zermatt und der Air-Glaciers, die sich inzwischen zusammengeschlossen haben.

Auch Francis Sermier (65) wollte 2015 mit seiner Firma Héli-Alpes ein Stück vom lukrativen Luftrettungskuchen abhaben. Deshalb meldete er sich bei Air Zermatt und Air-Glaciers. „Zunächst wurde mir gesagt, dass mir zwei Piloten zur Verfügung gestellt würden und dass ich mit meinem Helikopter auch Luftrettungseinsätze machen dürfte.“ Seine Motivation: mehr Flugminuten für seinen Helikopter und die Erweiterung seines Tätigkeitsfeldes. Laut Sermier kehrten sie kurze Zeit später ohne triftigen Grund zurück. «Ich wurde wie aus dem Nichts abgewiesen. Damals hatte ich bereits 50’000 Franken investiert.»

Die Rega ist in Sion stationiert, führt aber keinen Auftrag im Wallis aus

Das ließ der Walliser nicht aus: «Ich bin vor Gericht gegangen. Ich habe vor den ersten beiden Instanzen im Kanton Wallis verloren, das Bundesgericht hat mir zugestimmt.» Helipilot Sermier hat es mit dem Urteil geschafft, dass der Kanton Wallis die Vergabe des Luftrettungsmandats öffentlich bekannt geben muss und die Air Zermatt in Zusammenarbeit mit Air-Glaciers nicht mehr automatisch den Zuschlag erhält.

„Nach dem Bundesgerichtsentscheid habe ich ein Konzept entwickelt und bin damit an die Rega herangetreten“, erklärt der CEO von Héli-Alpes. «Dort habe ich offene Ohren gefunden und die Rega hat sich bereit erklärt, mit mir zusammenzuarbeiten.» Um einen Fuss in die Tür zu bekommen, hatte die Schweizerische Rettungsflugwacht bereits im Dezember 2021 einen Rettungshelikopter samt Personal im Hangar der Héli-Alpes bei Sion VS stationiert Freiburg bedient werden. Die Rega hat keinen Einsatz im Wallis.

Dank dem von Sermier erwirkten Bundesgerichtsurteil vom 21. August 2020 wurde der Luftrettungsauftrag im Wallis öffentlich gemacht. „Air Zermatt mit Air-Glaciers, Rega und Rega in Kooperation mit Héli-Alpes wurde im Mai 2022 vorgestellt“, erklärt der Walliser. Zeigen Sie dem Blick den Evaluationsbericht der zuständigen Kontrollbehörde, der Walliser Rettungsorganisationen (KWRO). Wenig überraschend kommt die Behörde auf der letzten Seite des Berichts von Anfang September 2022 zum Schluss, dass die jetzige Lösung die beste sei und die Air Zermatt ihr Mandat beibehalten solle.

Ist die Kontrollinstanz voreingenommen?

Für Sermier ist klar: Die Kontrollbehörde ist parteiisch. So ist beispielsweise Philipp Perren, der im Verwaltungsrat von KWRO sitzt, auch Verwaltungsratspräsident von Air Zermatt und Air-Glaciers. Patrick Fauchère von Air-Glaciers ist ebenfalls Mitglied des KWRO-Vorstands. Sermier sagt: «Das ist typisch Walliser!»

Francis Sermier blättert den Zwischenbericht durch und schüttelt immer wieder den Kopf: «Im Gegensatz zu Air Zermatt und Air-Glaciers ist die Rega auf Rettungsflüge spezialisiert. So hat sie zum Beispiel die nötigen Ressourcen, um auch Instrumentenflüge durchzuführen, während die Walliser Rettungsorganisationen nur auf Sicht fliegen können.»

Zudem ist die Rega schneller einsatzbereit: «Die Rega ist im Gegensatz zu Air Zermatt und Air-Glaciers in fünf Minuten in der Luft. Soweit ich weiß, bleiben die diensthabenden Piloten zu Hause und nicht im Hangar. Im Notfall müssen sie erst gerufen werden und eintreffen.”

Tatsächlich liegt dem Blick auch ein Brief der Rega an den Walliser Regierungsrat Mathias Reynard (35) vor. Betreff: „Nichterfüllung von Aufsichtsaufgaben aufgrund von Voreingenommenheit von KWRO, mangelnde Unabhängigkeit“. Darin erklärt die Schweizerische Rettungsflugwacht, was aus ihrer Sicht schief läuft: ein echter Rundumschlag.

Die Behörden sehen kein Problem

So sagt er zum Beispiel: „Air Zermatt und Air-Glaciers streben in Verhandlungen mit Tarifpartnern nach möglichst hohen Preisen und unterscheiden nicht zwischen Rettungs- und kommerziellem Betrieb. Das führt letztlich zu überhöhten Tarifen, was dem Wirtschaftlichkeitsprinzip widerspricht Effizienz.” Geredet wird auch von mangelnder Transparenz und einer «besonderen engen Beziehung» der KWRO zu den Walliser Luftrettungen, also dem, was Sermier den «Walliser Filz» nennt. .

Auch Francis Sermier will weiter für Gerechtigkeit kämpfen. Air Zermatt und Air-Glaciers will er nicht ganz aus dem Luftrettungssegment verdrängen: «Aber wir sollten das Wohl des Patienten an die erste Stelle setzen und nicht Geld oder Freundschaften zwischen Behörden und Unternehmen.»

Blick konfrontiert Air Zermatt und Air-Glaciers mit allen Vorwürfen: Sie beziehen sich auf das laufende Verfahren und kommentieren nicht.

Die KWRO hat Blick jedoch auf Anfrage schriftlich geantwortet. Sie weist die erhobenen Vorwürfe zurück. Der Vorstand der Kontrollbehörde hält die gesetzlichen Vorschriften ein. Und: „Bei der Ausübung ihrer gesetzlichen Befugnisse (…) ergreift KWRO alle notwendigen und angemessenen Maßnahmen, um Interessenkonflikte zu vermeiden (…)“. Bedeutet: Die Behörde ist neutral und ergreift Maßnahmen zur Wahrung der Neutralität. Was diese Maßnahmen sind, wird nicht weiter erläutert.

Die KWRO betont, dass das letzte Wort bei der Vergabe des Luftrettungsmandats noch nicht gefallen ist: Der Bewertungsbericht ist vorläufig. Die endgültige Entscheidung fällt am 29. November.

Diese Luftrettungsdienste gibt es

In der Schweiz gibt es mehrere Luftrettungsunternehmen. Die grösste und bekannteste ist die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega). Die Rega ist eine private, gemeinnützige Stiftung. Neben Rettungshelikoptern verfügt die Rega auch über eine Flotte von drei Ambulanzflugzeugen, die zum Beispiel für den Rücktransport von Patienten aus dem Ausland eingesetzt werden können.

Im Kanton Aargau betreibt die vom Touring Club Schweiz (TCS) und der Lions Air Group AG gegründete Alpine Air Ambulance (AAA) seit November 2011 einen Luftrettungsdienst am Flughafen Birrfeld. AAA fliegt auch Einsätze vom Heliport Balzers aus in Liechtenstein im Auftrag der Luftrettung AP3. Im Wallis retten Air Zermatt und Air-Glaciers per Helikopter.

Ein Rega-Helikopter bei einem Rettungseinsatz.

Bewässerung

In der Schweiz gibt es mehrere Luftrettungsunternehmen. Die grösste und bekannteste ist die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega). Die Rega ist eine private, gemeinnützige Stiftung. Neben Rettungshelikoptern verfügt die Rega auch über eine Flotte von drei Ambulanzflugzeugen, die zum Beispiel für den Rücktransport von Patienten aus dem Ausland eingesetzt werden können.

Im Kanton Aargau betreibt die vom Touring Club Schweiz (TCS) und der Lions Air Group AG gegründete Alpine Air Ambulance (AAA) seit November 2011 einen Luftrettungsdienst am Flughafen Birrfeld. AAA fliegt auch Einsätze vom Heliport Balzers aus in Liechtenstein im Auftrag der Luftrettung AP3. Im Wallis retten Air Zermatt und Air-Glaciers per Helikopter.

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